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Technik trifft Beauty

Mit dieser Erfindung werden lange Nägel Smartphone-tauglich

Person lackiert sich die Nägel
Mit einer neuen Beschichtung könnten lange Fingernägel künftig problemlos zur Eingabe auf Smartphones genutzt werden Foto: Getty Images
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Przemyslaw Szymanski

25. März 2026, 16:51 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Smartphones gehören für viele fest zum Alltag. Nachrichten schreiben, Informationen nachsehen oder durch Apps scrollen passiert oft nebenbei. Wer allerdings lange oder künstliche Fingernägel trägt, stößt dabei schnell auf ein Problem: Der Bildschirm reagiert oft nicht auf Berührungen mit der Nagelspitze. Genau hier setzt eine neue Entwicklung an, die eine einfache Lösung verspricht.

Ein Forschungsteam hat einen speziellen Nagellack entwickelt, der Fingernägel für Touchscreens nutzbar machen soll. Hinter dem Projekt stehen die Forscherin Manasi Desai und ihr Professor Joshua Lawrence vom Centenary College of Louisiana. Die Forscher stellten ihre Ergebnisse bei einem Treffen der American Chemical Society vor. Sie wollten eine Beschichtung entwickeln, die sich wie normaler Klarlack auftragen lässt. Gleichzeitig erzeugt sie eine elektrische Reaktion, die sonst nur durch die Haut eines Fingers entsteht. Dadurch lassen sich Fingernägel direkt zur Eingabe nutzen, ganz ohne zusätzliche Hilfsmittel.

Warum Displays nicht reagieren

Das Problem betrifft vor allem kapazitive Touchscreens. Diese Technik reagiert auf Veränderungen eines elektrischen Feldes, wenn ein leitfähiges Objekt die Oberfläche berührt. Bei langen Fingernägeln oder sehr trockener Haut reicht die Leitfähigkeit oft nicht aus, damit das Gerät die Berührung erkennt. Die Folge: Eingaben funktionieren nur unzuverlässig. Der neue Lack soll genau diese fehlende Leitfähigkeit ausgleichen.

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Für die Entwicklung mischten die Forscher verschiedene Zusatzstoffe in transparenten Nagellack. Getestet wurden unter anderem Ethanolamin und Taurin. Beide Stoffe machten den Lack leitfähig genug, um einen Touchscreen auszulösen. Während Ethanolamin als potenziell gesundheitsschädlich gilt, zeigte sich Taurin als deutlich unproblematischer. Der Stoff kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und ist auch aus Nahrungsergänzungsmitteln bekannt.

Die richtige Mischung ist entscheidend

Neben den Inhaltsstoffen spielte auch das Mischverhältnis eine wichtige Rolle. Das Team untersuchte, wie gut der Lack auf dem Nagel haftet und wie zuverlässig Displays darauf reagieren. Entscheidend war nicht nur die Leitfähigkeit, sondern auch, wie gleichmäßig sich die Beschichtung auftragen lässt und wie lange sie wirkt. Erst nach mehreren Anpassungen entstand eine Formel, mit der sich Eingaben stabil auslösen lassen.

Aktuell handelt es sich noch um eine experimentelle Lösung. Die Wirkung hält bisher nur begrenzte Zeit an, weshalb weiter an einer stabileren Variante gearbeitet wird. Einen Termin für einen möglichen Marktstart nennen die Forschenden in der Pressemitteilung nicht. Sollte sich die Idee durchsetzen, könnte der spezielle Nagellack eine praktische Hilfe im Alltag werden.

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