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Keine Belästigung mehr

6 Tipps, wie Sie nervige Spam-Mails endlich loswerden

E-Mail-Postfach mit Spam-Ordner
Spam-Mails sind nicht nur nervig, sie können auch gefährlich seinFoto: Getty Images

Sie haben mal wieder ein verlockendes Viagra-Angebot erhalten oder in einem fernen Land viel Geld geerbt? Dann können Sie sich einerseits gratulieren, sich anderseits aber auch endlich um den nervigen Spam im E-Mail-Postfach kümmern. TECHBOOK gibt 6 Tipps.

So ziemlich jeder, der über eine E-Mail-Adresse verfügt, hat schon mal eine Spam-Mail bekommen. Inhaltlich muten die Nachrichten mitunter recht abenteuerlich an: Eine fremde Person hat Sie über den Lottogewinn in Spanien informiert? Ihre Nachbarin, von der Sie noch nie etwas gehört haben, hat sich unsterblich in Sie verliebt und möchte nun, dass Sie ihrem Profil auf einer Dating-Webseite folgen? Auch wenn die Spam-Mails manchmal recht unterhaltsam zu lesen sind, sind sie vor allem nervig. Zum einen müllen sie das Postfach zu und zum anderen enthalten sie oft versteckte Gefahren. TECHBOOK gibt sechs Tipps, wie Sie auf Spam-Mails reagieren sollten und wie Sie die Anzahl der unerwünschten Nachrichten im Posteingang merklich reduzieren.

Was genau ist eine Spam-Mail eigentlich?

Bei sogenannten Spam-Mails handelt es sich um unerwünschte (Massen-)Mails. In der Regel haben die Nachrichten einen kommerziellen Hintergrund; der Empfänger soll zum Kauf eines bestimmten Produkts animiert werden. Weitere häufige Spam-Mail-Typen sind auch die sogenannten Phishing-Mails, die vornehmlich Nutzerdaten abgreifen wollen, und virenverseuchter Spam. In Deutschland beträgt das durchschnittliche Aufkommen von Spam-Mails am Tag laut Statista ungefähr 150 Millionen – somit bestehen über die Hälfte aller täglich versteckten Mails aus unerwünschten Massennachrichten.

Fun Fact am Rande: Der Begriff „Spam“ kommt übrigens ursprünglich vom sogenannten „Frühstücksfleisch“ der Marke Hormel. Im Rahmen eines Kundenwettbewerbs wurde das Dosenfleisch von „Hormels Spiced Ham“ in „Spam“ umbenannt – ein von „Spiced Ham“ abgeleitetes Kunstwort. Nach einem populären Sketch der Gruppe Monty Python wurde der Begriff vermehrt für unerwünschte Massenwerbemails verwendet. Alternativ ist auch von Junk-Mails (Junk = engl. „Müll“) die Rede.

Tipp Nr. 1: Halten Sie Ihre Mail-Adresse so geheim wie möglich

Geben Sie Ihre Mail-Adresse niemals an Fremde oder Personen, denen Sie nicht trauen, weiter. Behandeln Sie die Mailadresse wie eine Wohnadresse oder Telefonnummer. Vermeiden Sie auch das Nutzen Ihrer Mailadresse in Foren oder Kommentarspalten von Blogs und wenn doch – achten Sie bei der Anmeldung darauf, wie die Webseitenbetreiber mit Ihren Nutzerdaten umgehen. Eventuell lohnt es sich, für Bestellungen, Gewinnspiele und Foren ein separates Mail-Konto anzulegen. Sollte Ihre Mailadresse auf einer öffentlichen Webseite stehen, sollten Sie sie dort, wenn möglich, nicht in Textform, sondern als Bild einfügen oder zumindest das @-Zeichen in Klammern setzen oder anders verfremden. Auf diese Weise können Sie Bots das Auslesen der Daten erschweren.

Lesen Sie auch: Die Bedeutung von CC und BCC in E-Mails

Tipp Nr. 2: Der Spam-Filter kann lernen

Spam-Mails löschen? Ja, aber nicht unbedingt sofort. Die meisten Mail-Betreiber arbeiten inzwischen mit Spam-Filtern, Google beispielsweise hat Anfang 2019 eine Künstliche Intelligenz in seinen Filter integriert. Damit Ihr Spam-Filter lernt, markieren Sie unerwünschte Mails als Spam oder schieben Sie sie in den entsprechenden Junk-Mail-Ordner. So landet die unerwünschte Werbung wahrscheinlich beim nächsten Mal direkt dort. Fehler können dabei natürlich auch passieren, sodass reguläre Nachrichten ebenfalls im Spam-Ordner landen. In diesem Fall lernt der Filter in der Regel mit der Zeit ebenfalls dazu, wenn Sie die entsprechenden Mails konsequent kontrollieren und wieder in Ihren Posteingang schieben.

