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Pilotprojekt

Finanzamt erstellt Steuererklärung für säumige Bürger

Hat das Pilotprojekt in Nordhessen Erfolg, würde dies die Steuererklärung für zahlreiche Bürger vereinfachen
Hat das Pilotprojekt in Nordhessen Erfolg, würde dies die Steuererklärung für zahlreiche Bürger vereinfachen Foto: Getty Images
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15. August 2025, 17:03 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Wer seine Steuererklärung nicht fristgerecht einreicht, muss künftig nicht zwingend mit einer Mahnung rechnen – zumindest nicht in Nordhessen. Dort läuft derzeit ein Pilotprojekt, bei dem das Finanzamt aktuell ein neues Verfahren testet. Säumigen Arbeitnehmern wird dabei automatisch ein Steuerbescheidvorschlag zugesendet.

Im Rahmen des Pilotprojekts nimmt das Finanzamt Kassel säumigen Steuerzahlern einen großen Teil der Arbeit ab. Bürger, die ihre Steuererklärung für das Jahr 2024 nicht bis zum Stichtag 31. Juli eingereicht haben, erhalten in Kürze einen automatisierten Vorschlag vom Finanzamt – basierend auf bereits bekannten Daten wie Lohn, Rente oder Versicherungen.

Automatischer Steuerentwurf bei Fristversäumnis

Den daraus entwickelten Steuerbescheidvorschlag verschickt das Finanzamt per Post. Über Elster können betroffene Bürger diesen dann ergänzen oder korrigieren. Statt einer Mahnung erhalten sie somit erstmals eine vorausgefüllte Erklärung, die sie nur noch bestätigen oder anpassen müssen. Ziel ist es, die Abgabe der Steuererklärung zu vereinfachen und unnötige Bürokratie zu vermeiden.

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Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) möchte das Modellprojekt im Erfolgsfall auf ganz Hessen ausweiten. Vorbild sind Länder wie Österreich und Schweden, in denen vorausgefüllte Steuererklärungen bereits zum Standard gehören. Auch die Bundesregierung sieht in solchen Verfahren einen wichtigen Schritt zur Verwaltungsvereinfachung.

Steuergewerkschaft unterstützt das Pilotprojekt des Finanzamts

Die Deutsche Steuergewerkschaft befürwortet das Pilotprojekt des hessischen Finanzamts. Sie weist darauf hin, dass die Bearbeitung von Arbeitnehmererklärungen viel Arbeitsaufwand verursacht, aber kaum zusätzliche Steuereinnahmen generiert. Angesichts zunehmenden Personalmangels in der Finanzverwaltung könnte das automatisierte Verfahren nicht nur die Bürger entlasten, sondern auch die Effizienz der Steuerämter steigern.

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