17. März 2026, 16:20 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Nutzer von Android-Smartphones mit MediaTek-Prozessoren sollten derzeit besonders vorsichtig sein. Sicherheitsforscher haben eine Schwachstelle entdeckt, durch die sich Schutzmechanismen umgehen lassen und sensible Daten ausgelesen werden könnten.
Die potenzielle Reichweite des Problems ist groß: Je nach Statistik liegt der weltweite Marktanteil von MediaTek zwischen rund 21 und 34 Prozent. Damit könnte etwa jedes vierte Android-Smartphone betroffen sein, im schlimmsten Fall sogar jedes dritte.
Angriff über Preloader möglich
Die Sicherheitslücke wurde vom Forschungsteam Donjon entdeckt, das zum Hardware-Wallet-Hersteller Ledger gehört. In einem Test mit dem Nothing CMF Phone 1 konnten die Experten laut „ZDNet“ ein Smartphone innerhalb von rund 45 Sekunden angreifen. Ursache ist ein Fehler im sogenannten Preloader. Diese Systemkomponente startet vor dem eigentlichen Betriebssystem und bereitet die Hardware vor. Durch den Fehler lassen sich grundlegende Schutzmechanismen umgehen, bevor sie aktiv werden.
Zugriff auf sensible Daten
Die Schwachstelle ist unter der Kennung CVE-2026-20435 bekannt. Sie ermöglicht den Zugriff auf sicherheitsrelevante Daten wie PINs und kryptografische Schlüssel, die normalerweise die Verschlüsselung des Smartphones sichern. Unter bestimmten Voraussetzungen könnten Angreifer so Schutzmechanismen umgehen, wenn sie direkten Zugriff auf das Gerät besitzen. Das macht die Lücke besonders kritisch für Anwender, die viele private Daten auf ihrem Smartphone speichern.
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Vor allem günstige Geräte betroffen
MediaTek-Chips werden häufig in Smartphones der Einsteiger- und Mittelklasse eingesetzt. Daher sind vor allem Geräte aus diesen Preisbereichen gefährdet. Teurere Smartphones setzen meist auf eigene Prozessoren der Hersteller oder auf Chips von Qualcomm, wodurch die Lücke dort weniger relevant ist. Nutzer günstiger Geräte sollten also besonders wachsam sein.
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Updates sind entscheidend
MediaTek hat bereits ein Update veröffentlicht, das die Sicherheitslücke schließen soll. Damit alle Nutzer geschützt sind, müssen die Smartphone-Hersteller die Korrektur zunächst in ihre eigenen Firmware-Updates einbinden und an die Geräte verteilen. Nutzer sollten regelmäßig prüfen, ob Updates verfügbar sind, und diese sofort installieren. Erst danach gilt das Smartphone als sicher.