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IT-Jobs: Wie werde ich AR-Experte?

Wie wird man eigentlich AR-Experte?
Wie wird man eigentlich AR-Experte?Foto: Getty Images

Sich mit Computerspielen beschäftigen und rumtüfteln, für Aaron von Lüpke gab es in der Jugend nichts Schöneres. Das Internet war damals noch unbekanntes Land. Fast täglich gab es neue technische Spielereien zu entdecken. Musik und Filme standen plötzlich im Netz. Mit Hilfe eines Brenners und etwas jugendlicher Neugier, kümmerte sich Aaron von Lüpke um die kulturelle Sozialisation seiner Klassenkameraden. Und ohne es zu diesem Zeitpunkt zu ahnen, legte er damit den Grundstein für ein viel größeres Ding.

In der Reihe „Wie werde ich …?“ spricht TECHBOOK mit Menschen, die ganz unterschiedliche Berufe haben. Doch wie sind sie überhaupt zu ihnen gekommen? Hier im Gespräch – Aaron von Lüpke, Experte für Augmented Reality, kurz „AR“.

Aaron von Lüpke ist AR-Experte
Aaron von Lüpke ist AR-ExperteFoto: Aaron von Lüpke

„Es gab damals keine Wahl, sich gegen das Internet zu verweigern. Ich habe früh erkannt: Damit muss ich mich auseinandersetzen.“ Seine Leidenschaft für Mathe und Physik schienen bereits früh die berufliche Karriere zu bestimmen. Doch weit gefehlt. Er entschied sich für den klassischsten aller klassischen Wege: Ein Maschinenbau-Studium.

„Maschinenbau mit dem Fokus auf Regenerative Energien an der TH Köln war ein völlig neuer Studiengang. Dieser Umweltaspekt interessierte mich und gleichzeitig wollte ich erstmal einen sicheren Abschluss in der Tasche haben.“ Seine Mitmenschen bedeuten Aaron von Lüpke mindestens genauso viel. Als jobsuchender Student bewarb er sich unter anderem auch bei der REHADAT, Europas größter Datenbank für die berufliche Rehabilitation von Menschen mit Behinderung.

„Dort habe ich während meines gesamten Studiums gearbeitet und mir alles über Datenbank-Programmierung beigebracht.“ Gleichzeitig gab es an der Uni die Möglichkeit eine Weiterbildung in der VBA- und Datenbank-Programmierung zu absolvieren. VBA ermöglicht das Programmieren von Skripten auf Basis von beispielsweise Microsoft Excel. Nach dem Studium bekam Aaron von Lüpke eine feste Stelle bei der REHADAT als Datenbank-Programmierer.

Vom Datenbank-Programmierer zum AR-Experten

Nun beginnt allerdings erst das viel größere Ding für den Kölner. Wie so oft mit einer Begegnung. „Ich traf einen Jugendfreund, der inzwischen als selbstständiger App-Entwickler im Bereich Mixed Reality unter anderem für Ford und Bayer kleine Programme konzipierte.“ Zur Mixed Reality gehören Technologien wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR).

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In der VR begeben wir uns per Brille in eine komplett digitale Welt. AR bietet durch eingefügte digitale Objekte eine Erweiterung der Realität, die per Smartphone oder Headset erlebbar wird – weltbekanntes Beispiel: Pokémon Go. Und auch die lustigen Tierfilter von Snapchat basieren auf der AR-Technologie.

„Mein Freund hatte eine AR-App für Ford entwickelt, die wir beide auf dem Caravan Salon in Düsseldorf am Ford-Messestand präsentiert haben.“ Und die funktionierte folgendermaßen: Wenn man die App auf dem Smartphone installiert hatte und dann die Kamera auf den leeren Innenraum eines bereitstehenden Ford Transit gerichtet hatte, zeigte der Bildschirm verschiedene Ausbauvarianten. „Daraus entstand die Idee für die YONA-App.“

Die YONA-App stellt eine verallgemeinerte Version der ursprünglichen Ford-App dar. „Mit unserer App sind Kunstausstellungen im öffentlichen Raum möglich. Oder der gesamte Bereich des Onboardings, also die Einweisung von neuen Mitarbeitern in ein Unternehmen, wird durch AR künftig viel einfacher.“ Mit der YONA-App gehörte Aaron von Lüpke mit seinem Team zu den innovativsten Unternehmen 2019, gefördert mit dem renommierten Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums.

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Was im Bereich AR gefordert ist

„Ich bin das beste Beispiel für berufliche Laufbahnen in der digitalen Welt: Es gibt nicht den einen, geraden Weg.“ Für Aaron von Lüpke sollten junge Leute vor allem eine Menge Ehrgeiz und unbändigen Willen mitbringen. Auch der AR-Experte hat die Erfahrungen machen müssen, „an vielen Stellen musst du dich durchbeißen.“ Das gilt vor allem in Zeiten, wo noch sehr viel Monat am Ende des Geldes ist.

„Gerade im Bereich AR arbeiten wir gerne mit Absolventen von Hochschulen zusammen, weil die einfach technisch auf dem aktuellsten Stand sind.“ Aber auch junge Menschen aus dem Bereich Medientechnik haben gute Chancen im Bereich AR Fuß zu fassen. Denn damit die digitalen Objekte möglichst realitätsnah auf dem Bildschirm erscheinen, braucht es eine gute Ausbildung im Bereich der 3D-Visualisierung.

Aaron von Lüpke und sein Team arbeiten inzwischen am nächsten großen Ding: AR endlich aus der Spiele-Ecke herauszuholen und mit AR echten Nutzen zu stiften.

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