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Neuaufstellung

Elektronik-Kette schließt fast alle Filialen in Deutschland und Österreich

Verkäufer berät Frau beim Fernseher-Kauf
Sich in der Filiale beraten lassen – das geht bei Conrad Electronics bald nicht mehrFoto: Getty Images

In den Innenstädten gibt es bald einen großen Händler weniger. Conrad Electronic hat bekannt gegeben, noch in diesem Jahr nahezu alle Filialen zu schließen. Was die Gründe dafür sind und wie es mit Conrad dann weiter geht, verrät TECHBOOK.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich viel verändert. Aufgrund von Corona hat sich das Berufsleben für viele ins Homeoffice verlagert und die Händler haben verstärkt auf ihre Online-Shops statt auf den stationären Verkauf gesetzt. Auch Conrad Electronic hat den Trend bemerkt, dass immer mehr Privatkunden ihre Geschäfte online abschließen, statt in die Filialen zu gehen. Aus diesem Grund ändert das Unternehmen seinen Fokus und schließt in der Folge nahezu alle Filialen in Deutschland und Österreich.

Nur jeweils eine Conrad-Filiale in Deutschland und Österreich bleibt offen

Statt auf das Privatkundengeschäft konzentriert sich Conrad Electronic künftig auf seine B2B-Kunden. B2B steht für „Business-to-Business“ und bezeichnet die Geschäftsbeziehung zwischen verschiedenen Unternehmen. Die klassischen Elektronikmärkte, wie man sie aus diversen Städten kennt, werden somit nicht mehr weiter betrieben. Bereits im April kündigte Conrad Electronic in einer Mitteilung an, dass man in Deutschland bis auf einen Standort alle Filialen schließen werde. Nur das Geschäft in Wernberg-Köblitz betreibt das Unternehmen für Privatkunden weiter.

In Österreich sieht die Lage ähnlich aus. Gerade erst wurde bekannt, dass Conrad Electronics auch hier den Großteil seiner Filialen schließen wird. Nur die Filiale in Linz soll von den insgesamt sechs Standorten demnach für Privatkunden geöffnet bleiben. „Diese Entscheidung ist uns vor allem wegen unserer Mitarbeitenden sehr schwer gefallen, aber letztlich kommen wir an diesen veränderten Einkaufsgewohnheiten nicht vorbei“, erklärt Dr. Markus A. Zettl, Geschäftsführer von Conrad Österreich den Schritt.

Sowohl in Deutschland als auch Österreich sollen die Schließungen und Neuorientierungen im Laufe dieses Jahres abgeschlossen sein. Der Wechsel vom Privatkunden- hin zum B2B-Geschäft ist die Antwort auf das sich wechselnde Kundenverhalten. „Ein Teil unseres Erfolges besteht seit Generationen darin, Kunden gut zuzuhören und danach entsprechend zu handeln”, beschreibt Ralf Bühler, CEO von Conrad Electronic SE, das Erfolgsrezept des Unternehmens. Daher wolle man das Geschäft mit Businesspartnern noch weiter vorantreiben. Bereits im Frühsommer 2020 hat Conrad Electronic seine erste B2B-Filiale im nordrhein-westfälischen Hürth in Betrieb genommen. Nun suche man nach weiteren Standorten.

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Was passiert mit den Mitarbeitern?

Von der Schließung der Filialen sind nicht nur Kunden, sondern auch zahlreiche Mitarbeiter in beiden Ländern betroffen. Conrad Electronic ist mit ihnen bereits in Kontakt getreten und bietet an, sich auf offene Stellen innerhalb der Unternehmens-Gruppe zu bewerben. Alle betroffenen Mitarbeiten lassen sich dadurch aber sicherlich nicht halten.

„Natürlich fällt uns dieser Schritt sehr schwer“, so Ralf Bühler. „Wir haben unsere Beschäftigten daher frühzeitig informiert und sind in Gesprächen, um sozialverträgliche Regelungen zu finden und unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden.“

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