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„Projekt Panama“

Wie für KI massenhaft Bücher vernichtet werden

Person wühlt sich durch mehrere Bücher
Durch KI vernichten Unternehmen jetzt im großen Stil Bücher Foto: Getty Images
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TECHBOOK Redaktion

18. August 2026, 11:55 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Antiquariate in Deutschland berichten seit Wochen von ungewöhnlich vielen Bestellungen. Gekauft werden nicht selten Bücher, die über Jahre kaum Nachfrage fanden. Die Aufträge erfolgen automatisiert, meist nachts und oft in großer Stückzahl. Hinter den Käufen soll ein großangelegtes Digitalisierungsprojekt namens „Projekt Panama“ für das Training von KI-Systemen stehen.

Hohe Umsätze mit unbeachteten Büchern

Die Bestellungen umfassen teilweise jeweils rund 100 Bücher. Nach Angaben aus der Branche handelt es sich dabei um ganz unterschiedliche Titel, darunter Kochbücher, Biografien, Reiseführer, Sachbücher und Märchensammlungen.

Einige Händler sollen innerhalb weniger Wochen Umsätze von bis zu 50.000 Euro erzielt haben. Auffällig ist dabei, dass häufig Bücher bestellt werden, die zuvor über lange Zeit kaum Käufer fanden.

Der Essener Antiquar Stefan Krüger sagte der „WAZ“, dass er selbst und viele seiner Kollegen entsprechende Bestellungen erhalten hätten. Markus Brandis, Vorsitzender des Verbands Deutscher Antiquare, erklärte: „Viele waren erst skeptisch“. Nachdem die Rechnungen regelmäßig bezahlt wurden, sei deutlich geworden, dass ein sehr finanzstarker Käufer dahinterstehe.

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„Projekt Panama“ zerstört etliche Bücher

Hinweise auf den Hintergrund der Bestellungen liefert ein Bericht der „Washington Post“. Demnach soll das sogenannte „Projekt Panama“ des US-Unternehmens Anthropic zum Ziel haben, möglichst viele gedruckte Bücher zu digitalisieren.

Dafür werden die Bücher laut Bericht zerlegt. Die Buchrücken werden entfernt und anschließend sämtliche Seiten mit Hochleistungsscannern erfasst. Die verbleibenden Buchreste werden entsorgt.

Die digitalisierten Inhalte sollen anschließend als Trainingsmaterial für KI-Systeme dienen. Solche Systeme benötigen große Mengen an Texten, um ihre Modelle weiterzuentwickeln.

Streit um Urheberrechte und Fair Use

Anthropic war bereits vor zwei Jahren verklagt worden. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, Hunderttausende Bücher aus sogenannten Schattenbibliotheken heruntergeladen und damit Urheberrechte verletzt zu haben.

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Der Rechtsstreit wurde außergerichtlich gegen die Zahlung von 1,5 Milliarden Dollar beigelegt. Nach aktueller Rechtsprechung in den USA kann das Training von KI mit legal gekauften Büchern jedoch unter das Prinzip des „Fair Use“ fallen.

Kritik kommt dennoch von Branchenvertretern. „Der Urheber wird bei der Digitalisierung gar nicht mehr gefragt“, sagt Markus Brandis. Rechtliche Schritte seien kaum möglich, da für die Digitalisierung das Recht des Landes gelte, in dem die Bücher eingescannt werden. Ein Buchhändler schrieb dazu in einem Branchenforum: „Ich komme mir vor wie in einem Science-Fiction-Albtraum.“

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