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Wie Apple vor über 40 Jahren den Taschenrechner auf den Mac brachte

Gar nicht selbstverständlich: Der Macintosh 128K – der erste Mac – kam 1984 mit einem integrierten Taschenrechner auf den Markt
Gar nicht selbstverständlich: Der Macintosh 128K – der erste Mac – kam 1984 mit einem integrierten Taschenrechner auf den Markt Foto: Getty Images
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Lars Lubienetzki
Freier Redakteur

17. Januar 2026, 15:37 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ohne einen kreativen Trick hätte sich die Entwicklung des Macintosh-Computers von Apple in den frühen 1980er Jahren vermutlich unnötig in die Länge gezogen. Schuld daran: Ein Taschenrechner-Design, das den kreativen Kopf von Apple, Steve Jobs, nun ja, nicht gerade begeisterte.

Chris Espinosa gehörte schon seit seinem 14. Lebensjahr zum Apple-Team. Damals, Mitte der 1970er Jahre, hatte das junge Unternehmen seinen Firmensitz noch in der Garage der Eltern von Steve Jobs.

So machte der junge Ingenieur Chris Espinosa bei Apple früh Karriere. Folgerichtig wurde er zu Beginn der 1980er Jahre ins Team berufen, das sich um die Entwicklung des Macintosh-Rechners kümmern sollte. Mit diesem Computer wollte Apple den aufstrebenden PC-Markt ordentlich aufmischen.

Junger Ingenieur bastelte am Taschenrechner

Zu den Aufgaben von Chris Espinosa gehörte unter anderem die technische Dokumentation. Zudem nutzte er das Apple-Programm Quickdraw, um erste Designs für Benutzeroberflächen zu erarbeiten.

Dabei kommt dem jungen Mitarbeiter die Idee, das Design für einen Taschenrechner auf dem Macintosh zu erstellen. Er probierte verschiedene Entwürfe und entschied sich am Ende für ein Design, das er dem „ästhetischen Kompass“, also Steve Jobs, vorstellte. So berichtet es der ehemalige Apple-Mitarbeiter Andy Hertzfeld in seinem Blog Folklore.

Bei der Vorstellung des Taschenrechner-Designs waren Hertzfeld und Espinosa noch andere Apple-Mitarbeiter dabei. Die hielten nach der Präsentation des Mac-Taschenrechners den Atem an. Gespannt wartete die Entwicklergruppe auf Steve Jobs Reaktion.

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Steve Jobs legte selbst Hand an

Der antwortete zunächst wortkarg, sprach von einem Anfang, um dann gnadenlos direkt das Design als „Mist“ zu bezeichnen. Davon ließ sich sein junger Mitarbeiter allerdings nicht entmutigen. Chris Espinosa versprach, solange am Design zu basteln, bis Steve Jobs sein Okay geben würde.

Doch Steve Jobs galt als schwer überzeugbar. Daher verbrachte Chris Espinosa Stunde um Stunde am Rechner, auf der Suche nach dem perfekten Taschenrechner-Design. Doch keiner der weiteren Entwürfe sorgte bei Steve Jobs für ein Kopfnicken.

Also überlegte sich der junge Ingenieur einen kreativen Trick. Er schrieb ein Programm. Dieses präsentierte er als „Steve Jobs ‚Bau Dir Deinen eigenen Taschenrechner‘-Design-Baukasten“. Dieser lustige Seitenhieb beeindruckte den kreativen Kopf von Apple mächtig.

Steve Jobs spielte direkt mit dem digitalen Baukasten herum. Nach knapp zehn Minuten hatte er ein Design gefunden, das seinen ästhetischen Ansprüchen genügte. Dieser Taschenrechner schaffte es dann genauso auf den 1984 vorgestellten Macintosh-Computer.

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Taschenrechner-Funktion immer einfacher

Der erste Macintosh-Taschenrechner blieb auch auf den nachfolgenden Rechner-Generationen nahezu unverändert im Apple-Betriebssystem verankert. Erst 2001, mit der Vorstellung des Betriebssystems Mac OS X, bekam der Taschenrechner eine optische Auffrischung.

Bis heute gibt es eine Taschenrechner-Funktion auf den Apple-Computern. Die Bedienung hat sich immer weiter vereinfacht. Inzwischen können simple Berechnungen auch direkt über die intelligente Apple-Suche Spotlight erledigt werden.

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Welche Evolutionsstufen der Apple-Taschenrechner seit dem Jahr 1984 durchlaufen hat, zeigt das Video. Chris Espinosa arbeitet immer noch bei Apple. Er ist inzwischen der dienstälteste Mitarbeiter des Unternehmens.

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