28. März 2026, 14:15 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Technik kann den Alltag erleichtern, doch in bestimmten Situationen ist ihr Einsatz problematisch. Das zeigt ein Fall aus dem Vereinigten Königreich. Dort soll ein Mann während einer Verhandlung vor dem High Court in London eine smarte Brille genutzt haben, um Unterstützung von außen zu erhalten.
Laut einem Bericht der „BBC“ wertete das Gericht dieses Verhalten als unzulässigen Eingriff in den Prozess. Für das Verfahren hatte das deutliche Folgen.
Streit um Firmenrechte im Fokus
Im Kern ging es in dem Verfahren um einen Konflikt rund um Firmenbesitz. Der Mann trat gemeinsam mit einem litauischen Unternehmen vor Gericht auf. Beide wollten erreichen, als rechtmäßige Eigentümer einer Firma anerkannt zu werden. Zudem sollte ein Eintrag im Unternehmensregister geändert werden. Auch die Wiedereinsetzung des Mannes als Direktor der Firma war Teil der Forderungen. Seine Aussage spielte dabei eine zentrale Rolle, da sie mehrere wichtige Punkte des Falls beeinflussen konnte.
Ungewöhnliches Verhalten fällt auf
Während der Befragung bemerkte die Richterin Auffälligkeiten. Der Mann brauchte oft ungewöhnlich lange, um auf Fragen zu antworten. Diese Verzögerungen wirkten nicht wie normale Denkpausen. Zusätzlich waren immer wieder Störgeräusche zu hören. Diese ließen vermuten, dass eine Verbindung zu einem anderen Gerät bestand. Aufgrund dieser Hinweise forderte die Richterin den Zeugen schließlich auf, seine Brille abzusetzen.
Verbindung zu Smartphone entdeckt
Nach dem Abnehmen wurde klar, dass es sich um eine smarte Brille handelte. Diese war mit einem Smartphone gekoppelt und konnte Audio übertragen. Kurz darauf war eine Stimme aus dem Telefon des Mannes zu hören. Das Gericht ließ das Gerät daraufhin genauer untersuchen. Dabei wurden unter anderem Anruflisten und Metadaten überprüft. Die Auswertung zeigte, dass kurz vor Beginn der Aussage ein Telefonat geführt worden war. Offenbar bestand dabei eine Verbindung zur Brille.
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Widersprüchliche Erklärungen des Zeugen
Zunächst erklärte der Mann, es habe sich bei dem Anrufer um einen Taxifahrer gehandelt. Später änderte er seine Aussage. Laut „Legal Futures“ könne die gehörte Stimme von ChatGPT stammen. Die Richterin hielt diese Darstellung jedoch für nicht glaubwürdig. Für sie entstand der Eindruck, dass die Verbindung absichtlich aufrechterhalten wurde, um während der Aussage Hilfe zu bekommen.
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Zweifel an der Glaubwürdigkeit
Aufgrund der Umstände zweifelte die Richterin an der Verlässlichkeit der Aussagen. Das Verhalten des Mannes habe das Vertrauen deutlich beeinträchtigt. Deshalb wurden seine Angaben bei der Entscheidung nicht berücksichtigt. Seine Aussage hatte damit keinen entscheidenden Einfluss mehr auf den Ausgang des Verfahrens.