15. Dezember 2025, 9:05 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Mehr als einen Monat hat Apple an iOS 26.2 gearbeitet – jetzt ist das Update fertig. Es steht für alle Besitzer kompatibler iPhones bereit. Darin enthalten sind eine Reihe von bedeutsamen Neuerungen und Verbesserungen, mit denen Apple auf die Nutzerkritik reagiert.
Update: iOS 26.2 schließt kritische Sicherheitslücken
Apple beschreibt auf seiner Support-Seite zwei Fehler in WebKit, die beim Laden bösartig angefertigter Webinhalte kritische Folgen haben können. Die Verarbeitung solcher Inhalte kann zu einer Ausführung beliebigen Codes führen. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Schwachstelle in „einem extrem ausgefeilten Angriff gegen spezifische gezielte Personen auf iOS-Versionen vor iOS 26“ ausgenutzt.
Ein weiterer Fehler führt unter bestimmten Umständen zu Speicherfehlern. Auch hierbei handelt es sich um eine Zero-Day-Lücke, die Hacker für Angriffe benutzt haben. Beide Schwachstellen hat durch verbessertes Speichermanagement beziehungsweise strengere Prüfmechanismen beseitigt.
Weitere behobene Schwachstellen
Neben WebKit betreffen die Updates weitere Bereiche der Systeme. Ein Fehler im App Store konnte dazu führen, dass Nutzer Zugriff auf sensible Zahlungstoken erhielten. Dies wurde durch interne Anpassungen korrigiert. Zudem konnte die Verarbeitung manipuliert erstellter Bilddateien Speicherfehler hervorrufen, was nun verhindert werden soll.
Auch der Umgang mit privaten Fotos wurde verbessert. Inhalte aus dem versteckten Album ließen sich ohne erneute Authentifizierung anzeigen. Dieser Zugriff wird durch die Aktualisierungen wieder korrekt blockiert. Darüber hinaus konnte es beim Fernsteuern eines Geräts über FaceTime dazu kommen, dass gespeicherte Passwörter unbeabsichtigt entfernt wurden. Apple behebt dieses Verhalten mit den neuen Versionen.
Mehr Kontrolle über den Liquid-Glass-Look
Mit iOS 26 führte Apple die neue Designsprache Liquid Glass ein, die seitdem für Diskussionen sorgt. Manche Nutzer empfinden die starke Transparenz als schwer lesbar, andere wünschen sich einen einheitlicheren Look. iOS 26.2 erweitert die Optionen deutlich.
Auf dem Sperrbildschirm lässt sich die Transparenz der Uhrzeit nun stufenlos über einen Slider einstellen – von fast unsichtbar bis komplett deckend. Zudem erscheint ein Hinweis, wenn sich die Optionen „Eingefärbt“ und „Transparenz reduzieren“ gegenseitig ausschließen, sodass Nutzer klar zwischen beiden wählen können.
Gleichzeitig hat Apple die Animationen überarbeitet. Elemente wie Aufklappmenüs bewegen sich erstmals so weich wie auf der WWDC25-Demo, während die Maßband- und die Wasserwaagen-App neue flüssige Blasenanimationen erhalten.
Erinnerungen erhalten eine echte Alarmfunktion
Eine der meistgewünschten Funktionen ist nun endlich verfügbar. Erinnerungen können in iOS 26.2 erstmals einen Alarm auslösen, der sogar bei aktiviertem Fokusmodus und stummgeschaltetem iPhone hörbar bleibt.
Der Alarm erscheint als Hinweisbanner oder auf dem Sperrbildschirm und ist farblich blau markiert, um ihn klar von Weckern und Timern zu unterscheiden. Wie alle Alarme lassen sich auch Erinnerungshinweise nur noch per Schlummern pausieren oder per Wischgeste stoppen.
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Podcast-App bringt automatisch generierte Kapitel
Die Podcast-App bekommt gleich mehrere Komfortfunktionen. Kapitel werden jetzt automatisch erzeugt, sodass Nutzer schneller zu bestimmten Stellen springen können.
Verweise auf andere Podcasts erscheinen sowohl im Player als auch im Transkript und können von dort direkt geöffnet oder abonniert werden. Außerdem erkennt die App Links in Episoden und zeigt sie automatisch an, damit sie ohne Umwege aufrufbar sind.
