Die EU-Kommission möchte unabhängiger von Microsoft werden und führte deshalb im Sommer 2026 Element Pro als souveräne Ausweichlösung zu Microsoft Teams ein. Doch das Tool stößt intern auf massive Ablehnung.
In einem internen Forum, das dem Nachrichtenportal Politico (gehört wie TECHBOOK zu Axel Springer) vorliegt, äußern sich mehrere EU-Beamte vernichtend über die neue Software. Ein Mitarbeiter bezeichnete Element Pro als „absoluten Scheiß“, ein anderer stellte die Frage, wo denn der Mehrwert liege. Auch eine Warnung findet sich in den Kommentaren: Die USA würden „den Krieg sofort gewinnen“, falls sie beschließen sollten, ihre Technologien abzuschalten.
Element Pro soll Systeme unabhängig machen
Nicht alle sehen Element Pro nur negativ. Einige Mitarbeiter weisen darauf hin, dass die neue Lösung auf eigenen Servern der EU‑Kommission läuft – anders als Teams, das auf Microsofts Cloud basiert. Bei Teams gebe es nur die Garantie von Microsoft selbst, dass der Konzern nicht hineinschaue, so ein Kommentar. Mit Element Pro habe man dagegen direkte Kontrolle über Daten und Systeme.
Matthew Hodgson, Chef von Element, räumte gegenüber Politico ein, dass Umstellungen schwierig seien – besonders bei einem so verbreiteten Programm wie Teams. Es gebe unvermeidliche Anfangsschwierigkeiten. Element unterstütze die EU während der Einführung und nehme alle Rückmeldungen ernst.
Warum Element Pro eingeführt wurde
Die EU-Kommission reagiert mit der neuen Software auf wachsende Sorgen um digitale Souveränität. Ein konkreter Anlass war ein Vorfall im Jahr 2025: Damals verlor Karim Khan, Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, nach US-Sanktionen von Donald Trump den Zugang zu seinem Microsoft-E-Mail-Konto. Der Strafgerichtshof wechselte daraufhin zur deutschen Suite openDesk.
Element Pro bietet Audio- und Videoanrufe, Dateifreigabe und projektbezogene Chatkanäle – ähnlich wie Teams. Das britische Unternehmen Element entwickelt die Software auf Basis des offenen Matrix-Protokolls. Die Technologie wird bereits von der NATO, der französischen Staatsverwaltung (Tchap) und der Bundeswehr (BwMessenger) genutzt.
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