10. April 2026, 19:09 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein Start-up aus der Schweiz bringt eine ungewöhnliche Idee auf den Markt. Statt Smartphone oder Smartwatch wird einfach der Fingernagel genutzt. Möglich macht das ein winziger NFC-Chip, der mit einer dünnen Lackschicht auf dem Nagel befestigt wird. An der Kasse reicht dann ein kurzer Kontakt mit dem Terminal, um den Betrag zu begleichen.
Viele Menschen lassen ihr Portemonnaie heute bereits zu Hause. Das Smartphone oder die Smartwatch übernimmt den Bezahlvorgang. Wer komplett auf zusätzliche Geräte verzichten will, könnte mit dieser Lösung eine Alternative finden. Das Schweizer Start-up Smart Chip arbeitet daran, den Fingernagel selbst zum Zahlungsmittel zu machen. Dieser wäre zumindest immer griffbereit.
Kosten und Einschränkungen im Alltag
So praktisch die Idee klingt, sie bringt auch einige Nachteile mit sich. Der Chip muss zunächst auf dem Fingernagel angebracht werden. In Deutschland, der Schweiz und Österreich übernehmen das laut Studiofinder des Herstellers etwa 100 Nagelstudios. Der Preis liegt bei circa 30 Euro.
Da Fingernägel wachsen, muss der Chip regelmäßig erneuert werden. Auf Dauer kann das teuer werden. Deshalb eignet sich die Lösung eher für besondere Anlässe wie Festivals oder Urlaube und weniger für den täglichen Einsatz.
Ein weiteres Problem ist die eingeschränkte Unterstützung durch Banken. In der Schweiz sind etwa 15 Geldhäuser beteiligt. In Deutschland und Österreich sieht es anders aus. Hier wird eine Proxy-Kreditkarte von Curve oder Vim Pay benötigt, die mit einer bestehenden Zahlungskarte verknüpft wird.
Wireless Charging – neuer NFC-Standard verspricht mehr Flexibilität
So funktionieren NFC-Tags
Technik und Sicherheit des NFC-Nagels
Die Verwaltung des Chips läuft über eine Smartphone-App des Anbieters Smart Chip. Dabei kommt die Zahlungskartendigitalisierung des Dienstleisters Digiseq zum Einsatz. Die technische Grundlage liefert Infineon mit einer Sicherheitskomponente und einem eigenen Betriebssystem.
Der Hersteller betont vor allem den Komfort. Der Chip kann nicht vergessen und es muss kein Gerät entsperrt werden. Auch Sicherheitsbedenken will das Unternehmen ausräumen. Die Antenne des Chips sei zu schwach, um Daten unbemerkt auszulesen.
Auch interessant: Ende von „Cash only“ durch mehr Kartenzahlung geplant
Zukunftspläne über das Bezahlen hinaus
Der Bezahlfingernagel wirkt aktuell eher wie ein kurioses Gadget als wie ein Gerät für den Alltag. Trotzdem denkt das Start-up bereits weiter. In Zukunft sollen sich auch andere Daten auf dem Chip speichern lassen.
Smart Chip plant unter anderem digitale Visitenkarten, Social-Media-Kontaktdaten sowie virtuelle Zugangsschlüssel für Haustür und Auto. Ob sich die Technik langfristig durchsetzt, hängt vor allem davon ab, ob mehr Banken außerhalb der Schweiz die Lösung unterstützen.