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Sparkasse streicht Bezahlfunktion Geldkarte und Girogo

Umstellung

Wer eine neue Sparkassen-EC-Karte bekommt, verliert zwei Bezahloptionen! 

Sparkasse
Die Sparkasse schafft die Funktionen GeldKarte und Girogo abFoto: Getty Images

Bei der Sparkasse stehen Änderungen an. Die Bank trennt sich von der GeldKarte und streicht die Prepaid-Bezahlfunktion Girogo. TECHBOOK verrät, was das für Nutzer bedeutet.

In vielen Portemonnaies tummeln sich eine Menge Zahlkarten. Mastercard, Visa, American Express und Girokarte. Als ob dieses Wirrwar noch nicht genug wäre, verfügt auch die in Deutschland sehr beliebte Girokarte nochmals über eine ganze Reihe von unterschiedlichen Zahlfunktionen: Maestro, Geldkarte, Girogo, V-Pay. Da verliert man verständlicherweise schnell den Überblick. Zumal längst nicht alle dieser Kartenfunktionen im Alltag auch wirklich genutzt werden. Kunden der Sparkasse müssen sich nun von Girogo und der Geldkarte verabschieden.

Sparkasse streicht Geldkarte

Die Prepaid-Bezahlfunktion ist im Chip auf der Girokarte integriert. Damit lassen sich vor allem Kleinbeträge an Park- oder Zigarettenautomaten bezahlen. Außerdem dient der Chip dort unter anderem zur Altersverifikation. Es gibt jedoch zwei wesentliche Gründe für das Aus der Geldkartenfunktion bzw. den Umstand, dass diese nur von wenigen Bank- und Sparkassenkunden genutzt wird. Einerseits muss man den Chip im Prepaid-Verfahren aufladen, während andere Zahlverfahren direkt auf den Kontosaldo bzw. Disporahmen zurückgreifen. Das ist für viele Bankkunden schlicht zu unbequem, außerdem ist bei 200 Euro Guthaben auf dem Chip Schluss. Für Zahlungen größerer Beträge eignet sich dieser somit nicht. Viel problematischer dürfte allerdings das Thema Sicherheit sein. Geht nämlich die Bankkarte verloren oder wird gestohlen, ist letztendlich auch das Guthaben auf der Geldkarte futsch. Es handelt sich somit de facto um Bargeld.

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Google Pay macht Girogo überflüssig

Girogo wurde 2012 von der deutschen Kreditwirtschaft eingeführt. Hiermit konnte man erstmals kontaktlos via NFC an Terminals im Einzelhandel oder Verkaufsautomaten zahlen. Auch dieses Verfahren hat sich jedoch bei Bankkunden nie wirklich durchgesetzt. Der Grund: Girogo ist ebenfalls ein Prepaid-Verfahren, wobei die maximale Aufladesumme gleichermaßen 200 Euro beträgt. Mittlerweile gibt es aber mit Google- und Apple Pay wesentlich bequemere kontaktlose Zahlmethoden mit weltweiter Akzeptanz. Hier wird der Kaufbetrag direkt von einer Visa- oder Mastercard abgebucht, eine separate Aufladung ist somit nicht notwendig. Die meisten Banken in Deutschland haben die Zahlverfahren der US-Konzerne ohnehin bereits in ihre Systeme integriert, weshalb zusätzliche nationale Lösungen überflüssig sind.

Was bedeutet die Abschaffung von Girogo und Geldkarte für Kunden der Sparkasse?

Zwar sind von der Umstellung Millionen Sparkassenkunden in Deutschland unmittelbar betroffen, für die meisten Nutzer dürfte sich mit der Abschaffung von Geldkarte und Girogo dennoch wenig ändern. Mittlerweile verfügen die Sparkassen-Cards nämlich ohnehin über eine alternative NFC-Funktion, bei der Zahlungen direkt vom hinterlegten Girokonto eingezogen werden. Diese hat sich durchgesetzt und wird bereits von vielen Sparkassenkunden genutzt. Wer dennoch Girogo oder Geldkarte verwendet, hat außerdem noch mehr als genug Zeit, sich umzustellen: Bis einschließlich 31. Dezember 2024 behalten die Karten ihre Gültigkeit, spätestens bis 31. März 2025 müssen sie jedoch endgültig entladen werden, sofern man das Guthaben nicht ausgeben möchte.

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Umtausch vorab nicht notwendig

Trotz Aus der Funktionen muss man nun nicht schnell zur Sparkasse, um seine Karte umzutauschen. Diese kann vorerst normal weitergenutzt werden. Nach Ablauf bekommen Sparkassenkunden dann wie üblich eine neue Karte und PIN auf dem Postweg zugeschickt. Bereits seit Sommer 2020 geben die Sparkassen schon keine Karten mehr aus, die mit der Funktion Geldkarte oder Girogo ausgestattet sind. 

Steht ein Kartentausch an, sollten Kunden vorab allerdings nochmals klären, ob die bei der Bank hinterlegten Adressdaten noch aktuell bzw. korrekt sind. Mit dem nächsten Kartenupdate verlieren Sparkassenkunden übrigens voraussichtlich noch eine weitaus wichtigere Funktion: Mastercard stellt nämlich Maestro in Deutschland ein. Diese Funktion machte die Girokarte „auslandsfähig“. Ob und wie sie die Maestro-Karte jedoch ersetzen, entscheidet letztendlich jede Sparkasse individuell. Manche setzten zum Beispiel auf eine Verschmelzung von Girocard und Mastercard Debit (Co-Badge). Andere lassen eventuell diese Funktion ganz weg, sodass man die Girokarte nur noch im Inland nutzen kann und bei Reisen ins Ausland eine zusätzliche Visa- oder Mastercard benötigt. Die genauen Modalitäten werden bei den meisten Instituten final ab 2023 geklärt sein.

Unser Tipp: PayPal mit Google Pay

Unabhängig vom Angebot der eigenen Sparkasse kann man zum Beispiel Google Pay bereits jetzt in Verbindung mit jedem Bankkonto in Deutschland nutzen. Dafür benötigt man lediglich einen PayPal-Account. Dieser wird schließlich mit dem Girokonto verknüpft und eine virtuelle Mastercard in Google Pay generiert. Google Pay greift dann auf den im Smartphone vorhandenen NFC-Chip zurück. Man bezahlt also letztendlich wie gewohnt kontaktlos, muss aber kein Guthaben mehr aufladen. Noch bequemer als kontaktlos mit Karten zu zahlen, sind übrigens NFC-Wearables wie Smartwatches. Der Vorteil: Man trägt sie ständig am Körper, kann sie deshalb nicht verlieren und muss auch kein Portemonnaie mehr bei sich tragen. 

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