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Cloud-Speicher

Sind meine Daten weg, wenn ich Google Drive & Co. kündige?

Mann mit Smartphone
Cloud-Speicher ist praktisch, kann aber schnell teuer werden. Probleme gibt es, wenn Abos wieder gekündigt werden.Foto: Getty Images

Fast jeder, der ein Smartphone besitzt, nutzt auch einen Cloud-Dienst. Das ist praktisch, um Speicherplatz zu sparen. Die Daten darin sind jedoch nur zugänglich, solange man ein Abo hat.

Sowohl Apple als auch Google stellen ihre Cloud-Server für Backups der Smartphone-Daten zur Verfügung. Das iPhone lädt Backups automatisch in die iCloud, wenn Nutzer sich mit der Apple ID anmelden. Ähnlich funktioniert es bei Android, hier ist die Anmeldung mit einer Gmail-Adresse erforderlich.

Es gibt aber noch zahlreiche andere Cloud-Anbieter, die ganz unterschiedliche Vorteile anbieten. Amazon stellt Prime-Nutzern etwa unbegrenzten Foto-Speicher in Amazon Drive zur Verfügung. Wer Microsoft Outlook nutzt, hat außerdem Zugriff auf 5 Gigabyte (GB) kostenlosen Cloud-Speicher in OneDrive.

Alle oben genannten Dienste bieten kostenlosen Cloud-Speicher an. Bei allen gibt es zusätzliche Optionen, den Fernspeicher aufzustocken, um noch mehr Daten darin zu speichern. Das ist etwa nötig, wenn iPhone-Besitzer ihre Fotos über iCloud speichern. Mehr Speicher steht im Normalfall in verschiedenen Abo-Optionen zur Verfügung.

Doch das wirft die Frage auf, was mit den Daten passiert, die in der Cloud gespeichert sind, wenn man wieder auf eine niedrigere Abo-Stufe wechselt. TECHBOOK hat das für die vier wichtigsten Cloud-Anbieter herausgefunden.

Apple iCloud

Mit der Apple ID bekommt jeder Nutzer 5 GB kostenlosen iCloud-Speicher. Das klingt zwar erstmal nach viel Speicher, jedoch geht davon ein nicht unerheblicher Teil für E-Mail-Nutzung, Fotos und Videos, sowie iPhone/iPad-Backups drauf.

Für 9,99 Euro im Monat können Nutzer den iCloud-Speicher auf 2 Terabyte (TB) vergrößern und dann auch mit Familienmitgliedern teilen. iCloud ist außerdem in dem neuen Apple-One-Abo enthalten.

Was passiert mit den iCloud-Daten, wenn ich mein Abo kündige?

Wird bei Apple das iCloud-Abo gekündigt, synchronisiert das iPhone keine neuen Daten/Fotos mehr mit der Cloud, wenn die dort gespeicherten Inhalte das Limit von 5 Gigabyte überschreiten. In diesem Fall sind auch keine Backups von iPhone und iPad mehr möglich (ohne Laptop). Denn bei Apple zählen Backups ebenfalls zum Cloud-Speicher.

Da auch viele andere Apple-Dienste wie E-Mails, Safari, Nachrichten, Schlüsselbund, etc. über iCloud funktionieren, werden die dazugehörigen Daten nicht mehr unter Apple-Geräten synchronisiert. E-Mails über die iCloud-Mail-Adresse können weder gesendet noch empfangen werden.

Um die mit iCloud verbundenen Dienste wieder nutzen zu können, müssen Nutzer, Backups, Fotos, E-Mail und andere Daten löschen, damit sie wieder unter die 5 GB kostenlosen Speicher kommen. Tun sie das nicht, bleiben Fotos, Videos und andere Daten noch 30 Tage zugänglich.

Auch interessant: iCloud-Dateien löschen und den Speicher aufräumen

Google Drive

Google bietet allen, die einen Google-Account mit Gmail-Adresse anlegen, 15 GB Cloud-Speicher in seinem Drive-Dienst an. Drive ist mittlerweile Teil des Google-One-Abos. Wer mehr als 15 GB Speicher braucht, muss dieses abschließen. Damit gibt es wie bei Apple bis zu 2 TB Cloud-Speicher, der mit anderen Familienmitgliedern teilbar ist. Ähnliche wie bei Apples iPhones wird Google Drive benutzt, um Cloud-Backups von Android-Smartphones zu erstellen. Auch andere Dienste wie WhatsApp nutzen Google Drive für Backups.

Jedoch bietet Google mit einem kostenlosen Account nicht nur bereits viel mehr Speicher als Apple an. Anders als bei iPhones wird der durch Backups verbrauchte Speicherplatz nicht gegen den das Speichervolumen gerechnet. Somit stehen die 15 GB wirklich nur für von den Nutzern selbst gespeicherten Daten zur Verfügung.

