8. April 2026, 16:32 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Ein Vorwurf gegen das Karriere-Netzwerk LinkedIn sorgt für Diskussionen über Datenschutz und Transparenz. Ein Verein behauptet jetzt, die Plattform analysiere beim Aufruf der Website die im Browser installierten Erweiterungen. Dies geschehe ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer und ohne klare Hinweise in den Datenschutzbestimmungen.
Vorwürfe zum Auslesen von Browser-Erweiterungen
Nach Angaben von Fairlinked soll LinkedIn bei jedem Seitenaufruf prüfen, welche Add-ons im Browser installiert sind. Betroffen seien gängige Programme wie Chrome, Edge, Brave, Opera und Arc.
Da es mehrere tausend Erweiterungen gibt, könnten aus dieser Information detaillierte Nutzerprofile entstehen. Der Verein sieht darin die Möglichkeit, dass Daten analysiert und an Dritte weitergegeben werden.
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Stellungnahme von LinkedIn
LinkedIn weist die Vorwürfe auch BILD-Anfrage zurück und verweist auf die eigene Datenschutzerklärung. Dort werde das Auslesen von Erweiterungen beschrieben. Ziel sei es, problematische Add-ons zu erkennen.
Sarah Wright, Vizepräsidentin für Recht bei LinkedIn, erklärt: „Wir verwenden diese Daten nicht, um sensible Informationen über Mitglieder abzuleiten.“ Stattdessen gehe es darum, zu prüfen, ob Erweiterungen gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.
Wright nennt zudem einen Hintergrund des Konflikts: „Der Betreiber dieser Website wurde wegen Daten-Scraping von LinkedIn gesperrt.“ Der Verein habe daraufhin versucht, rechtlich gegen LinkedIn vorzugehen. „Das Gericht wies die Klage ab und befand sie für unbegründet.“
Möglichkeiten zum Schutz der eigenen Daten
Nutzer, die das Erfassen installierter Erweiterungen vermeiden möchten, können verschiedene Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört der Wechsel zu einem anderen Browser wie Firefox oder Safari.
Auch Sicherheitseinstellungen können helfen. In Brave sollte der Schutz vor Fingerprinting aktiv bleiben. Zusätzlich kann ein separates Browser-Profil ausschließlich für LinkedIn genutzt werden.
Ein weiterer Ansatz ist das Entfernen nicht benötigter Erweiterungen. Dadurch verringert sich die Menge der potenziell auslesbaren Informationen.