iPhone Xs und Xr haben sie schon

Die 4 wichtigsten Fragen zum SIM-Nachfolger eSIM

Das neue iPhone Xr
Auch das hier gezeigte und erst Ende Oktober erhältliche iPhone Xr wird über eine fest eingebaute eSIM verfügen. Doch das bringt derzeit kaum Vorteile.
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Die neuen iPhones Xs/Xs Max sowie das Xr haben zusätzlich zur klassischen SIM-Karte eine sogenannten eSIM eingebaut. Doch was ist eine eSIM, welche Mobilfunkbetreiber unterstützen sie und wie profitiert der Nutzer davon? TECHBOOK hat alles Wissenswerte rund um die eSIM versammelt.

Zum ersten Mal bietet Apple in seinen neuen iPhones die Dual-SIM-Technologie an. Das ist zunächst nichts komplett Neues, denn viele Smartphone-Hersteller haben mittlerweile Geräte auf dem Markt, die über zwei SIM-Karten-Slots verfügen. Hier finden Sie unsere Auswahl: Das sind die 8 besten Dual-SIM-Smartphones

Allerdings sieht die Lösung von Apple anders aus, zumindest auf dem deutschen Markt: So haben das iPhone Xs/Xs Max und Xr weiterhin nur einen Karten-Slot für die klassische SIM-Karte. Die zweite ist eine sogenannte eSIM, was als Abkürzung für „embedded SIM“ steht. Dabei handelt es sich um einen fest im Gerät integrierten Chip, der nicht austauschbar ist, sondern von dem Mobilfunkbetreiber aktiviert werden muss.

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Google bietet diese Technologie schon länger mit den Modellen Pixel 2 und 2 XL an. Allerdings wurde sie bislang von deutschen Providern nicht unterstützt. Apple hingegen hat eine eSIM bereits in der Apple Watch 3 sowie in der neuen Apple Watch 4 eingebaut, um das telefonieren mit der smarten Uhr ohne ein iPhone zu ermöglichen. Zudem haben einige iPads diese Option. Und auch Samsung bietet seine smarte Galaxy Watch mit einem entsprechenden LTE-Modul an.

In einem Erklärvideo propagiert Telekom, die eSIM sei die Zukunft der SIM-Karte – wir dürften also in ein paar Jahren komplett auf den fummeligen Chip verzichten können. Doch was hat der Nutzer davon und wie funktioniert das Ganze?

Welche Vorteile hat die eSIM?

Die eSIM wird nicht ausgetauscht, sondern kann von jedem Mobilfunkanbieter, der diese Technologie unterstützt, genutzt werden. Das heißt: Der Anbieterwechsel wird in Zukunft viel unkomplizierter, da man nicht auf eine neue physische Karte warten muss, sondern einfach nur einen neuen Aktivierungs-Code eingibt. Im Idealfall soll das schon wenige Minuten bis Stunden nach Vertragsabschluss möglich sein.

Vor allem ist das von Vorteil, wenn man viel im Ausland unterwegs ist. So kann man schnell den Anbieter wechseln und hohe Roaming-Gebühren vermeiden, denn auf einer eSIM können mehrere Profile gleichzeitig gespeichert werden – theoretisch zumindest.

Wie aktiviert man eine eSIM?

Die Aktivierung ist denkbar einfach, funktioniert aber von Anbieter zu Anbieter etwas unterschiedlich. Bei der Telekom bekommt man beispielsweise einen QR-Code entweder per Post oder im Online-Kundenportal angezeigt. Dieser wird dann mit dem entsprechenden Smartphone eingescannt.

Bei Vodafone kann der Kunde etwa fünf Stunden nach Beantragung seinen Aktivierungs-Code im Vodofone-Portal aufrufen. Dieser kann ebenfalls als QR-Code eingescannt werden. Zudem gibt es noch eine ePIN, die man anschließend eingeben muss.

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Welche Anbieter gibt es für die eSIM?

Auf dem deutschen Markt bieten die Telekom, Vodafone, O2 mit seinen Untermarken Blau und Ay Yildiz eine eSIM an.  Auf TECHBOOK-Anfrage sagte eine  Telekom-Sprecherin dazu: „Wir werden die neuen iPhone-Modelle mit der altbewährten, klassischen Nano-SIM-Karte anbieten. Die Nutzung der eSIM wird seitens Apple erst später in diesem Jahr durch ein Softwareupdate möglich sein.“ Erst dann wolle uns die Telekom darüber informieren, wie man die klassische SIM-Karte in eine eSIM für das iPhone umwandeln kann.

Welche Kosten entstehen bei der Nutzung der Tarife?

Prinzipiell sollten keine Zusatzkosten entstehen, sofern man nur die eSIM als Hauptkarte anstelle einer physischen SIM-Karte benutzen möchte. Weder die Telekom noch Vodafone oder O2 verlangen für die Aktivierung eine Gebühr. Jedoch fehlen derzeit passende Mobilfunk-Verträge, bei denen man die eSIM als Haupt-SIM-Karte nutzen kann.

So entstehen Kosten, sofern man die eSIM als zweite Karte zu seinem bestehenden Vertrag verwendet. Bei der Telekom wird eine Extra-Gebühr von 5 Euro pro Monat fällig für die sogenannte MultiSIM-Option. Damit kann die eSIM nicht nur im iPhone, sondern auch in der Apple Watch oder einem iPad mit LTE-Funk genutzt werden. Auch bei Vodafone benötigt man eine sogenannte „R+ MultiSIM“-Option, die 5 Euro pro Monat kostet. Bei O2 wird die Plastik-SIM einfach ersetzt.

Faktisch muss man also momentan noch draufzahlen, wenn man eine eSIM bei der Telekom oder bei Vodafone nutzen möchte.

Fazit

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Wer also den günstigsten Mobilfunk-Tarif haben möchte oder auf Reisen auf eine ausländische SIM-Karte ausweichen will, der muss immer noch den SIM-Karten-Schacht eines iPhone Xs/Xs Max oder Xr öffnen, um die physische Karte zu wechseln.

Kunden, die mit ihrer Apple Watch ohne das iPhone telefonieren oder ein iPad im Mobilfunknetz betreiben möchten, müssen aber immer noch auf die kostenpflichtige MultiSIM-Option von Telekom und Vodafone zugreifen.

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