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CEO warnt

Speicherkrise könnte viele Hersteller in die Pleite treiben

Elektronikchip mit Handschuh
Die Speicherknappheit trifft günstige Elektronik und könnte Hersteller in Bedrängnis bringen Foto: Getty Images
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Max Dockhorn

13. April 2026, 10:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Preise für Speicherchips steigen rasant, und das trifft vor allem günstige Elektronikprodukte wie Router, Streaming-Sticks und Smartphones. In einem Interview warnt der CEO des taiwanischen Halbleiter-Unternehmens Phison nun davor, dass ganze Produktionslinien ausfallen könnten.

Welche Folgen drohen den Herstellern?

CEO Pua Khein-Seng erklärte in einem Interview mit dem YouTube-Kanal 年代向錢看 des taiwanischen Senders Era Television, dass Nachfrage der KI-Industrie nach Speicherchips fast die gesamte weltweite Produktionskapazität beanspruche. Das treibe die Preise auf historische Höhen – viele Hersteller könnten daher ihre Produktlinien einstellen oder sogar Insolvenz anmelden.

Ein User hat das Interview in einem Post auf X (ehemals Twitter) zusammengefasst. Demnach soll Pua gesagt haben: „Viele Systemanbieter werden bis Ende 2026 bankrottgehen oder Produktlinien aufgeben, weil ihnen der Speicher fehlt.“ Besonders betroffen seien Smartphones, deren Produktion um 200 bis 250 Millionen Einheiten sinken könnte. Auch PC- und TV-Hersteller dürften Produktionsrückgänge erleben.

Die KI-Industrie spiele dabei eine zentrale Rolle. Nvidias KI-optimierte Rechenplattform Vera Rubin benötigt mehr als 20 Terabyte SSD-Speicher – pro Einheit. Sollte das Unternehmen wie geplant die geplanten Absätze im zweistelligen Millionenbereich erreichen, soll das allein rund 20 Prozent der globalen Speicherproduktion verschlingen.

Speicherhersteller verlangen inzwischen Vorauszahlungen von bis zu drei Jahren, um die Versorgung zu sichern. Pua geht davon aus, dass die Krise bis 2030 oder länger anhalten könnte. Extrem pessimistische Schätzungen prognostizieren eine Dauer von bis zu zehn Jahren.

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Erste Auswirkungen auf Verbraucherprodukte

Die Knappheit trifft vor allem Hersteller von günstiger Elektronik. Dazu zählen Streaming-Boxen wie Amazons Fire TV Stick, Roku oder No-Name-Produkte, WLAN-Router, Smart-Home-Geräte, preiswerte Überwachungskameras, smarte Steckdosen und Saugroboter. Auch günstige Smartphones und Smart-TVs könnten 200 bis 250 Millionen Einheiten weniger produzieren.

Die höheren Bauteilpreise geben die Hersteller an die Kunden weiter. Eine Sprecherin von Fritz! (ehemals AVM) bestätigt: „Die aktuelle Preisentwicklung bei Speicherkomponenten ist seit einigen Monaten erkennbar und wurde bereits bei unseren Preisen berücksichtigt.“ Marktforscher erwarten 6 bis 8 Prozent höhere Kosten bei Smartphones. Für Verbraucher bedeutet das höhere Preise, weniger Auswahl und längere Produktzyklen.

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Mögliche Vorteile der Speicherkrise

Trotz der negativen Folgen könnte die Krise einen positiven Effekt haben: Produkte könnten länger halten und eher repariert werden. Billige, kurzlebige Geräte mit schlechter Qualität könnten vom Markt verschwinden. Das könnte Fehlkäufe reduzieren und den Kundenservice verbessern. Allerdings verschiebt sich die Produktion von Endgeräten hin zu riesigen KI-Servern, deren Energieverbrauch enorm ist. Ob das langfristig umweltfreundlich ist, bleibt fraglich.

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