Schlafindex der Apple Watch angepasst
Der mit iOS 26 eingeführte Schlafindex wird ebenfalls überarbeitet. Die Skala orientiert sich künftig stärker an der tatsächlichen Wahrnehmung vieler Nutzer:
- Sehr niedrig: 0-40 (vorher 0-29)
- Niedrig: 41-60 (vorher 30-49)
- OK: 61-80 (vorher 50-69)
- Hoch: 81-95 (vorher 70-89)
- Sehr hoch: 96-100 (vorher 90-100)
Für die Nutzung ist weiterhin mindestens eine Apple Watch Series 6 Voraussetzung.
Neue Sicherheitswarnungen für Katastrophenfälle
Mit iOS 26.2 baut Apple die erweiterten Sicherheitswarnungen weiter aus. Die Hinweise können bei Ereignissen wie Erdbeben oder Überschwemmungen erscheinen und je nach Verfügbarkeit über WLAN, Bluetooth oder mobile Daten zugestellt werden. Sie werden für betroffene Regionen oder Ländergruppen ausgegeben, etwa für die gesamte EU. In Deutschland ist die Funktion bisher noch nicht verfügbar.
Spiele-App wächst deutlich
Auch die Spiele-App erfährt mehrere Neuerungen. Die Bibliothek lässt sich nun genauer sortieren, unter anderem nach Kategorie oder Größe.
Gleichzeitig verbessert Apple die Controller-Unterstützung, damit Nutzer seltener zwischen Gamepad und Touchscreen wechseln müssen. Neue Score-Anzeigen informieren außerdem in Echtzeit über Herausforderungen und erscheinen jetzt auch während laufender Spielsitzungen.
AirDrop wird sicherer und flexibler
Eine der spannendsten Funktionen in iOS 26.2 ist die neue AirDrop-Kopplung per Einmalcode. Nutzer können einen Code generieren und mit Personen teilen, die nicht in ihrer Kontaktliste stehen. Über diese Verbindung lassen sich Dateien anschließend 30 Tage lang austauschen, ohne den Modus „Für alle“ aktivieren zu müssen. In den Einstellungen gibt es zudem einen neuen Bereich, in dem alle per Code freigegebenen Kontakte einsehbar sind.
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Siri bekommt Konkurrenz auf der Seitentaste
Apple bereitet sich auf gesetzliche Änderungen in Japan vor, die ab Dezember 2025 die Öffnung der iPhone-Seitentaste für alternative Sprachassistenten verlangen. Das Unternehmen veröffentlicht bereits Dokumentationen für Entwickler, wie Systeme wie ChatGPT, Alexa oder Google Gemini über Gedrückthalten der Seitentaste gestartet werden können.
Bis auf Weiteres steht die Funktion nur Nutzern mit japanischem Apple-Account zur Verfügung. Der Schritt könnte jedoch eine Vorschau für eine ähnliche Anpassung in der EU sein. Der Digital Markets Act (DMA) sieht vor, dass Apple andere Sprachassistenten neben Siri auf Systemebene zulassen muss.
iOS 26.2 führt neue Anpassung für den Sperrbildschirm ein
Apple macht AirDrop per Update endlich sicherer
Weitere Neuerungen
- Die Passwort-App bietet nun eine Verwaltung für Websites, für die Passwörter bewusst nicht gespeichert werden sollen.
- Freeform erhält eine Tabellenfunktion
- Alarme können den gesamten Bildschirm zum Blinken bringen, nicht nur den LED-Blitz.
- Die News-App zeigt praktische Schnellzugriffe auf Kategorien wie Sport oder Politik.
- In CarPlay lassen sich angepinnte Nachrichten deaktivieren.
- Drittanbieter-Apps erhalten Zugriff auf Bluthochdruck-Mitteilungen der Apple Watch.
Sollte man das Update gleich installieren?
Da iOS 26.2 Sicherheitslücken schließt, die von Hackern aktiv genutzt wurden, empfiehlt TECHBOOK, das Update schnellstmöglich zu installieren. Ansonsten lohnt sich die Installation vor allem für diejenigen, die von Liquid Glass genervt sind und mehr Anpassungsmöglichkeiten suchen. Auch für Nutzer des Schlafindex, der Podcast-App und Erinnerungen bringt das Update praktische Neuerungen. Sobald wir mehr über Sicherheitspatches erfahren, passen wir die Empfehlung entsprechend an.
Apple stellt iOS 26.2 für alle iPhones bereit, die bereits iOS 26 unterstützen. Es ist also mindestens ein iPhone 11, 11 Pro oder iPhone SE 2020 erforderlich.