Tipp Nr. 3: Klicken verboten

Wichtigste Regel: Niemals auf Links klicken! Damit bestätigen Sie dem Absender im besten Fall nur, dass Ihre Mail-Adresse existiert. Die Konsequenz ist noch mehr Spam. Auch Anhänge von unbekannten Absendern sollte man niemals (!) herunterladen. Im schlimmsten Fall verstecken sich nämlich gefährliche Schadprogramme in den gesendeten Daten. Manchmal erhält man Spam-Mails von Kollegen oder Freunden. Auch hier sollten Sie Vorsicht walten lassen und sich gegebenenfalls beim Absender rückversichern.

Vorsicht gilt übrigens auch bei Links, die vorgeben, bei Aktivierung den Empfänger von der Adressatenliste zu entfernen! Oft bewirken diese dann das genaue Gegenteil und sie verifizieren dadurch einfach Ihre Adresse. Ausgenommen davon sind natürlich Abmeldungen von regulären Newslettern, für die Sie sich in der Vergangenheit selbst angemeldet haben.

Tipp Nr. 4: Zahlen und Sonderzeichen helfen gegen Bots

Die Spammer schicken ihre Mails in der Regel mithilfe von Bots herum, die die Mailadressen nach dem Zufallsprinzip generieren, sprich: Bekannte Namen mit diversen Domains kombinieren. Wenn Ihre E-Mail-Adresse also auch Zahlen oder Sonderzeichen enthält, machen Sie es den Bots schwerer, Sie zu finden.

Tipp Nr. 5: Niemals auf Spam-Mail antworten oder weiterleiten

Antworten Sie bloß nicht und leiten Sie die Mail auch an niemanden weiter. In diesem Fall gilt nämlich dasselbe Prinzip wie bei Punkt 3: Jede Interaktion mit der Mail bestätigt dem Spammer nur, dass die Mail-Adresse tatsächlich existiert und genutzt wird. Beachten Sie lieber Tipp 2 und markieren Sie unerwünschte Nachrichten als Spam- beziehungsweise Junk-Mail.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt darüber hinaus, niemals Anhänge von Nachrichten zu öffnen, die einem dubios vorkommen. Denn sogar Word-Dokumente oder Bilder können mit einem Virus verseucht sein. Und bittet der Absender um die Eingabe von Daten, sogar sensiblen wie der Kontonummer, oder fordert gar zur Zahlung auf, gilt es, mit Vorsicht zu handeln.

Tipp Nr. 6: Eintrag auf einer „Robinson-Liste“

Die sogenannte „Robinson-Liste“ des Interessenverbandes Deutsches Internet (I.D.I.) bietet zusätzlich einen gewissen Schutz gegen Junk-Mails. Nutzer tragen sich mitsamt Mailadresse, Namen und Anschrift in diese Liste ein. Registrierte Unternehmen löschen dann die dort eingetragenen Namen aus Ihren Datenbanken. Allerdings sind Firmen nicht verpflichtet, die Listen miteinander abzugleichen, sodass der Effekt vergleichsweise gering ausfällt. Schaden kann es aber in der Regel auch nicht.

Manchmal hilft nur noch ein Wechsel

Die Flut an Spam-Mails ist bei Ihnen unbeherrschbar und absolut unerträglich geworden? Dann sollte man über einen Mail-Umzug inklusive neuer Adresse nachdenken. Einige der oben genannten Tipps greifen in diesem Fall am effektivsten. Bei einer neuen Adresse können Sie dann gegebenenfalls direkt ein paar der oben genannten Tipps berücksichtigen, wie etwa Nr. 4, indem Sie Zahlen oder Sonderzeichen in die Adresse mit aufnehmen.

Die rechtliche Lage bei Spam-Nachrichten

Laut Paragraph 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) darf nur derjenige Werbung per Mail erhalten, der dazu seine ausdrückliche Einwilligung gegeben hat. Allerdings darf in gewissem Rahmen speziell über „elektronische Post“ dennoch geworben werden, wenn der Kunde der Verwendung seiner Mailadresse zu Werbezwecken nicht explizit widersprochen hat oder für ein ähnliches Produkt geworben wird, wie eines, für das sich der Kunde bereits explizit interessiert hat. In so einem Fall muss der Werbende allerdings seine Identität deutlich kennzeichnen und dem Kunden darüber hinaus deutlich kommunizieren, dass er sich jederzeit von der Werbung abmelden kann.

Bei rein automatisch generierten Spam-Nachrichten, vor allem mit dubiosem Inhalt wie Lottogewinnen oder Einladungen auf Porno-Seiten, handelt es sich somit um illegale Kontaktaufnahmen, die das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzen. Betroffene können sich zum Beispiel beim eco-Verband beschweren.

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