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Laptop- und Konsolenhersteller betroffen

Größter Chip-Fertiger der Welt rechnet noch bis 2022 mit Lieferengpässen

Probleme bei der Fertigung von Silizium-Platten führt zu Chip-Lieferengpässen
Durch Engpässe bei der Fertigung sind Silizium-Chips weltweit MangelwareFoto: Getty Images

Die globale Knappheit an Silizium-Chips hält. Nicht nur PC-Teile und Konsolen sind betroffen, sondern auch Autohersteller.

Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC will alles tun, um die weltweiten Chip-Lieferengpässe zu bekämpfen. Trotzdem könne die Knappheit noch bis in das nächste Jahr anhalten, sagte Firmenchef C.C. Wei am Donnerstag. TSMC habe neue Grundstücke und Ausrüstung gekauft sowie Tausende Mitarbeiter eingestellt und bereits mit der Errichtung neuer Werke begonnen. In den kommenden drei Jahren würden 100 Milliarden Dollar in den Ausbau der Kapazitäten gesteckt. Wei rechnet damit, dass Kunden verstärkt ihre Lager auffüllten, um sich künftig besser vor Unsicherheiten zu schützen.

Chip-Lieferengpässe betreffen vor allem Computer- und Autoindustrie

Zunächst hatte der Halbleiter-Engpass vor allem Autobauer unter Druck gesetzt, betrifft aber inzwischen auch die Produzenten von Smartphones, Laptops, PC-Komponenten wie Grafikkarten und CPUs, Spiele-Konsolen wie die PS5 und anderen Geräten. Die Chip-Lieferengpässe führen zu geringer Verfügbarkeit und damit zu extrem hohen Marktpreis. Besonders stark betroffen ist die Gaming-Industrie. Geräte wie die PS5 und Grafikkarten werden teilweise für das Drei- bis Vierfache ihres empfohlenen Verkaufspreis gehandelt.

Der Chef des Chip-Herstellers Intel, Pat Gelsinger, hat kürzlich in einem Interview gesagt, es werde Jahre dauern, bis die Knappheit abebbe. Das US-Unternehmen hat bereits angekündigt, verstärkt selbst zu produzieren und in Konkurrenz zu TSMC in die Auftragsfertigung einzusteigen.

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Im ersten Quartal profitierte TSMC von der hohen Nachfrage nach leistungsstarken Halbleitern für den gestiegenen Bedarf an Technik in Homeoffice-Zeiten. Der Gewinn kletterte um fast ein Fünftel auf 139,7 Milliarden Taiwan-Dollar (umgerechnet 4,1 Milliarden Euro). Der Konzern stellt unter anderem auch Komponenten für das neue iPhone von Apple sowie Qualcomm her. Der Gewinn fiel höher aus als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg um ein Viertel auf bisher nie erreichte knapp 10,8 Milliarden Euro.

Inzwischen kommt TSMC auf eine Marktbewertung von mehr als 550 Milliarden Dollar und ist damit mehr als doppelt so viel wert wie Intel. Der Konzern liegt auch vor dem südkoreanischen Technologiegiganten Samsung Electronics.

Mit Material von reuters.