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Microsoft plant angeblich „Super-App“ für Smartphones

Neue All-In-One-App

Microsoft plant angeblich „Super-App“ für Smartphones

Microsoft Logo auf einem Smartphone. Microsoft soll Pläne haben, um auf das Smartphone zurückzukommen.
Microsoft will seine Präsenz auf dem Smartphone-Markt ausbauenFoto: Getty Images

Microsoft arbeitet angeblich an einer „Super-App“ für Android-Smartphones und iPhones. Online-Suche, Nachrichten oder Online-Einkaufen, alles soll in einer App vereint sein. Das Unternehmen will damit die Dominanz von Apple und Google in der mobilen Suche brechen.

Laut des Online-Magazins The Information besteht der Plan einer „Super-App“ von Microsoft vor allem darin, das mobile Suchmaschinengeschäft zu sichern. Das Software-Unternehmen kann seine eigene Online-Suchmaschine Bing nur schwer auf dem Markt etablieren. Eine Super-App, in der zahlreiche Funktionen vereint sind, könnte die Bing-Internetsuche ausbauen. Dazu müssten möglichst viele Nutzer die App auf ihren Smartphones installieren.

„Super-App“ könnte Microsofts Präsenz auf Smartphones stärken

Die Etablierung einer All-in-one-App könnte der Versuch sein, Microsofts Werbeeinnahmen im mobilen Geschäft langfristig auszubauen. Microsofts Projekte, sich im Geschäft mit eigenem Smartphone zu etablieren, scheiterten nach jahrelangen Millioneninvestitionen. 2014 gründete das Unternehmen Microsoft Mobile in Kooperation mit Hersteller Nokia. Auf den Smartphones lief Windows Phone, ein Ableger des erfolgreichen Computer-Betriebssystems. Letztlich hüteten Microsofts Smartphones jedoch nur ein Schattendasein und konnte die Dominanz von Apples iOS und Googles Android nicht brechen. Bereits 2017 wurden Windows Phone und Microsoft Mobile eingestellt.

Nicht nur auf Android-Smartphones ist Google als Suchmaschine vorinstalliert. Auch mit Apple hat das Unternehmen ein Abkommen, dass die Suche auf iPhones vorinstalliert ist. Deshalb ist Microsofts-Suchmaschine Bing in der weltweiten mobilen Nutzung im Jahr 2022 mit 0,66 % Marktanteil weit abgeschlagen. Im Desktop-Bereich liegt der Anteil immerhin bei 10,3 Prozent.

Eine All-in-one-App für iOS und Android könnte Microsoft einen neuen Weg in den wachsenden Markt von Smartphone-Apps ebenen. Eine Schnittstelle mit Office 365 könnte durch bekannte Microsoftmarken wie Teams und Outlook weitere Dienste vernetzen. Diese berufsorientierten Apps würden dann mit alltäglichen Verbraucher-Diensten kombiniert. Einkaufen, Teamchats und Essensbestellungen wären dann in einer App möglich. Die Super-App würde als Plattform dienen, in der andere Dienste und Apps von Microsoft vereint werden.

Vorbild für Microsofts Super-App: WeChat, Kakao und X

Die Idee der Supper-App hat sich schon länger im asiatischen Raum etabliert. Die verschiedenen Apps versuchen dabei in möglichst viele Lebensbereiche ihrer Kunden einzudringen und sich zu etablieren. In China sind die gängigen Plattformen wie Google, Instagram oder WhatsApp gesperrt. Deswegen haben sich chinesische Alternativen wie WeChat (Weixin) etabliert, das neben einer Messenger-Funktion viele weitere Dienste anbietet. WeChat hat mittlerweile bis zu 1,3 Milliarden aktive Nutzer im Monat. Neben der Kommunikation kann bietet die App weitere Dienste an, zum Beispiel für Bestellungen, Informationen und das Einloggen mit einem Corona-Gesundheitscode. Für das Online-Bezahlen gibt es WeChat Pay, aber auch Apps für Taxis und Haushaltsführung. Neben WeChat, welches vom chinesischen Internet-Unternehmen Tencent geführt wird, gibt es auch andere Super-Apps wie Alibaba Pay des bekannten Online-Shops Alibaba.

In Südkorea hat sich ebenfalls eine Super-App etabliert. Die Kakao-App bietet 134 Dienste in einem App-Ökosystem. Das 2010 gegründete Unternehmen hat sich in einigen Online-Bereichen fast vollständig durchgesetzt. Rund 45 Millionen der 52 Millionen Südkoreaner nutzen Kakao. In Europa ist bis noch keine All-in-one-App vorhanden, deshalb könnte Microsoft dort versuchen, anzusetzen und Marktanteile zu erobern.

Nach der Twitter-Übernahme hat auch Elon Musk angedeutet, ein ähnliches Projekt mit „X“ anzustoßen. Laut Musk eigener Aussage soll „X“ eine „App für alles“ sein. Bis jetzt sind jedoch noch keine genaueren Informationen zu der App bekannt. Eine amerikanische Konkurrenz zu den asiatischen Vorbildern könnte laut Experten durch einen Umbau von Twitter entstehen.

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Ist Google auch eine All-in-one-App?

Fraglich ist, ob mit Google nicht schon ein Anwärter für ein westliches Äquivalent der asiatischen Super-Apps besteht. Neben der Suche könnte Maps ein weiteres Wachstumsfeld von Google darstellen. Mit Google Pay, der Google-Suche und weiteren Diensten ist das Potenzial für eine App-übergreifende Plattform schon vorhanden. Microsoft könnte demnach Schwierigkeiten haben, die Marktmacht mit einer All-in-one-App zu brechen.

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