Apple startet Siri AI – doch Millionen Nutzer gehen leer aus
Apple stellte auf der WWDC 2026 mit Siri AI seine neue KI vor.
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Rainer Schuldt
8. Juni 2026, 21:23 Uhr |
Lesezeit: 3 Minuten
Auf der WWDC 2026 hat Apple seine bislang größte KI-Offensive vorgestellt. Im Mittelpunkt steht die neue Siri AI. Ausgerechnet Nutzerinnen und Nutzer in der EU müssen darauf jedoch vorerst verzichten.
Siri wird zum echten KI-Assistenten
Die wichtigste Ankündigung der WWDC 2026 ist Siri AI. Apple verabschiedet sich damit vom klassischen Sprachassistenten und macht Siri zu einem KI-System, das deutlich natürlicher mit Nutzern kommunizieren soll. Die neue Version kann längere Gespräche führen, den Kontext einer Unterhaltung behalten und auf frühere Aussagen Bezug nehmen. Auch Stimme und Sprechweise lassen sich individuell anpassen.
Besonders spannend ist die neue „Screen Awareness“-Funktion. Siri erkennt, welche Inhalte gerade auf dem Display zu sehen sind, und kann direkt darauf reagieren. Dazu kommt eine eigenständige Siri-App, die Gesprächsverläufe speichert und über iCloud zwischen Apple-Geräten synchronisiert. Außerdem analysiert Siri Bilder und Kamerainhalte, erkennt Objekte und beantwortet Fragen dazu. Laut Apple werden Anfragen entweder direkt auf dem Gerät oder über die besonders geschützte Infrastruktur „Private Cloud Compute“ verarbeitet.
Die große Überraschung folgte zum Ende der Präsentation: Siri AI erscheint vorerst nicht auf iPhones und iPads in der Europäischen Union. Apple macht dafür den Digital Markets Act (DMA) verantwortlich. Nach Ansicht des Konzerns würden die EU-Vorgaben verlangen, konkurrierenden KI-Systemen weitreichenden Zugriff auf persönliche Daten und Gerätefunktionen einzuräumen, was Datenschutz- und Sicherheitsrisiken mit sich bringe.
Eigene Lösungsvorschläge seien von der EU-Kommission abgelehnt worden. Einen Termin für die Einführung von Siri AI auf iPhone und iPad in Europa nennt Apple daher nicht. Komplett leer gehen EU-Nutzer allerdings nicht aus: Auf dem Mac, der Apple Watch und der Vision Pro soll Siri AI auch in Europa verfügbar sein.
iOS 27 und macOS 27 setzen auf KI und Feinschliff
Neben Siri AI hat Apple auch iOS 27 und macOS 27 vorgestellt. Große Design-Revolutionen bleiben aus, stattdessen stehen Leistungsverbesserungen und KI-Funktionen im Mittelpunkt. Das „Liquid Glass“-Design erhält einen Regler, mit dem Nutzer die Transparenz der Oberfläche individuell anpassen können. Gleichzeitig halten neue Apple-Intelligence-Funktionen Einzug in Apps wie Safari, Fotos und die Passwortverwaltung.
Auch der Kinderschutz wird ausgebaut. Eltern können Kinderkonten einfacher verwalten, App-Nutzung einschränken und neue Kontakte freigeben. Die Bildschirmzeit-Funktion erhält zusätzliche Werkzeuge zur Steuerung von Spielen, sozialen Netzwerken und Unterhaltungs-Apps. Auf dem Mac markiert macOS 27 „Golden Gate“ zudem das Ende der Intel-Ära: Neue Funktionen gibt es nur noch für Geräte mit Apple Silicon. Die WWDC 2026 zeigt damit klar, wohin die Reise geht: Künstliche Intelligenz wird künftig das Zentrum des gesamten Apple-Ökosystems bilden.
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