18. Februar 2026, 10:20 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Forscher der TU Wien haben einen neuen Weltrekord aufgestellt. Sie entwickelten den bislang kleinsten QR-Code, der jemals hergestellt und erfolgreich ausgelesen wurde.
Der QR-Code misst lediglich 1,98 Quadratmikrometer und ist damit kleiner als viele Bakterien. Seine einzelnen Pixel sind nur 49 Nanometer groß – deutlich kleiner als die Wellenlänge sichtbaren Lichts. Deshalb bleibt die Struktur selbst unter einem Lichtmikroskop unsichtbar und kann nur mithilfe eines Elektronenmikroskops dargestellt und ausgelesen werden. Trotz dieser extremen Miniaturisierung gelang es dem Team, eine stabile und reproduzierbare Struktur zu erzeugen.
Keramische Dünnfilme als Grundlage
Für die Herstellung nutzten die Forscher keramische Dünnfilme. Solche Materialien werden unter anderem bei besonders widerstandsfähigen Beschichtungen eingesetzt. Mit einem fokussierten Ionenstrahl wurde der QR-Code direkt in die keramische Oberfläche geschrieben. Es handelt sich dabei um eine physische Struktur im Material selbst, nicht um eine elektrische Speicherung wie bei klassischen Datenträgern.
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Rekord mit Potenzial
Der Mini-Code wurde offiziell in das „Guinnessbuch der Rekorde“ aufgenommen. Er ist rund 63 Prozent kleiner als der bisherige Bestwert. Entscheidend ist jedoch die zugrunde liegende Technik. Keramische Datenspeicher könnten Informationen theoretisch über sehr lange Zeiträume bewahren und kommen ohne dauerhafte Stromversorgung aus.
Zudem ist die mögliche Speicherdichte bemerkenswert. Rechnerisch ließen sich auf der Fläche eines DIN-A4-Blatts mehr als 2 Terabyte Daten unterbringen. Das entspricht in etwa dem Speicher moderner Laptops.
Forschung geht weiter
Das Team will nun weitere Materialien testen, die Schreibgeschwindigkeit erhöhen und Verfahren entwickeln, die sich auch außerhalb des Labors einsetzen lassen. Ziel ist es, künftig komplexe Datenstrukturen robust und energieeffizient in keramische Schichten zu integrieren.
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Der kleinste QR-Code der Welt ist damit weniger eine Spielerei als ein möglicher Schritt in Richtung neuer Speichertechnologien.