Die 15 GB gelten außerdem auch für Google Fotos. Hier können Nutzer Fotos und Videos separat von Google Drive speichern. Das besondere daran: Google Fotos bietet unbegrenzten Speicher, wenn Fotos und Videos mit reduzierter Qualität gespeichert werden. Bei Fotos wird die Auflösung auf 12 Megapixel reduziert, bei Videos auf Full-HD.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich das Google-Drive-Abo kündige?

Was passiert, wenn das kostenlose Volumen erreicht ist oder ein Google-One-Abo mit mehr Speicher gekündigt wird, schreibt Google auf seiner Support-Seite. Dort steht, dass gar nichts mit den bereits gespeicherten Daten passiert. Sie stehen weiterhin unverändert zur Verfügung und können geöffnet oder angeschaut werden – eine Frist gibt es nicht. Die Synchronisation von Daten zwischen Android-Smartphones und anderen Geräten, auf denen Google Drive läuft, findet nicht mehr statt.

Es gibt aber nicht mehr die Möglichkeit, neue Daten hochzuladen. Ähnlich wie bei Apple sendet und empfängt Gmail keine E-Mails mehr. Praktisch ist jedoch, dass Backups und das Hochladen von Fotos und Videos in reduzierter Qualität weiterhin funktionieren – auch wenn das Speicherlimit überschritten ist. Auch können Nutzer noch Google-Dokumente erstellen, da diese ebenfalls nicht zum Cloud-Speicher zählen.

Microsoft OneDrive

Microsoft gibt allen Outlook-Nutzern 5 GB kostenlosen Cloud-Speicher in seinem OneDrive-Dienst. Da Microsoft kein eigenes Smartphone-Ökosystem besitzt, dient der Speicher nicht für Backups, sondern nur für die eigenen Apps und Dienste wie Outlook und Office. Nutzer können in Verbindung mit dem Microsoft-365-Abo für Familie, das auch die Office-Suite enthält, auf bis zu 6 TB Speicher aufstocken.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich das OneDrive-Abo kündige?

Kündigt man ein solches Abo und fällt wieder auf die inkludierten 5 GB zurück, bleiben die in der Cloud gespeicherten Daten vorerst bestehen. Das schreibt Microsoft zumindest auf seiner Support-Seite. Nutzer haben weiterhin Zugriff auf die Daten, können sie ansehen, teilen und herunterladen. Es ist allerdings nicht möglich, neue Daten in OneDrive zu laden.

Microsoft schreibt auch, dass nach einer längeren Übergangsfrist der Account eingefroren wird. Damit haben Nutzer keinen Zugriff mehr auf ihre Daten, obwohl diese weiter bestehen bleiben, eine Löschung findet nicht statt. Um wieder auf die Daten zuzugreifen, müssen Nutzer mehr Speicher kaufen oder Dateien löschen. Sie können den Account für 30 Tage wieder „auftauen“ und bekommen wieder Zugriff – allerdings nur zum Löschen und Herunterladen. In dieser Zeit können sie genug Speicher freigeben, um unter das Limit zu kommen. Das Auftauen funktioniert jedoch nur einmal, danach ist der Account permanent eingefroren.

Amazon Drive (Photos)

Amazon ist für der Online-Handel bekannt. Doch kaum jemand weiß, dass das Unternehmen mehr Profit durch seine Cloud-Plattform als durch sein Handelsgeschäft generiert. Kein Wunder also, dass Amazon auch seinen Prime-Kunden Cloud-Speicher anbietet.

Es wird vielleicht einige überraschen, aber Amazon stellt allen Prime-Kunden 5 GB kostenlosen Cloud-Speicher in Amazon Drive zur Verfügung. Doch damit nicht genug. Ähnlich wie Google setzt Amazon einen drauf und erlaubt das unbegrenzte Hochladen von Fotos. Der Clou an der Sache: Im Gegensatz zu Google Fotos können Nutzer ihre Bilder ohne Qualitätsverlust auf Amazon Photos laden. Der Speicher ist sogar mit anderen Familienmitgliedern teilbar. Einzige Einschränkung: Das unbegrenzte Hochladen gilt nur für Fotos, nicht Videos. Diese zählen gegen die 5 GB kostenfreien Speicher. Amazon bietet aber Upgrade-Optionen für bis zu 30 TB an.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich das Amazon-Drive-Abo kündige?

Auf der Kunden-Support-Seite schreibt Amazon, dass Daten beim Überschreiten des Speicherlimits weiterhin einsehbar sind. Sind können heruntergeladen werden, synchronisieren aber nicht mehr mit der App und sind nicht mehr teilbar. Neue Dateien oder Fotos laden nicht mehr in Drive oder Photos.

Löschen Nutzer nicht ihre Dateien, um unter das Limit zu fallen, fängt Amazon nach 180 Tagen an, sie zu löschen. Die Löschung erfolgt beginnend mit den neuesten Dateien. Amazon informierten betroffene Kunden im Voraus.