5. März 2026, 20:25 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Bereits seit dem Update auf iOS 14 erscheint manchmal ein kleiner Punkt auf dem iPhone-Bildschirm, der entweder grün oder orange leuchtet. TECHBOOK erklärt, was es damit auf sich hat.
In der Vergangenheit gab es immer wieder Kontroversen mit Apps, die sich Zugriff auf Mikrofone und Kameras des iPhones holten und diese dann aktivierten, ohne dass Nutzer etwas davon mitbekamen. Um das zu verhindern, hat Apple bereits mit iOS 14 eine ebenso simple wie effektive Maßnahme ergriffen.
Nie wieder heimliches Ausspionieren
Wenn eine der iPhone-Kameras oder ein Mikrofon genutzt wird, taucht nun ein kleiner, kreisrunder Indikator am oberen rechten Bildschirmrand auf. So merken Nutzer sofort, wenn eine App unerlaubterweise und versteckt auf sensible Funktionen zugreift. Auf dem iPhone-Display erscheint der Punkt grün, wenn die Kamera aktiv ist, und orange, wenn ein Mikrofon in Nutzung ist.
Mit neueren iOS-Versionen – aktuell iOS 18 – wurde die Funktion weiter ausgebaut. Wischt man vom oberen rechten Bildschirmrand nach unten und öffnet das Kontrollzentrum, wird dort angezeigt, welche App zuletzt auf Kamera oder Mikrofon zugegriffen hat. Nutzer können so direkt nachvollziehen, welcher Dienst die Sensoren verwendet hat.
Zusätzlich bietet Apple seit iOS 15 den sogenannten „App-Datenschutzbericht“. In den Einstellungen lässt sich dort detailliert einsehen, welche Apps wie häufig auf Kamera, Mikrofon, Standort oder Kontakte zugegriffen haben. Diese Transparenzfunktion wurde in den folgenden iOS-Versionen weiter verfeinert.
Die besten Neuerungen in iOS 14
Belauscht WhatsApp heimlich seine Nutzer?
Von MacBooks bekanntes Feature
Apple setzt damit auf dem iPhone um, was bei vielen Laptops, darunter auch den MacBooks, seit Jahren Normalität ist. Dort erscheint ebenfalls ein grüner Punkt, der den Nutzern signalisiert, dass die Kamera gerade angeschaltet ist.
Auch auf dem Mac wurde die Anzeige inzwischen erweitert: Neben der Kamera wird – analog zum iPhone – auch die Nutzung des Mikrofons durch einen farbigen Indikator kenntlich gemacht.
Wie ist der Stand bei Android?
Google hat ein vergleichbares System mit Android 12 eingeführt. Seitdem erscheint auch auf Android-Smartphones ein grüner Indikator am oberen Bildschirmrand, sobald Kamera oder Mikrofon aktiv sind.
Ebenfalls seit Android 12 gibt es ein „Datenschutz-Dashboard“. Dort können Nutzer einsehen, welche Apps in den vergangenen 24 Stunden auf sensible Berechtigungen wie Kamera, Mikrofon oder Standort zugegriffen haben. Ab Android 13 kamen zusätzliche Kontrollmöglichkeiten hinzu, etwa getrennte Freigaben für Fotos und Videos statt eines pauschalen Speicherzugriffs. Mit Android 14 wurden die Datenschutzübersichten weiter verfeinert und die Transparenz bei sensiblen Berechtigungen ausgebaut.
Damit haben sowohl Apple als auch Google in den vergangenen Jahren ihre mobilen Betriebssysteme deutlich stärker auf Transparenz und Kontrolle bei Kamera- und Mikrofonzugriff ausgerichtet. Heimliche Aktivierungen lassen sich dadurch zwar technisch nicht völlig ausschließen, fallen Nutzern heute jedoch deutlich schneller auf als noch vor einigen Jahren.