12. Januar 2026, 13:06 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Kürze entfällt die direkte Möglichkeit, Dokumente von Microsoft Word an Kindle-Geräte zu senden. Besonders Nutzer des Kindle Scribe sind betroffen. Der bislang nahtlose Arbeitsablauf wird durch umständlichere Alternativen ersetzt.
Ab dem 9. Februar 2026 wird die Funktion „An Kindle senden“ aus Microsoft Word entfernt. Das geht aus einem aktualisierten Support-Dokument hervor. Die Änderung betrifft sowohl die Desktop-Versionen für Windows und macOS als auch Word im Web. Ein offizieller Grund für die Entscheidung wurde nicht genannt – inoffiziell wird jedoch mangelnde Nutzung vermutet.
Wegfall trifft vor allem Kindle-Scribe-Nutzer
Die Funktion, die 2023 im Rahmen einer Kooperation mit Amazon eingeführt wurde, ermöglichte es Nutzern, Word-Dokumente direkt auf Kindle-Geräte zu übertragen. Zwei Übertragungsmodi standen zur Auswahl: Entweder im flexiblen Kindle-Format mit anpassbarer Schriftgröße oder als festes Dokument mit originaler Seitenstruktur. Insbesondere Nutzer des Kindle Scribe profitierten von der Integration. Diese erlaubte sogar handschriftliche Notizen, die sich später in Word weiterverarbeiten ließen.
Den Kindle Scribe hat Amazon 2022 eingeführt, eine verbesserte Version kam im Dezember 2024 auf den Markt. Das 10,2 Zoll große Gerät mit Stift ermöglicht es, PDFs und andere Dokumente nicht nur zu lesen, sondern direkt darauf handschriftliche Notizen zu machen, Textstellen zu markieren oder Kommentare zu ergänzen. Der eReader bietet somit vor allem für Journalisten, Studierende und Vielschreibende einen Mehrwert
Nutzer des Scribe dürften den Verlust der Übertragungsfunktion zwischen Word und dem Kindle besonders spüren. Amazon hatte die Word-Integration als zentrales Verkaufsargument für das E-Ink-Gerät beworben. Der Wegfall bedeutet das Ende eines komfortablen Workflows, bei dem man Notizen direkt in Word-Dokumente einbinden konnte. Künftig müssen Nutzer Dateien manuell über alternative Wege auf die Geräte laden, was die Produktivität einschränkt.
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Alternative Übertragungswege bleiben bestehen
Die technische Grundlage der Funktion basierte auf einer automatischen Konvertierung von DOCX-Dateien in ein Kindle-kompatibles Format. Diese reibungslose Umwandlung entfällt mit der Abschaltung, sodass Nutzer selbst für einen geeigneten Übertragungsweg sorgen müssen.
Bereits übertragene Dokumente bleiben laut Microsoft aber erhalten. Sie verbleiben in der Kindle-Bibliothek samt vorhandener Notizen. Für neue Dokumente stehen weiterhin zwei Alternativen bereit: der Upload über den offiziellen Webdienst „Send to Kindle“ sowie der Versand per E-Mail an die persönliche Kindle-Adresse. Beide Varianten funktionieren weiterhin zuverlässig, bieten jedoch nicht den gleichen Komfort wie die bisherige direkte Integration in Word.
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Nicht die erste gestrichene Funktion
Der Wegfall der Exportfunktion in Word reiht sich in eine Gruppe von Änderungen und gestrichenen Funktionen ein, die den Kindle von Amazon betreffen. Besonders auffällig war das Ende der Option „Download & Transfer via USB“, die über ein Jahrzehnt existierte und es Nutzern erlaubte, eigene Sicherungskopien zu erstellen oder Bücher auf Nicht-Kindle-Reader zu bringen. Doch seit dem 26. Februar 2025 können Kindle-Besitzer gekaufte E-Books nicht mehr auf ihren PC herunterladen und manuell per USB auf andere Geräte übertragen.
Darüber hinaus hat Amazon weitere ältere Komfortfunktionen eingeschränkt. Seit dem 1. April 2025 ist es beispielsweise nicht mehr möglich, Dokumente von unverifizierten E-Mail-Adressen an Kindle-Geräte zu senden, was viele Nutzer im Alltag genutzt hatten, um schnell PDFs oder Notizen zu übertragen.
Und auch durch Software-Updates sind manche Neuerungen wieder verschwunden. So hat Amazon nach einem Firmware-Update zeitweise verfügbare neue Barrierefreiheits-Funktionen und eine neue Seitenansicht wieder zurückgezogen.