In sozialen Netzwerken verbreiten sich derzeit spektakuläre Bilder von den Protesten in Frankreich. Doch einige der vermeintlichen Schnappschüsse zeigen Ereignisse, die so offenbar nie stattgefunden haben.
Ein Mensch im Pink-Panther-Kostüm flüchtet vor einem Wasserwerfer, auf einer weiteren Aufnahme tragen ihn zwei Polizisten davon. Die Bilder sollen während der Demonstrationen in Frankreich entstanden sein. Recherchen von „BBC Verify“ und der spanischen Faktencheck-Redaktion „Newtral“ zeigen jedoch, dass die Aufnahmen mit künstlicher Intelligenz erstellt oder verändert wurden.
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Zur Überprüfung kam unter anderem Googles SynthID Detector zum Einsatz. Das Werkzeug erkennt unsichtbare digitale Wasserzeichen bestimmter KI-Systeme. Beim Wasserwerfer-Bild führte die gefundene Spur zu OpenAI, beim Motiv mit den beiden Polizisten zu Google. Teilweise dienten offenbar echte Aufnahmen früherer Proteste als Grundlage. Auch typische Unstimmigkeiten fallen auf, etwa unleserliche Schrift auf einem Polizeiwagen und ein Wappen, das vom echten Abzeichen der französischen Polizei abweicht.
Auch ein angeblicher Überfall ist fragwürdig
Ein weiteres Bild zeigt ein älteres Paar in Unterwäsche auf der Straße. Begleitet wird die Aufnahme von der Behauptung, Demonstranten in Paris hätten die beiden überfallen und ihnen die Kleidung geraubt. Ob es einen solchen Vorfall tatsächlich gab, ist derzeit unklar. Das kursierende Bild kann ihn jedenfalls nicht belegen.
Auch hier gibt es sichtbare Auffälligkeiten. Der Daumen an der linken Hand der Frau ist ungewöhnlich groß, bei einer vermummten Figur am rechten Bildrand ist nur ein Bein zu sehen. VerificaRTVE untersuchte das Motiv zusätzlich mit SynthID Detector. Demnach wurde es mit KI von Google erstellt oder verändert. Laut „Libération“ lag bei der Pariser Staatsanwaltschaft bislang zudem keine Anzeige zum behaupteten Überfall vor.
So lassen sich verdächtige KI-Bilder prüfen
Solche Beispiele zeigen, wie schwierig die Unterscheidung zwischen echten Aufnahmen und KI-Manipulationen werden kann. Eine Möglichkeit zur Überprüfung ist die Rückwärtssuche mit Google Lens. Sie kann zeigen, wo ein Motiv zuvor aufgetaucht ist und in welchem Zusammenhang es veröffentlicht wurde. Auch Berichte verlässlicher Medien können helfen, behauptete Ereignisse einzuordnen.
Zusätzlich lässt sich wie beschrieben SynthID Detector für die Suche nach digitalen KI-Wasserzeichen nutzen. Allerdings hat auch dieses Verfahren Grenzen: Findet das Werkzeug keine entsprechende Markierung, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Bild echt ist. KI-generierte oder manipulierte Aufnahmen können deshalb trotz technischer Prüfung unerkannt bleiben.
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