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Kagi Small Web

Die Suchmaschine, die Dinge findet, von denen Google nichts weiß

Suchmaschinen-Eingabe über einer Tastatur
Google ist zwar die bekannteste Suchmaschine, doch die kleinen Angebote finden speziellere Websites Foto: Getty Images
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Lars Lubienetzki
Freier Redakteur

31. Mai 2026, 17:41 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Google steht schon länger als Synonym für die Suche nach Inhalten im Netz. Dabei gibt es noch unzählige weitere Suchmaschinen, und regelmäßig kommen neue hinzu. Zu den neueren zählt beispielsweise Kagi Small Web, gestartet im Jahr 2023. Die US-amerikanische Suchmaschine hat sich auf das Aufspüren von Nischenseiten spezialisiert. Warum sich das wie Surfen im Jahr 1996 anfühlt und welcher Sinn dahintersteckt, darüber hat sich TECHBOOK mit den Machern unterhalten.

Bevor Menschen anfingen zu „googeln“, halfen vor über 30 Jahren Webkataloge, interessante Inhalte im neuen Internet zu finden. Das waren von Menschen gepflegte Listen mit Webseiten, kategorisiert nach verschiedenen Themen. Solche Listen gab es sogar in gedruckter Form als Buch. Um eine Seite zu besuchen, war es notwendig, die URL im Browser per Hand einzutippen.

Längst vergangene Zeiten? Mitnichten. Noch heute gibt es solche Online-Schätzchen, beispielsweise Bellnet, „das älteste deutschsprachige Internetverzeichnis“, wie es auf der Website heißt. Bellnet ist online gegangen im Jahr 1995.

Suchen wie in den 1990er-Jahren

Diese nostalgische Art, das Web zu erkunden, hat Kagi mit seinem Small Web aufgegriffen. Einige optische Bedienungselemente erinnern stark an die 1990er-Jahre, doch die angezeigten Inhalte sind aktuell.

Nur findet diese außer Kagi Small Web kaum eine andere Suchmaschine. Denn es handelt sich um private, nichtkommerzielle Webseiten. „Wir zeigen Inhalte aus einem kuratierten, wachsenden Index mit persönlichen Blogs oder Seiten von unabhängigen Kreativen. Aktuell haben wir etwa 35.000 Seiten im Angebot“, antwortet ein Kagi-Sprecher auf Nachfrage von TECHBOOK.

Bei dieser Suchmaschine können alle mitmachen, das ist sogar ausdrücklich gewünscht. Die eingereichten URLs sollten nur bestimmte Kriterien erfüllen, um die Qualität der angezeigten Inhalte möglichst hoch zu halten.

Auf der Kagi-Website steht zu den Auswahlkriterien:

  • Ein Blog sollte mindestens drei Jahre online sein.
  • Es werden derzeit nur englische Webseiten aufgenommen.
  • Die Website sollte viel individuelle Persönlichkeit zeigen und einen hohen Informationswert besitzen.
  • Zudem sollten die Inhalte jugendfrei sein und keine Gewalt oder Nacktheit zeigen.

Ebenso sollte der eingereichte Blog oder die Website möglichst aktuell sein, also regelmäßig neue Inhalte veröffentlichen.

So funktioniert Kagi Small Web

Die Funktionsweise ist simpel. Direkt beim Aufruf von Kagi Small Web taucht der erste Inhalt auf. Mir wird die Seite eines Programmierers angezeigt, der sich in seinem Blog unter anderem mit der Computertechnologie und den Spielen aus den frühen 1990er-Jahren beschäftigt. Das passt ja wie die Nuss in die Schale.

Um weitere Inhalte anzuschauen, reicht ein Klick auf „Next Post“ oben links. Wer möchte, kann auch über „Topics“ auf den nach Themen sortierten Webkatalog zugreifen. Eine Suche per Schlagwort ist auch möglich, funktioniert allerdings nur auf Englisch.

„In unserer Suchmaschine geht es nicht um Werbung oder Reichweite um jeden Preis, sondern um Themen, die jemand wirklich spannend findet“, erläutert der Sprecher von Kagi. „Inhalte, die sich nicht nach Marketing anhören, sondern wo jemand mit echtem Interesse seine Ideen und Leidenschaften mit anderen teilt.“

Auf jeden Fall lohnt es sich. Denn Kagi Small Web befördert wirklich kleine Schätze an die Weboberfläche. Hier gibt es viel zu suchen, allerdings noch viel mehr zu entdecken.

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Der menschlichste Ort im Netz

Google und andere große Suchmaschinenanbieter interessieren sich aufgrund ihres Geschäftsmodells nicht für solche Nischenthemen. „Ein guter Blogbeitrag hat es da oft schwer gegen Inhalte, die nur für Klicks gebaut wurden. So verschwinden unabhängige Stimmen schnell irgendwo weit hinten in den Ergebnissen oder tauchen gar nicht erst auf“, meint der Kagi-Sprecher.

KI ist im Small Web von Kagi ein No-Go. Von daher lohnt sich ein Besuch schon deswegen, um der Flut an KI-generiertem Einheitsbrei für eine Weile zu entfliehen. Vielleicht ist Kagi Small Web genau deswegen vielleicht der menschlichste Ort im Netz. „Die spannendsten und besten Inhalte kommen nun einmal von Menschen, die über ihre Themen oder Hobbys aus Neugier, Können oder echter Begeisterung schreiben. Genau solche Seiten möchten wir ins Schaufenster stellen“, nennt der Sprecher von Kagi die Gründe, warum das Unternehmen mit seiner Suchmaschine einen ganz anderen Weg verfolgt.

Zudem möchte die alternative Suchmaschine ein Zeichen setzen gegen ein Netz, das immer gleichförmiger und mit Werbung zugepflastert wird.

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Kagi Small Web als App oder Add-on

Dank der aktiven Community wächst Kagi Small Web jeden Tag ein Stückchen mehr. Die Suchmaschine funktioniert über das Web. Inzwischen gibt es auch eine App für Android und iOS. Diese verfügt im Vergleich zum Webauftritt über zusätzliche Funktionen. Wer möchte, kann sich das Small Web von Kagi auch als Browser-Add-on herunterladen.

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