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Copilot liest vertrauliche Mails trotz Sperre

Smartphone mit Copilot-Logo
Copilot liest vertrauliche E-Mails mit Foto: SOPA Images/LightRocket via Getty Images
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Manuel Bauer

23. Februar 2026, 17:35 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Microsofts KI-Assistent Copilot kann E-Mails automatisch zusammenfassen. Das spart Zeit und reduziert den Leseaufwand im Arbeitsalltag. Dafür muss das System jedoch den Inhalt der Nachrichten lesen. Die Verarbeitung der Daten erfolgt auf externen Cloud-Servern. Gerade bei sensiblen Inhalten kann das problematisch sein. Das betrifft vertrauliche Geschäftsdaten genauso wie private Informationen.

Microsoft bietet deshalb die Möglichkeit, bestimmte E-Mails als vertraulich zu kennzeichnen. Copilot soll auf diese Nachrichten dann keinen Zugriff haben. Doch genau hier gab es offenbar einen Fehler.

Technischer Fehler im Work-Tab-Chat

Wie die Website „Bleeping Computer“ unter Berufung auf einen Eintrag in Microsofts Administratoren-Portal berichtet, konnte Copilot im Work-Tab-Chat der Microsoft-365-Suite als vertraulich eingestufte Mails lesen und zusammenfassen. Betroffen waren Nachrichten in den Ordnern „Gesendete Objekte“ und „Entwürfe“.

Ein Work-Tab-Chat ist ein Arbeitsbereich innerhalb von Microsoft 365, in dem Copilot Aufgaben unterstützt. Laut Bericht verarbeitet Copilot E-Mails mit Vertraulichkeitsmarkierungen fehlerhaft. Das bedeutet, dass die Schutzfunktion nicht wie vorgesehen griff. Microsoft informiert aktuell betroffene Unternehmen über das Problem. Der Konzern weist darauf hin, dass der KI-Assistent entsprechende Mails falsch verarbeitet hat.

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Problem offenbar seit Januar bekannt

Ganz neu ist der Fehler offenbar nicht. Erste Berichte über das Phänomen tauchten bereits im Januar 2026 auf. Nach eigenen Angaben arbeitet Microsoft schon seit Anfang Februar an einer Lösung. Ob der Fehler inzwischen vollständig behoben ist, bleibt unklar. Ebenso ist nicht bekannt, wie viele Unternehmen und Personen tatsächlich betroffen sind. Microsoft teilt mit, dass sich die Entwickler derzeit mit betroffenen Firmen austauschen. Ziel ist es, die Wirksamkeit bereits eingeleiteter Maßnahmen zu prüfen.

Einen konkreten Zeitplan für eine finale Lösung gibt es bislang nicht. Microsoft wird diesen bekannt geben, sobald er verfügbar ist. Die entsprechende Angabe stammt vom 11. Februar 2026, seither gibt es keine neuen Informationen.

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Kritik an weitreichendem KI-Zugriff

Der weitreichende Zugriff moderner KI-Assistenten auf Daten und Rechner sorgt regelmäßig für Kritik. Datenschützerinnen und Datenschützer warnen davor, dass sensible Informationen ungewollt verarbeitet oder weitergegeben werden könnten.

Zugleich entstehen durch solche Systeme neue potenzielle Angriffsflächen. Angreifer könnten versuchen, über KI-Funktionen in Systeme einzudringen. Der aktuelle Vorfall rund um Copilot zeigt, wie wichtig funktionierende Schutzmechanismen sind.

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