3. Mai 2026, 17:18 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Schulbücher gelten als zentrale Wissensquelle für Kinder und Jugendliche und müssen entsprechend sorgfältig erstellt werden. Ein Verlag aus Kerpen steht nun im Verdacht, genau diese Aufgabe teilweise einer künstlichen Intelligenz überlassen zu haben. Das Ergebnis soll zahlreiche Fehler enthalten.
Auffälligkeiten in Aufgaben und Illustrationen
Betroffen sein sollen Materialien für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf von der 1. bis zur 11. Klasse. Dem „Spiegel“ fiel auf, dass eine Autorin innerhalb von fünf Jahren 34 Arbeitshefte verfasst haben soll – eine ungewöhnlich hohe Zahl.
Bei der Überprüfung der Inhalte zeigten sich mehrere Fehler. So seien Rechenaufgaben in Mathebüchern falsch bebildert und dadurch nicht lösbar. Auch die Illustrationen wirkten auffällig: Laut Verlag stammen sie zwar von einem Zeichner, enthalten jedoch Merkmale, die typisch für frühere KI-Bildgeneratoren sein sollen.
Fehlerhafte Darstellungen in Geschichtsinhalten
Besonders gravierende Probleme sollen in einem Geschichtsbuch für die Klassen 8 bis 11 auftreten. Dort wird Frankreich als Sowjetunion bezeichnet und Russland an der französischen Atlantikküste verortet. Zusätzlich sei ein Bild von Adolf Hitler mit einer verdrehten Version von „Mein Kampf“ enthalten. Auch weitere Illustrationen sollen ungewöhnliche Fehler zeigen, darunter Menschen mit zu vielen Fingern, deformierte Gesichter oder Elefanten ohne Rüssel.
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Identität der Autorin unklar
Die angebliche Autorin „Anni Kolvenbach“ sei für Rückfragen nicht erreichbar und existiere laut Bericht nicht. Das verwendete Foto stamme aus einem Stockfoto-Archiv. Zudem habe sich ein Mann gemeldet, der angibt, zumindest Teile des Geschichtsbuchs unter diesem Pseudonym erstellt zu haben. Die Arbeitshefte seien jedoch nicht von ihm.
Verlag reagiert auf Vorwürfe
Der Kohl-Verlag bestätigte laut Bericht, dass unter dem genannten Pseudonym verschiedene freie Autoren arbeiten. In einer Stellungnahme gegenüber „heise“ teilte der Verlag mit, dass alle beanstandeten Bücher aus dem Programm genommen wurden. Zudem sollen interne Abläufe zur Qualitätssicherung überprüft und verbessert werden. Ob tatsächlich KI bei der Erstellung eingesetzt wurde, bleibt laut Bericht offen.