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Dünnes iPhone, dicker Preis! Warum mich das iPhone Air nicht überzeugt

Das iPhone Air im Apple Park in Cupertino
Das iPhone Air im Apple Park in Cupertino Foto: Christian Just
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Adrian Mühlroth
Redakteur

9. September 2025, 22:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Um die zuletzt etwas ernüchternden iPhone-Verkäufe wieder anzukurbeln, hat Apple ein komplett neues Modell vorgestellt: das iPhone Air. Superdünn, superelegant, super beeindruckend – zumindest aus der technischen Warte. Aber es handelt sich hier nicht um eine Technik-Demo, sondern um ein fertiges Smartphone, das in dieser Form an Käufer herausgehen soll. Für das, was es bietet, ist es jedoch heillos überteuert.

Das Air soll Kunden etwas Neuartiges bieten, mit leichtem Gewicht und extraflachem Gehäuse Merkmale. Das Design erfordert jedoch Kompromisse. Es bringt vor allem technische Einschränkungen mit sich, aber auch mit der Optik habe ich meine Probleme.

Dünnes Air, dicker Preis

TECHBOOK hat bereits im Vorfeld umfangreich über die Gerüchte zum iPhone Air berichtet. Das, was Apple letztlich auf dem September-Event vorgestellt hat, war für mich daher nichts Neues. Meine Meinung zu den Mängeln des Air-Designs habe ich schon vorab kundgetan. Allerdings stand damals der Preis noch nicht fest – und der hat es beim iPhone Air in sich.

Mit einem Preisschild von 1199 Euro geht das neue Smartphone an den Start. Das ist der exakt gleiche Preis, den Apple auch für das iPhone 16 Pro verlangte. Gut, das Pro hatte nur 128 Gigabyte Speicher, das Air hingegen 256 GB. Aber dafür ganze zwei Kameras weniger. Eine einzelne Kamera für 1199 Euro? Für ein Smartphone, das laut Apple „mit Pro Power“ kommt, ist das indiskutabel. Das derzeit günstigste Modell, iPhone 16e, kostet 699 Euro und hat nur eine Kamera. Für den Preis mag das noch in Ordnung gehen, aber für bald doppelt so viel?

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iPhone Air hat starke Konkurrenz – von Apple selbst

Für viele ist das iPhone zum Kamera-Ersatz geworden, deswegen haben die meisten Modelle mittlerweile zwei oder sogar drei verschiedene Linsen. Für das iPhone 17 Pro gibt Apple explizit acht verschiedene Brennweiten-Optionen an, die sich von Ultraweitwinkel, über Hauptkamera bis Telefoto-Objektiv erstrecken. Beim Air gibt es ein- und zweifachen Zoom – keine Ultraweit-Option, die selbst im 250 Euro günstigeren iPhone 17 Standard ist. Dramatische Stadt- und Landschaftsaufnahmen oder kunstvolle Porträt-Shots sind damit nicht oder nur begrenzt möglich.

Das Air hat eine Kamerainsel bekommen, die Apple als „Plateau“ bezeichnet. Die Rechtfertigung für die dicke Leiste, die sich über die gesamte Gehäusebreite spannt: Hier sitzen neben der Kamera auch der A19-Pro-Chip und weitere Systemkomponenten, die mehr Platz brauchen. Dadurch soll im Rest des Gehäuses mehr Platz für eine neue „High Density“-Batterie sein. Diese ermöglicht laut Apple 27 Stunden Akkulaufzeit. Weit entfernt von den 30 Stunden im iPhone 17 und von den 37 Stunden im 17 Pro Max.

Lesen Sie auch: iPhone 17 Air, Watch Ultra 3, AirPods Pro 3 – die Highlights des Apple-Events

An sich ist die Kameraleiste kein Problem. Allerdings lösen andere Hersteller wie Google das Design besser. Die Linsen ragen hier nicht noch weiter aus der Leiste heraus, sondern sind bündig darin eingelassen. Klar ist es schwierig, die 48-Megapixel-Kamera in das superflache, 5,6 mm dicke Gehäuse zu integrieren. Aber Apple hat ein gigantisches Budget – läppische 30 Milliarden US-Dollar – für Forschung und Entwicklung. Sollte da nicht mehr drin sein?

Für 1199 Euro liefert Apple zu wenig

Bis auf den A19 Pro ist also nicht viel Pro am iPhone Air. Da jetzt selbst beim 17er ProMotion mit 120 Hertz, Always-On und 256 GB Speicher Standard sind, kann sich das Air nicht damit abheben. Für mich ist es den Aufpreis daher nicht wirklich wert. Vor allem, weil das iPhone 17 mit seinen zwei Kameras mehr an einer Stelle bietet, die für Nutzer wichtiger sind als mehr Leistung. Der A19 reicht auch für Gaming locker aus und mehr Akkulaufzeit gibt es obendrein.

Das iPhone Air ist eine interessante Design-Studie, wie viel Technik auf engsten Raum passt. Vielleicht weckt es durch seine Novität das Interesse von einigen Käufern. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es bei der Masse ankommt. Wer sein hart verdientes Geld klug ausgeben möchte, sollte das iPhone Air meiden und lieber in das iPhone 17 investieren. Oder gleich 100 Euro mehr zahlen und ein zukunftssicheres iPhone 17 Pro kaufen, dessen Kamera auch noch in fünf Jahren mithalten kann.

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