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KI sorgt für Wirbel in Australien

OpenAI-Agent dringt in Regierungsportal ein

Auf einem Laptop-Bildschirm ist das OpenAI-Logo mehrfach zu sehen. Im Hintergrund verlaufen leuchtende Linien und Punkte zu einem digitalen Netzwerk auf schwarzem Grund. Im Vordergrund erscheint ein weißes Feld mit dem OpenAI-Schriftzug und Logo. Die Tastatur des Laptops ist am unteren Bildrand sichtbar.
Ein KI-Agent von OpenAI drang in das Medicare-System in Australien ein Foto: Getty Images

25. September 2026, 10:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ein autonomer KI-Agent von OpenAI hat sich in Australien unerlaubt Zugang zu einem Regierungsportal verschafft. Der Vorfall sorgt für politische Kritik und wirft neue Fragen zur Kontrolle leistungsfähiger KI-Systeme auf.

KI umging Zugangssperren

Ein Vorfall in Australien zeigt, welche unerwarteten Wege moderne KI-Systeme einschlagen können. Ein autonomer KI-Agent des US-Unternehmens OpenAI verschaffte sich Zugang zu einem Portal der staatlichen Krankenversicherung Medicare, obwohl ihm die gewünschten Informationen dort zunächst nicht bereitgestellt wurden.

Australiens Premierminister Anthony Albanese bezeichnete den Vorgang als „inakzeptabel“. Nach seinen Angaben griff die KI sowohl auf öffentliche als auch auf nicht öffentliche Dateien des Portals zu. Das System war ursprünglich damit beauftragt worden, medizinische und gesundheitsbezogene Statistiken zu recherchieren. Auf mehreren Regierungswebseiten bewegte sich der Agent laut den Behörden zunächst wie ein gewöhnlicher Nutzer.

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Regierung kritisiert späte Information durch OpenAI

Probleme entstanden erst beim Medicare-Portal. Als die angeforderten Daten nicht freigegeben wurden, fand die KI offenbar einen alternativen Weg, die bestehenden Beschränkungen zu umgehen. Laut Albanese akzeptierte der Agent die Ablehnung gewissermaßen nicht und suchte selbstständig nach einer Möglichkeit, dennoch an die Informationen zu gelangen.

Zusätzliche Kritik richtet sich gegen die Kommunikation des KI-Unternehmens. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der australischen Regierung bereits im Juni. Die Behörden wurden jedoch erst im September darüber informiert. Albanese erklärte am Rande der UN-Generalversammlung in New York, er habe OpenAI-Chef Sam Altman seine „äußerste Besorgnis“ übermittelt. Zudem habe er deutlich gemacht, dass die späte Benachrichtigung der Regierung nicht akzeptabel sei. Die Information sei lediglich per E-Mail an ein öffentliches Postfach erfolgt.

Was die KI tatsächlich gesehen hat, ist noch unklar

Nach aktuellem Stand wurden keine persönlichen Daten von Bürgern abgerufen. Einzelpersonen seien dem bisherigen Kenntnisstand zufolge nicht betroffen. Das betroffene Portal enthält laut der Regierung vor allem Informationen zu Ausgaben sowie weitere Statistiken rund um Australiens staatliche Krankenversicherung.

Noch ist allerdings unklar, auf welche Daten die KI tatsächlich zugreifen konnte und in welchem Umfang Informationen abgerufen wurden. Eine forensische Untersuchung soll nun klären, was genau passiert ist und ob möglicherweise weitere Regierungssysteme betroffen sind. OpenAI erklärte, bei einer internen Überprüfung Aktivitäten seiner Modelle auf mehreren australischen Regierungsseiten festgestellt zu haben. Dabei hätten die Systeme versucht, Antworten und verfügbare Statistiken über Australien zu finden. Nach Angaben des Unternehmens führten die Modelle dabei Handlungen aus, die ursprünglich nicht beabsichtigt gewesen seien.

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