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Gefälschte Produkte bei Amazon

Wer eine elektrische Zahnbürste nutzt, sollte jetzt genau hinsehen

Zahnbürsten von Philips Sonicare in einer Auslage
Amazon und Philips klagen wegen gefälschter Zahnbürstenköpfe – das sollten Kunden wissen Foto: picture alliance / NurPhoto | Marcin Golba
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Rita Deutschbein, Redaktionsleiterin TECHBOOK
Redaktionsleiterin

23. April 2026, 12:39 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Auf Amazon verkauft das Unternehmen nicht nur selbst, auch zahlreiche Händler nutzen die Plattform, um ihre Waren anzubieten. Dass sich unter den vielen Produkten auch Fälschungen befinden, ist seit Jahren ein bekanntes Problem. Ein aktueller Fall zeigt, welche konkreten Risiken sich daraus für Verbraucher ergeben können. Gemeinsam mit Philips ist Amazon nun rechtlich gegen einen Anbieter vorgegangen, der gefälschte Zahnbürstenaufsätze verkauft haben soll.

Seit Langem stehen Online-Marktplätze vor der Aufgabe, gefälschte Produkte zu erkennen und aus dem Verkehr zu ziehen. Auch bei Amazon tauchen immer wieder Angebote auf, die nicht den Originalen entsprechen. Im Gespräch mit TECHBOOK erklärte das Unternehmen, verstärkt gegen solche Fälle vorzugehen. Der aktuelle Fall verdeutlicht, dass dabei neben technischen Lösungen auch juristische Schritte zum Einsatz kommen.

Klage wegen gefälschter Philips-Zahnbürstenköpfe auf Amazon

Um verdächtige Angebote frühzeitig zu erkennen, setzt Amazon unter anderem auf Systeme mit künstlicher Intelligenz. Diese analysieren große Datenmengen und sollen auffällige Muster identifizieren, bevor Produkte überhaupt bei Kunden ankommen. Nach Unternehmensangaben hat die interne Einheit zur Fälschungsbekämpfung seit 2020 mehr als 32.000 mutmaßliche Täter in 14 Ländern verfolgt. Im Jahr 2025 wurden zudem über 15 Millionen gefälschte Artikel entdeckt und entfernt.

Auch mit den Herstellern der Produkte arbeitet Amazon eng zusammen. In einem aktuellen Beispiel geht es um gefälschte Aufsätze für elektrische Zahnbürsten der Marke Philips Sonicare. Entdeckt wurden diese im Rahmen einer gemeinsamen Untersuchung von Amazons Counterfeit Crimes Unit und Philips, bei der unter anderem gezielte Testkäufe durchgeführt wurden. Dabei stellten die Beteiligten fest, dass die angebotenen Produkte deutliche Qualitätsmängel aufwiesen, aus minderwertigen Materialien bestanden und nicht die technische Ausstattung der Originale besaßen. Zusätzlich überprüften die Ermittler die vom Verkäufer eingereichten Rechnungen, die sich als nicht verifizierbar herausstellten.

Auf Basis dieser Erkenntnisse entfernte Amazon die Angebote, sperrte das Verkäuferkonto und reichte gemeinsam mit Philips beim Landgericht Frankfurt/Main Klage gegen einen mutmaßlichen Verkäufer ein.

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Müssen Käufer tätig werden?

Kunden, die solche Philips-Zahnbürstenköpfe bei Amazon gekauft haben, müssen in der Regel nicht selbst tätig werden. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die betroffenen Käufer proaktiv kontaktiert und den vollständigen Kaufpreis automatisch erstattet. Dennoch kann es sinnvoll sein, die eigenen Bestellungen zu überprüfen und auf entsprechende Benachrichtigungen zu achten. Bei Unsicherheiten sollten die betroffenen Produkte nicht weiterverwendet werden, da laut Untersuchung Qualitätsmängel und Einschränkungen bei Funktion und Kompatibilität festgestellt wurden.

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Verstärkte Maßnahmen gegen Betrug

Amazon bezeichnet den Fall als Teil einer umfassenderen Strategie gegen Fälschungen. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben eine Null-Toleranz-Politik und kombiniert präventive Kontrollen mit rechtlichen Schritten. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Markenherstellern und Behörden.

Parallel dazu baut Amazon technische Systeme weiter aus. Dazu gehören auch Programme, die verdächtige Entwicklungen früh erkennen sollen. Neben Produktfälschungen stehen dabei auch manipulierte Bewertungen und betrügerische Webseiten im Fokus. Im Jahr 2025 wurden in diesem Zusammenhang mehr als 100 entsprechende Seiten abgeschaltet.

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