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Kamera, Akku, Design ...

Was ist Käufern beim Smartphone am wichtigsten?

Marktforschung zu Vorlieben beim Smartphone-Kauf
Die Hauptmerkmale, auf die Kaufinteressierte beim neuen Smartphone achten, hat eine Umfrage von Bitkom Research herausgefunden.Foto: Getty Images

Was vielen beim Kauf eines neuen Smartphones als erstes einfällt, sind Dinge wie die Kameraqualität, Akkulaufzeit und Leistung. Doch es gibt Merkmale, die eine noch wichtigere Rolle spielen.

Smartphones sind ein Milliardenmarkt in Deutschland. Jedes Jahr werden hierzulande mehr als 20 Millionen Endgeräte verkauft. Doch worauf achten Smartphone-Interessierte überhaupt am meisten beim Kauf eines neuen Geräts?

Marktstudie zeigt Vorlieben beim Smartphone-Kauf

Eine aktuelle Marktanalyse von Bitkom Research aus dem Jahr 2021 befasst sich mit Smartphones. Das Unternehmen ist eine Tochter des Digitalverbands Deutschland. Besonders hat uns dabei die Umfrage interessiert, welche Merkmale beim Smartphone-Kauf am wichtigsten sind. Dafür wurden 789 Personen im Alter über 16 Jahren befragt.

Die Umfrage ist in die Kategorien Display, Akku, Leistung, Funktionen und Allgemein unterteilt. In jeder Kategorie sollten die Befragten beurteilen, wie wichtig ihnen einzelne Merkmale beim Smartphone-Kauf sind. Es waren Mehrfachantworten möglich, sodass die Befragten mehr als ein Merkmal als „sehr wichtig“ oder „eher wichtig“ einschätzen konnten.

Display

Mit Abstand am wichtigsten ist den Befragten nicht etwa die Auflösung oder Helligkeit des Displays, sondern die Robustheit. 91 Prozent geben ein robusteres Bildschirmglas als das Hauptmerkmal beim Smartphone-Kauf an. Erst danach folgt die Bildschirmqualität mit 82 Prozent, wobei nicht genau aus der Umfrage hervorgeht, was genau mit „Qualität“ gemeint ist. Ob Auflösung, Helligkeit, LCD oder OLED und Zusatzmerkmale wie HDR abgefragt wurden, ist unklar.

Die Displaygröße ist immerhin bei drei von vier Befragten (73 Prozent) ein Merkmal, das beim Kauf entscheidend ist. Und fast ein Drittel (29 Prozent) gibt an, dass ein Falt-Display wie im Galaxy Z Fold 2 oder Motorola Razr 5G ausschlaggebend sei.

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Akku

Wie zu erwarten ist die Akkulaufzeit mit 88 Prozent das wichtigste Kaufmerkmal in der Umfrage. Interessanterweise wurde jedoch nicht abgefragt, ob auch das schnelle Laden eine Entscheidung spielen könnte. Mittlerweile können vereinzelte Smartphones innerhalb von 30 Minuten komplett aufladen.

Auch kabelloses Laden spielt eine Rolle beim Kauf. Immerhin 71 Prozent gaben an, darauf zu achten. Mittlerweile haben auch günstigere Smartphones oft verbaute Spulen zum kabellosen Laden. Allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. Einige Geräte können kabellos schneller Laden als andere mit Kabel. Auch unterstützen viele Smartphones „Reverse Wireless Charging“ zum Aufladen anderer Geräte, wie etwa Earbuds.

Leistung

Die Ergebnisse in der Kategorie Leistung scheinen etwas aus der Reihe zu fallen. Hier wurden Merkmale wie Speicherplatz, Kameraqualität und Wasserdichtigkeit abgefragt, die unseres Erachtens nur bedingt etwas mit der Leistung eines Smartphones zu tun haben. Hier wäre eher interessant gewesen, ob Kaufinteressierte tatsächlich auf die Prozessor-Chips und den Arbeitsspeicher von Flaggschiff-Geräten achten.

80 Prozent der Befragten geben den Speicherplatz als ein Hauptmerkmal beim Smartphone-Kauf an. 68 Prozent achten auf die Kameraqualität. Für immerhin zwei Drittel (65 Prozent) spielt es eine Rolle, ob ein Smartphone vor Wassereindringen geschützt ist. Mittlerweile haben viele Premium- und auch Mittelklassesmartphones ein IP-Rating, das den Schutz vor Staub und Wasser angibt.

Funktionen

Im Vergleich zu den vier anderen Kategorien, spielen die Funktionen bei den Befragten anscheinend nur eine untergeordnete Rolle. Interessant ist jedoch, dass gerade 5G-Unterstützung mit 63 Prozent an erster Stelle steht. Das ist insofern verwunderlich, als dass 5G in Deutschland bislang noch in den Kinderschuhen ist. Erst jetzt fangen die Provider damit an, ein eigenes 5G-Netz aufzubauen.

Etwas über die Hälfte der Befragten (54 Prozent) geben an, dass ein Smartphone Dual-SIM-fähig sein sollte. Bei der Entsperrmethode ist überraschenderweise die Gesichtserkennung mit 57 Prozent populärer als der Fingerabdrucksensor (47 Prozent).

Allgemein

In dieser Kategorie bestätigen die Befragten die Präferenz, die sich schon beim Display abgezeichnet hat. 91 Prozent geben an, dass die Verarbeitungsqualität besonders wichtig sei. Auch der Preis ist für 88 Prozent ein Kaufmerkmal. Nur etwas weniger als die Hälfte (55 Prozent) macht den Smartphone-Kauf abhängig von der Herstellermarke.

Statista-Grafik zu wichtigen Merkmalen beim Smartphone-Kauf
Besonders die Robustheit und Verarbeitung sind beim Smartphone-Kauf anscheinend von hoher BedeutungFoto: Statista

Preis

In einer weitere Umfrage (789 Teilnehmende) wurde noch genauer auf den Preisaspekt beim Kauf eingegangen. Ein Viertel, die Mehrheit der Befragten, gibt an, maximal 100-199 Euro für ein neues Smartphone ausgeben zu wollen. Dicht dahinter ist die Preisklammer 200-299 Euro mit 21 Prozent. Nah beieinander liegen die Angaben 300-499 Euro (15 Prozent), 1-49 Euro (13 Prozent) und 50-99 Euro (12 Prozent). Nur 6 Prozent der Befragten sind bereit, 500 Euro und mehr für ein neues Smartphone auszugeben. 3 Prozent wollen gar kein Geld für ein neues Gerät aufbringen.

Auch Nachhaltigkeit spielt Rolle beim Smartphone-Kauf

Bitkom Research hat in der Marktanalyse außerdem auch den Nachhaltigkeitsaspekt aufgegriffen. In einer gesonderten Umfrage mit 762 Teilnehmenden gaben 79 Prozent an, dass ihnen Nachhaltigkeit beim Smartphone-Kauf „sehr wichtig“ sei. 13 Prozent halten diesen Aspekt für „eher wichtig“ und 2 Prozent sind unentschlossen. Nur für 6 Prozent ist Nachhaltigkeit „eher nicht wichtig“ und gerade mal 1 Prozent hält sie für „überhaupt nicht wichtig“.

Der Hauptgrund, warum man sich ein neues Smartphone zulegt, ist die sinkende Akkulaufzeit des alten Geräts. Das ergab eine Umfrage von Bitkom Research mit 610 Teilnehmenden. Zweithäufigste Ursache ist defekter Bildschirm. Erst an dritter Stelle geben Befragte an, dass sie einfach immer das neuste Modelle haben wollten.