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Kultur oder Natur?

Ihr entscheidet, wie die neuen Euro-Scheine aussehen sollen

Wie sollen die neuen Euro-Scheine aussehen? Die EZB bittet um Eure Stimme.
Wie sollen die neuen Euro-Scheine aussehen? Die EZB bittet um Eure Stimme. Foto: EZB
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Rainer Schuldt

24. Juli 2026, 14:17 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Europäische Zentralbank zeigt erstmals konkrete Entwürfe für die nächste Generation der Euro-Banknoten. Bis zum 21. September können Bürger online abstimmen – und damit mitentscheiden, welches Design künftig durch Europa wandert.

Europas Geld bekommt ein neues Gesicht

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den nächsten Schritt bei der Neugestaltung der Euro-Banknoten eingeleitet. Erstmals wurden zehn konkrete Entwürfe vorgestellt, aus denen die Bevölkerung ihre Favoriten auswählen kann. Die Abstimmung läuft europaweit und soll den Bürgern die Möglichkeit geben, direkt Einfluss auf das Erscheinungsbild der künftigen Geldscheine zu nehmen.

Noch werden die aktuellen Euro-Banknoten nicht ausgetauscht. Dennoch markiert die Veröffentlichung der Entwürfe einen wichtigen Meilenstein im mehrjährigen Projekt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte zum Start der Umfrage, dass die Banknoten den Menschen gehören und deshalb auch ihre Meinung bei der Auswahl berücksichtigt werden soll. Die endgültige Entscheidung über das neue Design soll Ende 2026 fallen.

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Kultur oder Natur? Zwei völlig unterschiedliche Konzepte

Zur Wahl stehen zwei Designwelten. Das Thema „Europäische Kultur“ setzt auf bekannte Persönlichkeiten und kulturelle Leistungen des Kontinents. Auf den Entwürfen finden sich unter anderem Ludwig van Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci. Ergänzt werden die Motive durch Szenen aus Wissenschaft, Bildung, Kunst und Musik.

Der Gegenentwurf trägt den Titel „Flüsse und Vögel“. Hier stehen Natur und Artenvielfalt Europas im Mittelpunkt. Zu sehen sind unter anderem Eisvögel und Weißstörche sowie verschiedene Flusslandschaften. Auf den Rückseiten sollen in beiden Varianten europäische Institutionen wie das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und die EZB dargestellt werden. Die Notenbank möchte damit sowohl die kulturelle als auch die politische Identität Europas sichtbar machen.

Nicht nur schöner, sondern auch sicherer

Bei der Neugestaltung geht es allerdings nicht allein um die Optik. Die neuen Scheine sollen moderne Sicherheitsmerkmale erhalten, um Geldfälschern das Handwerk weiter zu erschweren. Gleichzeitig arbeitet die EZB daran, die Herstellung umweltfreundlicher zu gestalten und die Lebensdauer der Banknoten zu verlängern.

Auch die Barrierefreiheit spielt eine wichtige Rolle. Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die Banknoten leichter unterscheiden können. Die ersten Euro-Scheine wurden 2002 eingeführt, die aktuelle zweite Serie ist seit 2019 vollständig im Umlauf. Bis die nun geplante Generation tatsächlich in den Geldbörsen landet, werden zwar noch einige Jahre vergehen – wie Europas Geld künftig aussieht, können die Bürger aber schon jetzt mitbestimmen.

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