12. Oktober 2026, 7:57 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
OpenAI will Texte aus ChatGPT und dem Programmierassistenten Codex in der Europäischen Union schrittweise mit unsichtbaren Wasserzeichen versehen. Die Technik namens textGrain erzeugt durch die Auswahl bestimmter Wörter ein verborgenes Muster, das ein Prüfprogramm erkennen kann. Für Leser bleibt die Markierung unsichtbar. Allerdings ist die Kontrolle nicht zuverlässig, besonders wenn Texte nachträglich verändert wurden oder nur wenige Wörter umfassen.
Verstecktes Muster in der Wortwahl
Ob Bewerbung, Beschwerde oder längerer Beitrag – von ChatGPT erstellte Texte sollen künftig eine maschinell erkennbare Spur enthalten. OpenAI plant, die Wasserzeichen in den kommenden Wochen schrittweise innerhalb der Europäischen Union einzuführen.
Die Technik soll nicht nur bei ChatGPT, sondern auch beim Programmierassistenten Codex eingesetzt werden. textGrain beeinflusst die Auswahl der Wörter so, dass im Text ein verstecktes Muster entsteht. Beim normalen Lesen ist diese Struktur nicht zu erkennen.
Ein spezielles Prüfprogramm kann nach dem Muster suchen und so Hinweise auf die Herkunft eines Textes liefern. Hintergrund ist das europäische KI-Gesetz, das Anbieter wie OpenAI verpflichtet, KI-generierte Texte so zu kennzeichnen, dass Computer die Markierung erkennen können.
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Prüfprogramm bleibt zunächst eingeschränkt
Nutzer können derzeit nicht selbst überprüfen, ob ein Text ein solches Wasserzeichen enthält. OpenAI stellt das Prüfprogramm zunächst nur zugelassenen Forschern und Fachorganisationen zur Verfügung. Interessierte Fachleute können sich seit dem 5. Oktober um einen Zugang bewerben.
Auch Entwickler können abhängig vom verwendeten Modell bereits Zugriff auf die Erkennung erhalten. Das gilt beispielsweise, wenn ChatGPT über eine Programmierschnittstelle, kurz API, in eigene Programme eingebunden wird.
Im Zusammenhang mit dem Umgang persönlicher Informationen wird außerdem auf das Gratis-Tool „AI Paper Trail“ hingewiesen. Es soll sichtbar machen, welche persönlichen Daten Unterhaltungen mit einer KI über Nutzer preisgeben können.
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Erkennung verliert durch Änderungen an Sicherheit
OpenAI begründet den eingeschränkten Zugang mit möglichen Fehlern bei der Prüfung. Das Programm kann vorhandene Wasserzeichen übersehen. Umgekehrt ist auch eine Erkennung möglich, obwohl ein untersuchter Text in Wirklichkeit keine entsprechende Markierung enthält.
Bereits der Austausch einzelner Wörter kann die Suche erheblich erschweren. In einem Test mit englischen Texten erkannte das Programm zunächst rund 92 Prozent der markierten Inhalte. Nachdem zehn Prozent der Wörter durch Synonyme ersetzt worden waren, sank die Trefferquote auf 66 Prozent.
Kurze Texte lassen sich ebenfalls schwerer zuverlässig untersuchen. Ein positiver Treffer beweist zudem nicht, dass der gesamte Inhalt von einer KI stammt. Die Markierung kann auch dann erhalten bleiben, wenn ein Mensch den Text anschließend überarbeitet hat.
Das Wasserzeichen zeigt weder den Umfang der menschlichen Beteiligung noch die Richtigkeit der enthaltenen Aussagen. Ebenso lässt sich damit nicht feststellen, wer ChatGPT für die Erstellung oder Bearbeitung des Textes verwendet hat.