Deutsche Netzbetreiber beschwichtigen

Auch nach Brexit vorerst keine Roaming-Gebühren in Großbritannien

Frau mit Smartphone in London vor dem Big Ben
Die Handy-Nutzung in Großbritannien soll auch nach dem Brexit nicht teurer werden
Foto: Getty Image

Obwohl der Brexit immer näher rückt, sind die Rahmenbedingungen für den Austritt von Großbritannien aus der EU noch immer nicht geklärt. Doch was bedeutet das für Reisende? Müssen sie dann wieder Roaming-Gebühren für die Handy-Nutzung im Ausland befürchten? TECHBOOK klärt auf.

Seit die EU-Roaming-Verordnung am 15. Juni 2017 in Kraft getreten ist, zahlen Reisende im EU-Ausland für die Handy-Nutzung keine Roaming-Kosten mehr. Das heißt, Telefonate, der Versand von SMS sowie das Surfen im Internet kosten genauso viel wie im Heimatland. Bislang galt diese Regelung auch für Großbritannien und Nordirland. Doch was passiert, wenn das Vereinigte Königreich aus der EU austritt? Müssen Reisende nach dem Brexit mit höheren Mobilfunkgebühren rechnen?

Deutsche Netzbetreiber beschwichtigen

Die Deutsche Telekom gab gegenüber der Deutschen Presseagentur beispielsweise bekannt, dass sich für Reisende auch bei einem ungeregelten Brexit erst einmal nichts ändern werde. Zwar sind die Rahmenbedingungen für den EU-Austritt noch immer ungeklärt, doch wolle man an der bisherigen Regelung festhalten. Bereits jetzt umfasst die EU-Roaming-Regelung der Telekom auch Länder, die nicht zur Europäischen Union gehören – darunter beispielsweise Norwegen, die Schweiz und Island.

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Ähnlich wie die Telekom äußerte sich auch Vodafone. Der Netzbetreiber wolle Großbritannien auch nach dem Brexit weiterhin in seine EU-Roaming-Regelung inkludieren, solange das Land sich nicht anderweitig äußere und einen Austritt aktiv anstoße. Vodafone schließt bereits jetzt einige Nicht-EU-Länder wie Norwegen, Island und Liechtenstein in seine Roaming-Verordnung mit ein und erlaubt dort somit die Handy-Nutzung ohne Zusatzkosten.

Der dritte große deutsche Netzbetreiber Telefónica/O2 wurde in seinem Statement zu den Brexit-Folgen etwas konkreter. Mit dem Austritt aus der EU würde Großbritannien demnach in eine andere Länderzone eingestuft, so eine Sprecherin. Für Länder der Weltzone 2 und 3 fallen in der Regel deutlich höhere Kosten für Gesprächsminuten, SMS und das mobile Internet an. Allerdings wolle O2 auf diese erst einmal verzichten. 

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No-Deal-Brexit mit weitreichenden Folgen

Wie die Regelung nach diesem Stichtag bei O2 aussehen könnte, verrät der Provider nicht. Hier müssen die Rahmenbedingungen für einen EU-Austritt abgewartet werden, die die britische Regierung derzeit mit der EU verhandelt. Sollte es im schlimmsten Fall zu einem No-Deal-Brexit – einem ungeregelten Austritt aus der EU – kommen, hätte Großbritannien mit weitreichenden Folgen zu kämpfen. Denn in diesem Fall verlöre das Land auf einen Schlag den Zugang zu vielen wichtigen EU-Institutionen und Regelungen, was sich auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Versorgung innerhalb des Landes negativ auswirken könnte.