22. Oktober 2025, 14:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Die ING hat den neuen europäischen Bezahldienst Wero in ihre Banking-App integriert und bietet diesen ab sofort rund zehn Millionen Kunden in Deutschland an. Damit bekommt der US-Dienstleister PayPal ernsthafte Konkurrenz auf dem deutschen Markt – mit einer Technologie, die schnelle Zahlungen direkt aufs Bankkonto ermöglicht.
Wero ist im Juli 2024 gestartet, die App ging allerdings erst im November live. Das neue digitale Wallet unter dem Dach der European Payments Initiative (EPI) wurde seither immer weiter ausgebaut, nun geht es auch bei der ING an den Start.
„Mit Wero bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine europäische, sichere und vollständig in unsere App integrierte Möglichkeit, Geld in Sekundenschnelle zu senden. Und das ohne Umwege und Drittanbieter“, sagt Christian Böhrer, Tribe Lead Payments bei der ING Deutschland zu TECHBOOK. „Wir glauben an die Stärke eines europäischen Zahlungsraums und freuen uns, mit Wero einen wichtigen Schritt in Richtung technologischer Souveränität zu gehen.“
Wero als europäische Antwort auf US-Dienste wie PayPal
Der neue Bezahldienst setzt auf SEPA Instant Payments und erlaubt Überweisungen in weniger als zehn Sekunden – direkt von Konto zu Konto. Die Anmeldung läuft vollständig digital über die ING-App und ist in wenigen Minuten erledigt. Nach Abschluss des Onboardings steht der Service sofort zur Verfügung.
Statt der IBAN reicht beim Versenden die Telefonnummer des Empfängers. Das Geld wird unmittelbar vom Girokonto abgebucht und gutgeschrieben, ganz ohne zusätzliche Karten oder ein separates Konto. Auch das Anfordern von Beträgen ist per Klick möglich.
Geplant ist zudem, Wero bald auch für stationäre und Online-Zahlungen nutzbar zu machen. Derzeit ist jedoch noch keine Geldsendung aus Deutschland in die Schweiz möglich. Die Niederlande sollen noch 2025 folgen, Gespräche mit Österreich laufen bereits.
Nach dem Start über Apps von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken und dem eigenständigen App-Angebot etwa bei der Postbank folgt die Integration bei der ING. Damit haben rund zehn Millionen Kunden in Deutschland direkten Zugang zu Wero.
„Wir werden als ING-Gruppe mit rund 40 Millionen Kunden schwerpunktmäßig in Europa alles tun, dass Wero ein Erfolg wird“, so ING-Deutschlandchef Lars Stoy. Ziel sei es, Europa unabhängiger von außereuropäischen Bezahldiensten zu machen.
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Neue Kreditkarte geplant
Neben der Einführung von Wero arbeitet die ING auch an der Einführung einer echten Kreditkarte mit Kreditrahmen – ein Schritt, der für Kunden vor allem im Ausland wichtig werden könnte. Der Start ist für 2026 geplant. Aktuell bietet die Bank nur eine VISA-Debitkarte sowie optional eine kostenpflichtige Girocard an.
Die neue Kreditkarte soll wie üblich Umsätze bündeln und zu einem festen Zeitpunkt abbuchen. Auch ein Kreditrahmen ist vorgesehen. Damit will die Bank bestehende Akzeptanzprobleme – etwa bei Hotels oder Mietwagenanbietern – beheben.
Weitere Angebote bei der ING
Bereits ab August will die ING ein Girokonto für Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren anbieten. Ziel ist es, junge Menschen an Finanzthemen heranzuführen und gleichzeitig neue Kunden zu gewinnen, TECHBOOK berichtete.
Zusätzlich belohnt die Bank seit Juli Kunden mit häufigem Wertpapierhandel durch ein Statusmodell mit Vergünstigungen. Und: Bis Oktober muss auch die ING – wie andere Banken – Echtzeitüberweisungen anbieten. Derzeit fehlt dieser Service noch.