17. Februar 2026, 8:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Das Landgericht München verhängte ein Verkaufsverbot für Acer und Asus in Deutschland. Grund ist ein gewonnener Patentstreit von Nokia.
Ein aktuelles Gerichtsurteil hat bedeutende Auswirkungen auf den deutschen PC-Markt. Die Hersteller Acer und Asus dürfen derzeit keine Notebooks und Desktop-Rechner in Deutschland verkaufen. Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit dem finnischen Unternehmen Nokia, das vor dem Landgericht München I einen Sieg errungen hat. Die Entscheidung betrifft zwei der größten PC-Hersteller weltweit und führt zu erheblichen Einschränkungen im Vertrieb.
Acer und Asus mit Patentverletzung
Das Gericht stellte fest, dass Acer und Asus das Nokia-Patent EP 2 661 892 verletzen. Dieses Patent ist für den Videostandard H.265 relevant, der in vielen modernen Computern zur effizienten Komprimierung und Wiedergabe hochauflösender Videos eingesetzt wird. Eine Lizenz für die Nutzung dieser Technik besitzen die Hersteller nicht, was zu dem Urteil führte.
Der H.265-Standard ist ein wesentlicher Bestandteil moderner Multimedia-Anwendungen. Er wird häufig bei Streaming-Diensten und der Wiedergabe von hochauflösenden Inhalten verwendet.
Gericht verhängt Verkaufsverbot
Aufgrund der Patentverletzung hat das Gericht eine Unterlassungsverfügung erlassen. Diese verbietet den Verkauf, Import und Vertrieb der betroffenen Geräte in Deutschland. Acer und Asus haben sich bislang nicht auf die von Nokia geforderten Lizenzbedingungen eingelassen. Daher sei das Vertriebsverbot der einzige verbleibende Schritt, bis eine Einigung oder Lizenzierung erfolgt.
Verstöße gegen diese Verfügung könnten mit erheblichen Ordnungsgeldern geahndet werden. Der Verkauf bestehender Lagerbestände ist jedoch weiterhin erlaubt.
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Auswirkungen auf Kunden und Händler
Das Urteil bringt vor allem Unsicherheit für Kunden mit sich. Händler dürfen ihre bestehenden Bestände noch verkaufen, doch ohne eine Einigung könnten bestimmte Modelle bald nicht mehr erhältlich sein. Acer hat bestätigt, den Vertrieb der betroffenen Produkte vorübergehend eingestellt zu haben, wie unter anderem „PC-Welt“ berichtet.
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Die deutschen Webseiten von Acer und Asus sind derzeit nicht regulär erreichbar. Andere Produktkategorien wie Monitore und Zubehör sind weiterhin verfügbar, obwohl die Acer-Webseite derzeit keine Inhalte zeigt.
Vergleichbare Streitfälle
Dieser Fall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen ein, die Nokia in den letzten Jahren gegen verschiedene Elektronikhersteller geführt hat. In der Vergangenheit kam es zu ähnlichen Konflikten mit den Smartphone-Herstellern Oppo und Vivo sowie bei Streaming-Hardware mit Anbietern wie Amazon. Diese Streitigkeiten endeten letztlich in Lizenzvereinbarungen mit Nokia, was die Wiederaufnahme des regulären Verkaufs der betroffenen Produkte ermöglichte.