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PhotoCraft statt Photoshop?

KI ermöglicht kostenlose Adobe-Alternativen

Die Adobe Creative Cloud ist eine kostspielige Pflicht-Software für viele Kreative
Die Adobe Creative Cloud ist für viele Kreative eine kostspielige Plicht-Software Foto: Getty Images

14. Oktober 2026, 16:06 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Photoshop ohne Adobe-Abo nutzen? Ein Open-Source-Projekt macht es möglich und zeigt, wie sehr KI die professionelle Softwareentwicklung verändern könnte. Unter dem Namen „ArtCraft“ sind mehrere Programme entstanden, die sich stark an bekannten Anwendungen von Adobe orientieren. Sie sind kostenlos verfügbar und sollen ohne Originalcode entwickelt worden sein.

Dazu zählen PhotoCraft, FilmCraft und LightCraft. Als Vorbilder dienen offenbar Photoshop, Premiere Pro und Lightroom. Die Ähnlichkeit geht dabei weit über die Namen hinaus. Vor allem die Benutzeroberflächen erinnern stark an die Bedienmenüs der Adobe-Programme. Nutzer, die Photoshop kennen, dürften sich bei PhotoCraft schnell zurechtfinden.

KI hilft beim Nachbau

Die Entwickler sprechen von einer Clean-Room-Reimplementierung. Dabei wird eine Software unabhängig nachgebaut, ohne ihren ursprünglichen Quellcode zu übernehmen. Für die Entwicklung sollen unter anderem Claude von Anthropic und die Programmiersprache Rust zum Einsatz gekommen sein. Einen vollständigen Ersatz für die Adobe-Originale bieten die Programme allerdings noch nicht. Bestimmte Funktionen fehlen. Dazu zählen beispielsweise generative KI-Werkzeuge zur Bildbearbeitung.

Auch Microsoft-Programme im Visier

Adobe-Software ist offenbar nicht das einzige Ziel im Visier der Nachahmer. Weitere Projekte orientieren sich an Microsoft Word, PowerPoint und Excel. Sie heißen WordCraft, DeckCraft und GridCraft. Mit CADCraft ist zudem eine Alternative geplant, die sich an AutoCAD orientiert.

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Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, wie die Hersteller der Originalsoftware reagieren. Entscheidend dürfte unter anderem sein, ob bei der Entwicklung tatsächlich kein geschützter Programmcode übernommen wurde.

Schon jetzt zeigt ArtCraft aber, welche Möglichkeiten KI-Tools Entwicklern eröffnen. Wenn sich komplexe Anwendungen damit deutlich einfacher nachbauen lassen, könnte der Markt für professionelle Software künftig erheblich mehr Konkurrenz bekommen. Ähnliche Entwicklungen finden sich in der Gaming-Branche, wo findige User mithilfe der KI ganze Spielmechaniken zwischen verschiedenen Titeln kreuzen. Dabei handelt es sich aber auch immer wieder um eine rechtliche Grauzone, bei der sich die Frage stellt, ob Urheberrechte verletzt werden.

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