IT-Experten der US-Regierung sollen wenige Monate nach Donald Trumps zweitem Amtsantritt 2025 einen ungewöhnlichen Auftrag erhalten haben. Sie sollten heimlich versuchen, eine Wahlmaschine zu knacken und ihre Ergebnisse an das Weiße Haus weitergeben. Der Hersteller sollte dagegen nichts von möglichen Sicherheitslücken erfahren.
Behörde sollte Hersteller nicht informieren
Das US-Recherchemedium „ProPublica“ berichtet unter Berufung auf zwei ehemalige Regierungsmitarbeiter über den Vorgang. Demnach ging die Aufforderung vom Heimatschutzministerium an die IT-Sicherheitsbehörde CISA (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency). Zu ihren Aufgaben gehört es eigentlich, den jeweiligen Hersteller über gefundene Fehler zu informieren, damit dieser die Schwachstellen beheben kann.
In diesem Fall sollte das offenbar anders laufen. Einer der Informanten vermutete wegen der geforderten Geheimhaltung politische Motive. Demnach könnte die Regierung die Ergebnisse möglicherweise später verwenden, um Wahlergebnisse anzufechten und für ungültig erklären zu lassen. Ob die Regierung tatsächlich ein solches Vorgehen plante, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Die Mitarbeiter der CISA hätten dem Ministerium zudem mehrfach erklärt, dass sie den gewünschten Auftrag nicht ausführen könnten. Laut „ProPublica“ fehlten dafür unter anderem Fachkräfte. Durch die Sparinitiative DOGE von Elon Musk waren Experten entlassen worden, die einen solchen Test hätten durchführen können. Am Ende hätten die Verantwortlichen die Forderung nicht weiterverfolgt.
CISA fehlen Fachkräfte vor den US-Wahlen
Der Personalabbau bereitet offenbar auch mit Blick auf die US-Kongresswahlen im November Probleme. Laut „ProPublica“ hatten mehrere Wahlbehörden in den Bundesstaaten bereits in den vergangenen Monaten beklagt, dass ihnen Unterstützung durch die CISA fehle.
Einige Behörden beschaffen deshalb selbst Technik, die ihre Netzwerke auf verdächtige Aktivitäten untersucht. Im August warnten zudem fünf demokratische Abgeordnete in einem Schreiben, dass die CISA fast ein Drittel ihres Personals verloren habe.
Die Abgeordneten forderten deshalb den US-Rechnungshof GAO auf, die Situation zu untersuchen. Dabei soll geklärt werden, ob die CISA ihre Aufgaben weiterhin erfüllen kann. Das Weiße Haus verteidigte Trumps Kurs. Kein anderer Präsident habe mehr für freie und faire Wahlen getan, erklärte Sprecherin Lauren Bis. Das Heimatschutzministerium und die CISA äußerten sich zunächst nicht zu den konkreten Vorwürfen.
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