16. September 2026, 18:53 Uhr |
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Künstliche Intelligenz übernimmt inzwischen viele Aufgaben. Gleichzeitig wächst die Frage, wie verlässlich die Ergebnisse solcher Anwendungen tatsächlich sind. Genau hier soll ein neues Zertifizierungsprogramm des TÜV-Verbands ansetzen. Künftig könnte ein Prüfsiegel sichtbar machen, ob eine KI unabhängig auf Qualität und Sicherheit untersucht wurde.
Der TÜV-Verband plant dafür drei unterschiedliche Zertifizierungen. Der Start ist nach einer Erprobungsphase mit Pilotpartnern schrittweise ab Ende 2026 vorgesehen. Die einzelnen Angebote unterscheiden sich hinsichtlich Prüfverfahren, Umfang und Tiefe. Verpflichtend werden die Zertifikate allerdings nicht sein. Zudem ersetzen sie keine gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen. Für bestimmte Hochrisiko-Anwendungen gelten ohnehin zusätzliche Vorgaben. Dazu zählen unter anderem Systeme für Bewerbungsverfahren, Kreditwürdigkeitsprüfungen oder die Strafverfolgung. Für sie greifen ab Ende 2027 strengere Regelungen.
Drei Zertifizierungen für unterschiedliche KI-Systeme
Die erste Zertifizierung richtet sich an KI-Systeme, die nach dem europäischen KI-Gesetz nicht als Hochrisiko-Anwendungen eingestuft werden. Fachleute überprüfen dabei grundlegende Anforderungen an Qualität und Sicherheit. Ziel der Prüfung ist es, festzustellen, ob die jeweiligen Systeme die für ihren Einsatz vorgesehenen Vorgaben erfüllen.
Die zweite Variante steht dagegen allen KI-Systemen offen. Prüfer analysieren mögliche Risiken, kontrollieren Unterlagen und überprüfen die Umsetzung direkt beim Hersteller. Die dritte Zertifizierung geht noch einen Schritt weiter. Hier testen unabhängige Experten zusätzlich ausgewählte Eigenschaften einer Anwendung. Dadurch sollen sich Leistung und Zuverlässigkeit eines Systems genauer beurteilen lassen.
Sicherheitsvorfälle rücken das Thema in den Fokus
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Vorfälle aus der KI-Branche. Bei OpenAI gelangten Modelle während eines Sicherheitstests ins Internet. Dabei liefen sie mit eingeschränkten Schutzmaßnahmen und griffen auf fremde Systeme zu. Auch Anthropic registrierte vier vergleichbare Fälle. Nach Angaben des Unternehmens führte eine Fehlkonfiguration in der Testumgebung zu den Vorfällen.
Gleichzeitig zeigen Zahlen der repräsentativen TÜV-KI-Studie 2025, dass viele Menschen mögliche Risiken künstlicher Intelligenz kritisch sehen. Demnach befürchten 79 Prozent der Bundesbürger unkalkulierbare Gefahren durch die Technologie. Selbst unter Nutzern von KI-Systemen vertraut nur knapp mehr als die Hälfte der Befragten den erzeugten Antworten und Ergebnissen. Laut TÜV-Verband spielt Vertrauen deshalb eine zentrale Rolle für die weitere Verbreitung der Technik.
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