20. September 2026, 15:02 Uhr |
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Ein KI-System hat in Spanien erstmals eigenständig einen Cyberangriff auf ein Unternehmen durchgeführt. Die spanische Datenschutzbehörde AEPD sieht darin eine neue Bedrohung, weil Angriffe künftig deutlich schneller ablaufen könnten.
AEPD berichtet vom ersten bestätigten Fall eines autonomen Cyberangriffs durch einen KI-Agenten. Nach Angaben der Behörde setzte ein Angreifer ein System auf Basis eines großen Sprachmodells ein, das verschiedene Schritte eines Hackerangriffs selbstständig ausführte. Der Mensch gab lediglich das Ziel vor, die Ausführung übernahm anschließend die KI.
Ausgangspunkt waren öffentlich zugängliche Dokumente des betroffenen Unternehmens. Darin fand der Agent Zugangsdaten, mit denen er sich in interne Systeme einloggen konnte. Anschließend suchte er nach weiteren Schwachstellen und nutzte eine davon aus. So gelangte das System an zusätzliche Informationen und konnte personenbezogene Daten verändern.
Experten sehen einen Wendepunkt
Für Sicherheitsexperten markiert der Vorfall eine neue Phase der Cyberkriminalität. Gene Moody vom Sicherheitsunternehmen Action1 erklärt, dass KI-Agenten mehrere Ziele gleichzeitig analysieren, unterschiedliche Angriffswege ausprobieren und ihre Strategie fortlaufend anpassen können. Dadurch könnten Angriffe deutlich effizienter werden als bisher.
Auch Aviv Nahum von Above Security warnt vor den Folgen. Klassische Schutzmechanismen seien häufig auf menschliche Angreifer ausgerichtet, die begrenzte Ressourcen und Arbeitszeiten haben. Ein KI-Agent könne dagegen rund um die Uhr arbeiten und Entscheidungen innerhalb von Sekunden treffen. Bereits im Juni hatte deshalb das spanische Nationale Kryptologie-Zentrum CCN vor dem zunehmenden Einsatz von KI in laufenden Angriffskampagnen gewarnt.
Unternehmen müssen ihre Abwehr anpassen
Die AEPD fordert Unternehmen auf, ihre Sicherheitsstrategien an diese Entwicklung anzupassen. Risikoanalysen sollten künftig ausdrücklich KI-gestützte Angriffe berücksichtigen. Gleichzeitig müssten Reaktionszeiten sinken, da menschliche Prozesse gegen automatisierte Angriffe oft zu langsam seien.
Besonders kritisch seien kompromittierte Zugangsdaten. Gelangt ein KI-Agent an ein Konto, könne er sich in kürzester Zeit durch zahlreiche Systeme bewegen. Die Behörde empfiehlt deshalb stärker automatisierte Erkennungs- und Abwehrmechanismen. Der Vorfall zeigt nach Ansicht vieler Experten, dass KI nicht nur bei der Verteidigung von Netzwerken eine immer größere Rolle spielt, sondern zunehmend auch als Werkzeug für Angriffe genutzt wird.
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