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Riesenplakat in Mailand

Apple entfernt iPhone-Werbung mit Kleinkind nach heftiger Kritik

Kleinkind hält Smartphone in den Händen
Smartphone-Nutzung bei Kindern ist ein kontroverses Thema Foto: Getty Images
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Adrian Mühlroth
Redakteur

17. August 2026, 16:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die Nutzung von Smartphones durch sehr junge Kinder wird in vielen Ländern kritisch diskutiert. Dabei geht es vor allem um Bildschirmzeit, mögliche Folgen für die Entwicklung und die Verantwortung von Eltern und Unternehmen. Eine aktuelle iPhone-Werbung von Apple hat diese Debatte nun erneut ausgelöst. In Mailand wurde ein Plakat der Kampagne „Relax, es ist ein iPhone“ nach einer Beschwerde entfernt.

Apple tauscht Plakat in Mailand aus

Die Kampagne soll zeigen, wie widerstandsfähig iPhones im Alltag sind. Zu sehen sind Geräte unter anderem im Regen, beim Herunterfallen und im Maul eines Hundes. Ein weiteres Motiv zeigt ein Kind zwischen Baby- und Kleinkindalter, das ein mit Essen verschmiertes iPhone in der Hand hält. Der Slogan lautet jeweils: „Relax, es ist ein iPhone“.

In Mailand hing dieses Motiv zusammen mit anderen Plakaten an einer Brücke. Eine Einwohnerin wandte sich deshalb an die italienische Kinder- und Jugendbeauftragte AGIA. Die Behörde gab den Fall an mehrere zuständige Stellen weiter. Dazu gehörte auch die Kommunikationsaufsicht AGCOM. Eine Woche später ersetzte Apple das Plakat durch ein anderes Motiv.

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Kritik an „elektronischem Babysitting“

Die Beschwerdeführerin sprach in ihrem Schreiben von „elektronischem Babysitting“. Die AGIA kritisierte die Werbung anschließend in einer Pressemitteilung deutlich. Nach Einschätzung der Behörde normalisiere das Motiv eine Entwicklung, die bei sehr jungen Kindern zunehmend zu beobachten sei:

„Während weltweit seit Langem über ein Mindestalter für den Zugang zur digitalen Welt diskutiert wird, scheint diese Werbung in eine völlig andere Richtung zu gehen, indem sie etwas normalisiert, das wir leider mit besorgniserregender Häufigkeit beobachten: Kinder, selbst sehr junge, werden der elektronischen Kinderbetreuung überlassen. Dies kann der Ausgangspunkt einer möglichen Abhängigkeit sein, mit schwerwiegenden Folgen für ihre psychologische und kognitive Entwicklung.“ – Marina Terragni, AGIA

Reaktionen auch außerhalb Italiens

Bislang sind keine weiteren Fälle bekannt, in denen die Plakate entfernt wurden. Das Motiv ist laut Bericht jedoch in mehreren Städten weltweit zu sehen. Auch in den USA gibt es Kritik an der Anzeige. Ashley McGuire von The Catholic Association of America bezeichnete das Motiv gegenüber dem National Catholic Register als „Gaslighting“.

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McGuire sieht darin eine Beleidigung für Eltern, die sich wegen der Folgen übermäßiger Bildschirmnutzung sorgen. Sie verweist dabei auf eine psychische Gesundheitskrise im Zusammenhang mit zu viel Bildschirmzeit. Nach ihrer Einschätzung zeige die Kampagne, „wie wenig Rücksicht die großen Technologiekonzerne auf Familien und besonders schutzbedürftige Kinder nehmen“.

Adrian Mühlroth
Redakteur

„Smartphone-Nutzung bei Kleinkindern nicht normalisieren“

„Als Technik-Redakteur und Vater von zwei kleinen Kindern gebe ich zu, dass es mir nicht leichtfällt, sie von Smartphones fernzuhalten. Für uns Erwachsene gehört es mittlerweile so selbstverständlich zum Alltag dazu, dass wir schon fast gar nicht mehr darüber nachdenken. Das merken unsere Kinder – vor allem deswegen wird es für sie zum Objekt der Begierde.

Ich glaube, dass man dieser Begierde in einem eng gefassten Kontext entgegenkommen kann. Bei uns war es zum Beispiel eine Zeit lang das Anschauen von ihren Bildern in der Fotos-App. Mit geführtem Zugriff und App-Sperre, versteht sich.

Natürlich darf das Smartphone nicht zum Instrument zur Ruhigstellung der Kinder werden – und genau das scheint die Werbekampagne zu normalisieren. Selbst wenn das nicht Apples Absicht war, finde ich die Empörung gerechtfertigt und befürworte das Entfernen des Plakats in Mailand.“

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