10. November 2025, 12:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Angebliche Festgeld-Vermittler locken derzeit mit attraktiven Zinsen und führen ahnungslose Anleger in die Falle. Die Verbraucherzentrale warnt vor einer neuen Betrugsmasche, die sich gezielt an Menschen richtet, die von den gestiegenen Tages- und Festgeldzinsen profitieren wollen.
Immer häufiger treten Kriminelle als vermeintliche Vermittler oder Berater für Festgeld-Angebote auf. Sie nutzen professionell gestaltete Websites oder Fake-Beratungsfirmen, um Anlegern den Eindruck seriöser Angebote zu vermitteln. Die Konditionen wirken auf den ersten Blick glaubwürdig: Die versprochenen Zinsen liegen über dem Marktdurchschnitt, aber nicht so hoch, dass sofort Misstrauen aufkommt. Doch hinter den Angeboten steckt kein echtes Investment – sondern ein ausgeklügelter Betrug.
So funktioniert die Masche
Laut der Verbraucherzentrale werden Betroffene häufig über gefälschte Webportale oder vermeintliche Vermittlungsfirmen kontaktiert. Nach einer Anfrage erhalten sie täuschend echt gestaltete Antragsformulare oder werden zu einem angeblichen Online-Kontoeröffnungsantrag weitergeleitet, der aussieht, als gehöre er zu einer bekannten Bank. In Wahrheit handelt es sich jedoch um gefälschte Seiten, die von Betrügern betrieben werden.
Anschließend sollen Kunden den gewünschten Anlagebetrag auf ein Konto überweisen – meist mit einer ausländischen IBAN. Das Geld landet dabei tatsächlich auf einem real existierenden Konto, das jedoch auf den Namen der Betrüger läuft. Da Banken bis Oktober 2025 nicht verpflichtet waren, zu prüfen, ob der Name des Kontoinhabers zur IBAN passt, konnten solche Transaktionen problemlos durchgeführt werden.
Seit dem 9. Oktober 2025 gilt allerdings die sogenannte Empfängerüberprüfung: Banken müssen vor einer Überweisung prüfen, ob der angegebene Name mit dem tatsächlichen Kontoinhaber übereinstimmt. Das soll Fehlüberweisungen und Betrug deutlich erschweren. Verbraucher sehen vor der Zahlung das Ergebnis dieser Prüfung und können so entscheiden, ob sie die Überweisung wirklich freigeben wollen.
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Warnsignale und Tipps zum Schutz
Die Verbraucherzentrale rät, bei vermeintlich lukrativen Festgeld-Angeboten besonders vorsichtig zu sein. Verdächtig sind Anbieter, die nicht in der Unternehmensliste der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgeführt sind. Auch wenn die Geschäftsadresse im Ausland liegt, sollte man genau prüfen, ob es sich um ein seriöses Unternehmen handelt.
Weitere Warnzeichen:
- Fehlende oder unvollständige Angaben im Impressum
- Webseiten mit gekauften positiven Bewertungen
- Vermeintliche Auszeichnungen oder Prüfsiegel ohne nachvollziehbare Quelle
- Kein Identitätsnachweis bei der Kontoeröffnung
Wer unsicher ist, sollte sich an die Verbraucherzentrale wenden oder rechtlichen Rat einholen. Auch ein Blick auf die Seiten der Stiftung Warentest kann helfen, seriöse Festgeldangebote zu erkennen.
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Nach der Überweisung oft kein Kontakt mehr
Viele Betroffene berichten, dass nach der Überweisung der Kontakt zu den vermeintlichen Vermittlern abrupt abbricht. Online-Zugänge funktionieren nicht, Anfragen bleiben unbeantwortet, oder Auszahlungen werden immer weiter verzögert. Manche erhalten sogar gefälschte Kontoauszüge, um den Betrug zu verschleiern.
Die wichtigste Regel lautet daher: Angebote immer sorgfältig prüfen, bevor Geld fließt. Seriöse Banken und Vermittler sind bei der BaFin registriert und legen Wert auf transparente Kommunikation – Betrüger hingegen setzen auf Zeitdruck, Täuschung und falsche Sicherheit.