25. September 2026, 16:15 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Gefälschte Stellenanzeigen gehören auf LinkedIn offenbar längst zum Alltag. Ein US-Amerikaner hat nach eigenen Angaben zehntausende verdächtige Jobangebote und Profile aufgedeckt.
Seit Ende 2023 untersucht der US-Amerikaner Jay Jones auffällige Stellenanzeigen auf LinkedIn. Nach eigenen Angaben meldete er seitdem rund 60.000 gefälschte Jobangebote und etwa 7000 Profile, die mit Jobbetrug in Verbindung stehen sollen. Angefangen hatte alles nach dem Verlust seines eigenen Arbeitsplatzes. Während der Jobsuche bemerkte er immer wieder verdächtige Angebote und begann, deren Herkunft genauer zu prüfen.
Dabei stieß Jones auf unterschiedliche Betrugsmaschen. Manche Täter erstellen laut den Berichten ganze Netzwerke aus Recruiter-Profilen mit ähnlichen Bildern und Angaben. Zudem locken sie Bewerber auf Fake-Webseiten oder versuchen, sie zu kostenpflichtigen Dienstleistungen zu bewegen. Häufig geht es jedoch darum, persönliche Daten abzugreifen.
Künstliche Intelligenz erhöht den Druck
Nach Beobachtung von Jones setzen die Täter zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Dadurch wirken Nachrichten und Jobangebote deutlich glaubwürdiger als früher. Die Systeme analysieren offenbar Lebensläufe und Karrierewege und erstellen anschließend passende Anschreiben. So entsteht der Eindruck, dass echte Recruiter Kontakt aufnehmen.
Teilweise behaupten die Betrüger, ein Lebenslauf müsse verbessert werden. Anschließend bieten sie kostenpflichtige Hilfe an. In anderen Fällen versuchen sie, an Ausweisdokumente oder weitere persönliche Daten zu gelangen. Zudem tauchen immer wieder Recruiter-Profile mit denselben Fotos, ähnlichen Angaben und fast identischen Profiladressen auf. Das deutet darauf hin, dass die Konten in großer Zahl erstellt werden.
Verifizierte Profile sind kein Garant
Besonders problematisch sind laut Jones gekaperte Nutzerkonten. Die Täter übernehmen demnach inaktive, bereits verifizierte Profile und ändern deren Profildaten. Danach treten sie als Mitarbeiter realer Unternehmen auf, wodurch die Konten auf den ersten Blick glaubwürdig wirken. Gleichzeitig entdeckte Jones Stellenanzeigen auf verifizierten Unternehmensseiten, die Nutzer auf externe Webseiten oder fremde E-Mail-Adressen weiterleiteten.
LinkedIn betont, dass automatische Sicherheitssysteme einen Großteil solcher Aktivitäten erkennen. Nach Unternehmensangaben blockierte die Plattform allein in der zweiten Jahreshälfte 2025 fast 90 Millionen gefälschte Konten. Allerdings passen Betrüger ihre Methoden immer wieder an neue Schutzmaßnahmen an. Deshalb plant LinkedIn weitere Werkzeuge, mit denen Unternehmen falsche Verknüpfungen zu ihren Firmen schneller entfernen können.
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