15. Januar 2026, 7:18 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Apple hat mit seiner KI-Offensive lange auf sich warten lassen – und dann zunächst enttäuscht. Apple Intelligence startete mit Verzögerungen, einem eingeschränkten Funktionsumfang und wirkte im Vergleich zu Angeboten von Google oder OpenAI unausgereift. Nun zieht der Konzern Konsequenzen und setzt bei seiner KI-Strategie auf externe Hilfe.
Schon im November 2025 kursierten erste Hinweise auf eine mögliche Zusammenarbeit zwischen Apple und Google. Damals hieß es, Apple habe Google damit beauftragt, eine speziell angepasste Version von Gemini zu entwickeln. Jetzt ist klar: Aus den Gerüchten ist eine feste Partnerschaft geworden.
Google und Apple vereinbaren langfristige Zusammenarbeit
Google bestätigte die Kooperation in einem Beitrag auf X. Demnach haben beide Unternehmen eine mehrjährige Vereinbarung geschlossen. Die nächste Generation, der sogenannten Apple Foundation Models soll, künftig auf Googles Gemini-Modellen sowie der dazugehörigen Cloud-Infrastruktur aufbauen. Diese Modelle bilden das Fundament für die kommende, 2024 groß angekündigte, persönlichere Siri und weitere KI-Funktionen im Apple-Ökosystem.
Nach Angaben der Unternehmen habe Apple verschiedene KI-Technologien geprüft und sich anschließend für Google entschieden. Ausschlaggebend sei die Leistungsfähigkeit von Gemini gewesen, das sich als geeignetste Grundlage für Apples eigene KI-Modelle erwiesen habe.
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Apple arbeitet an komplett neuem Betriebssystem
Gemini rückt ins Zentrum von Apple Intelligence
Die Gemini-Modelle sollen im Hintergrund zentrale Aufgaben übernehmen und neue Funktionen ermöglichen. Gleichzeitig betont Apple, dass Apple Intelligence weiterhin in die eigene Infrastruktur eingebettet bleibt. Die Verarbeitung soll entweder direkt auf den Geräten oder über Apples Private-Cloud-System erfolgen. An den bestehenden Datenschutzversprechen wolle man festhalten.
Externe KI ist für Apple kein Neuland
Ganz neu ist der Einsatz externer KI für Apple nicht. Bereits heute kann Siri auf Wunsch Anfragen an ChatGPT weiterleiten. Die Antworten von OpenAI werden anschließend von der Sprachassistentin ausgegeben. Diese Anbindung soll künftig erweitert werden.
Mit Gemini will Apple die nächste Generation von Siri aufbauen. Der Assistent soll kontextbezogener, persönlicher und leistungsfähiger werden. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass erste dieser Funktionen noch im Laufe des Jahres verfügbar sein werden.
Für Apple markiert die Partnerschaft einen strategischen Wendepunkt: Statt ausschließlich auf eigene KI-Modelle zu setzen, greift der Konzern nun gezielt auf die Technologie eines Konkurrenten zurück – um im Rennen um leistungsfähige KI-Systeme nicht weiter zurückzufallen.