14. Dezember 2025, 16:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Wer in Hochwassergebieten lebt oder schon mal mit einem Wohnungsbrand zu tun hatte, kennt die Situation: die hektische Suche nach den wichtigsten Dokumenten. Um zumindest etwas Überblick in Notfallsituationen zu behalten, lohnt es sich, eine Mappe mit den wichtigsten Dokumenten vorbereitet zu haben. TECHBOOK zeigt in diesem Artikel, worauf man bei der Zusammenstellung achten sollte.
Es braucht nicht einmal über die Ufer tretende Flüsse oder größere Brände, schon eine Bombenentschärfung reicht als Grund aus, die Wohnung so schnell wie möglich verlassen zu müssen. Dann bleibt nur wenig Zeit, um die wichtigsten Dinge zusammenzupacken. In solchen Situationen reagieren die meisten Menschen kopflos, das ist normal. Wer dann eine Notfallmappe vorbereitet hat, erspart sich unnötigen Stress.
Wenn Personalausweis, Führerschein oder Krankenversichertenkarte im Wasser versinken oder verbrennen, folgt ein zeitaufwendiger Zug durch die Behörden, um diese wichtigen Dokumente wieder neu ausstellen zu lassen. Sollten solche Dokumente durch äußere Umstände doch verloren gehen, hilft es, Kopien in analoger oder digitaler Form an einem sicheren Ort hinterlegt zu haben, beispielsweise bei Familienangehörigen oder guten Freunden.
Was für Dokumente gehören in eine Notfallmappe?
Eine gute Checkliste mit den Dokumenten für eine solche Notfallmappe findet sich auf der Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK):
Nur im Original:
- Familienurkunden, also vorhandene Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden; im besten Fall finden sich diese üblicherweise im Familien-Stammbuch
Wenn im Original nicht mehr verfügbar, reicht eine beglaubigte Kopie:
- Sparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen
- Renten-, Pensions- und Einkommensbescheinigungen, Einkommenssteuerbescheide
- erworbene Qualifizierungsnachweise, wie Zeugnisse, also Schulzeugnisse, Hochschulzeugnisse oder andere Nachweise über Zusatzqualifikationen
- Verträge und Änderungsverträge, beispielsweise Mietverträge, Leasingverträge oder ähnliche Dokumente
- Testament, Patientenverfügung und Vollmacht
Einfache Kopie reicht (auch digital):
- Personalausweis, Reisepass
- Führerschein und Fahrzeugpapiere
- Impfpass
- Grundbuchauszüge
- sämtliche Änderungsbescheide für empfangene Leistungen
- Zahlungsbelege für Versicherungsprämien, insbesondere Rentenversicherung
- Meldenachweise der Arbeitsämter, Bescheide der Agentur für Arbeit
- Rechnungen, die offene Zahlungsansprüche belegen
- Mitglieds- oder Beitragsbücher von Verbänden, Vereinen oder sonstigen Organisationen
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Digitale Kopien können helfen
Beim Anlegen einer solchen Notfallmappe sollten am besten sämtliche Familienmitglieder eingebunden werden. Somit sind alle über den Inhalt informiert und wissen im Notfall, an welchem Ort die Mappe mit den wichtigsten Dokumenten hinterlegt ist.
Um wichtige Dokumente für den Notfall auch digital abgesichert zu haben, bieten viele Betriebssysteme inzwischen standardmäßig Backup-Funktionen. Darüber hinaus gibt es spezielle Software, um regelmäßig Backups für Notfälle zu erstellen. Zusätzlich lohnt es sich, eine digitale Notfallmappe auf einen USB-Stick zu ziehen. Dieser sollte dann am besten getrennt vom Rechnerplatz an einem anderen Ort sicher gelagert werden. Das können andere Familienmitglieder oder Freunde sein oder ein Schließfach.
Es schadet auch nicht, digitale Kopien wichtiger Dokumente zusätzlich in der Cloud zu speichern. Hierzu allerdings vorab über die vorhandenen Sicherheitsfunktionen des Cloud-Anbieters informieren. Schließlich handelt es sich um sensible private Daten, die vor den Blicken Dritter abgeschirmt sein sollten.
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Notfalldaten auf dem Smartphone
Um wichtige Daten digital zu sichern, eignen sich inzwischen auch Smartphones. Das haben die meisten Menschen in der Regel immer griffbereit zur Hand. Unter Android und iOS finden sich inzwischen vorinstallierte Möglichkeiten, um wichtige persönliche Daten für den Notfall zu speichern.
Notfallspeicher unter Android (ab Android 12):
- Einstellungen des Smartphones aufrufen.
- Nach „Notfall“ suchen
- Die dort abgefragten Daten eintragen und abspeichern.
- Damit im Notfall Rettungsdienste auf die hinterlegten Informationen zugreifen können, den „Zugriff auf Notfallinformationen“ auf „Anzeigen, wenn gesperrt“ einstellen.
Notfallspeicher unter iOS (ab Version 8):
- Health-App aufrufen.
- Um Daten einzutragen, „Notfallpass“ anklicken und „Notfallpass konfigurieren“ auswählen.
- Unbedingt die Funktion „Im Sperrzustand zeigen“ aktivieren, damit Rettungsdienste auf die hinterlegten Daten im Notfall auch im gesperrten Zustand zugreifen können.
- Zudem verfügt iOS über die Funktion „Während eines Notrufs teilen“. Ist diese Möglichkeit aktiviert, wird der Notfallpass während des Anrufs oder beim Versenden einer Notfall-SMS automatisch an den Rettungsdienst übermittelt.
Im Google Play Store oder App Store von Apple gibt es zudem weitere Apps, mit denen Dokumente und Daten für den Notfall jederzeit griffbereit und digital abrufbar hinterlegt werden können.