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Appetitlich, aber erfunden!

Lieferando bewirbt Gerichte, die es so gar nicht gibt

Mehrere orangefarbene Lieferando-Liefertaschen mit weißen Logos und grauen Reflektorstreifen stehen auf den Gepäckträgern von Fahrrädern. Auf einer der Taschen ist zusätzlich das Logo der UEFA Champions League zu sehen. Im unscharfen Hintergrund befinden sich mehrere Personen, darunter eine Person in einer gelben Jacke.
Bei Lieferando kommen teilweise KI-generierte Bilder statt Aufnahmen der tatsächlich angebotenen Gerichte zum Einsatz Foto: picture alliance / Maximilian Koch
Volontär

23. Oktober 2026, 19:25 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Wer bei Lieferando Essen bestellt, verlässt sich häufig auch auf die Bilder. Doch einige davon zeigen gar nicht, was später tatsächlich auf dem Teller landet.

Pizza, Burger oder Pasta sehen in der Bestell-App besonders appetitlich aus. Nur muss das abgebildete Gericht nicht aus der Küche des ausgewählten Restaurants stammen. Bei Lieferando finden sich KI-generierte Bilder, die laut „Watson“ teilweise lediglich eine generische Darstellung des angebotenen Essens zeigen. Wie das tatsächliche Gericht aussieht, lässt sich anhand eines solchen Bildes nicht erkennen.

Brisant ist vor allem, dass die künstlichen Bilder offenbar nicht immer auf Initiative der Gastronomen entstehen. „Watson“ verweist auf einen Imbissbesitzer, der auf Reddit schildert, selbst keine Fotos eingestellt zu haben. Ihm zufolge hätte der Lieferdienst automatisch KI-Bilder generiert. Um sie zu ersetzen, müsse er eigene Aufnahmen hochladen.

Aus Frühstück wird plötzlich Limonade

Wie gründlich die Technik danebenliegen kann, zeigt die britische Lieferando-Schwester Just Eat. Dort sorgten fehlerhafte KI-Bilder für Aufsehen. Besonders kurios fiel ein „Soda-Bread-Breakfast“ aus. Eigentlich handelt es sich um ein Gericht mit Soda-Brot, die KI machte daraus laut Medienberichten jedoch eine Art Limonade mit Speck und Ei (Slide 5).

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Just Eat entschuldigte sich für fehlerhafte Darstellungen und entfernte sie. Vom Einsatz der Technik verabschiedet sich der Lieferdienst deshalb allerdings nicht. Das verwendete KI-Werkzeug soll weiterentwickelt werden. Damit bleibt auch die grundsätzliche Frage bestehen, welchen Nutzen Essensbilder haben, wenn sie das angebotene Gericht gar nicht zuverlässig darstellen.

Echte Bilder kommen besser an

Hinzu kommt, dass KI-generiertes Essen bei Betrachtern offenbar nicht automatisch besser ankommt. Eine 2024 veröffentlichte Studie ergab, dass Teilnehmer KI-Bilder von Lebensmitteln als weniger realistisch und weniger appetitanregend bewerteten. In einer Untersuchung aus dem Jahr 2024 schnitten Bilder zudem besser ab, wenn die Teilnehmer wussten, dass sie authentisch waren.

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Dabei setzt Lieferando zunehmend auf künstliche Intelligenz. Das Unternehmen nennt etwa KI-gestützte Empfehlungen, Lieferzeit- und Nachfrageprognosen sowie einen Sprachassistenten. Bei den Menübildern zeigt sich allerdings eine Schwäche der Technik besonders deutlich: Ein perfektes Fantasiegericht hilft wenig, wenn Kunden eigentlich wissen wollen, was das Restaurant tatsächlich auf den Teller packt.

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