26. Juni 2026, 16:07 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Google arbeitet offenbar an einer neuen Funktion für Pixel-Smartphones. Sie soll sich nicht nur Musik merken, sondern möglicherweise auch Gespräche erfassen. Hinweise darauf stammen aus einer Vorabversion der Android-System-Intelligence. Welche Möglichkeiten die App am Ende bietet, ist allerdings noch offen.
Leak zeigt Hinweise auf neue Audio-App
Google bietet mit „Now Playing“ bereits eine Funktion an, die Musik in der Umgebung erkennt. Ist sie aktiviert, identifiziert sie Songs und Interpreten und speichert diese Informationen. Ähnliche Funktionen gibt es auch von Drittanbietern wie Shazam. Nun deutet ein Leak darauf hin, dass Google dieses Prinzip deutlich erweitern könnte.
In einer Vorabversion der Android-System-Intelligence wurden laut dem Online-Magazin „9to5Google“ Hinweise auf eine neue Funktion mit dem Namen „Audio Memory“ entdeckt. In der Beschreibung heißt es: „Keep track of what you hear throughout your day, from the music around you to your important conversations.“ Auf Deutsch lautet die Beschreibung: „Halte fest, was Du im Laufe Tages hörst, von der Musik in Deiner Umgebung bis hin zu wichtigen Gesprächen.“
Welche Funktionen Audio Memory bieten könnte
Welche Möglichkeiten die App tatsächlich erhält, ist derzeit nicht bekannt. Erste Screenshots deuten darauf hin, dass Now Playing künftig Teil einer übergeordneten Anwendung sein könnte. Außerdem spricht die Beschreibung dafür, dass Pixel-Nutzer eine Notizfunktion erhalten könnten, die Gespräche erfasst.
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Offen bleibt jedoch, wie diese Funktion genau arbeitet. Unklar ist unter anderem, ob Pixel-Smartphones dauerhaft im Hintergrund zuhören oder ob die Funktion erst nach einer bestimmten Aktivierung startet. Ebenso ist nicht bekannt, ob ausschließlich Telefongespräche oder auch Unterhaltungen in der Umgebung berücksichtigt werden.
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Noch viele offene Fragen zur Entwicklung
Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Audio Memory befindet sich weiterhin in der Entwicklung. Deshalb ist auch nicht sicher, ob die Funktion überhaupt auf den Markt und auf Pixel-Smartphones kommt.
Das Konzept erinnert in Teilen an Microsoft Recall. Diese Funktion sollte in regelmäßigen Abständen Schnappschüsse von Nutzeraktivitäten auf Windows-PCs erstellen, auswerten und später wieder verfügbar machen. Audio Memory könnte ähnlich funktionieren, indem Gespräche aufgenommen, ausgewertet und später mit ihren wichtigsten Inhalten abrufbar gemacht werden. Recall scheiterte zwar nicht grundsätzlich, wurde nach massiver Kritik an Sicherheit und Datenschutz aber mehrfach verschoben und anschließend mit deutlich strengeren Schutzmaßnahmen neu konzipiert. Das zeigt auch, wie sensibel Funktionen sind, die dauerhaft Informationen aus dem Alltag der Nutzer erfassen. Ob Google einen anderen Weg einschlägt, bleibt abzuwarten.
Frage des Datenschutzes
Denn auch hier stellt sich die Frage des Datenschutzes, der in Europa und insbesondere Deutschland höher gehandelt wird als in Googles Heimat, den USA. Sollte „Audio Memory“ tatsächlich Gespräche in der Umgebung aufzeichnen oder dauerhaft mithören, müsste das Unternehmen strenge Datenschutzvorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie nationale Gesetze einhalten.
Besonders heikel wäre eine automatische Erfassung von Gesprächen, da dabei auch Stimmen und personenbezogene Daten unbeteiligter Dritter verarbeitet würden. Zudem stellt das heimliche Aufzeichnen nicht öffentlich gesprochener Worte nach § 201 Strafgesetzbuch unter bestimmten Voraussetzungen sogar eine Straftat dar. Deshalb dürfte eine solche Funktion hierzulande voraussichtlich nur mit klarer Aktivierung durch den Nutzer, transparenter Information und umfassenden Schutzmaßnahmen zulässig sein. Ob und in welcher Form Google „Audio Memory“ überhaupt in Europa anbieten würde, ist derzeit offen.