Mann reist 2000 Kilometer für seine Traumfrau – doch sie ist nur KI
Edimar Martins reiste rund 2000 Kilometer nach Belo Horizonte, um eine Frau zu suchen, die sich als KI-generierte Figur herausstellte (Symbolbild) Foto: Getty Images
Ein Maurer aus Brasilien gibt seinen Besitz auf und macht sich auf eine 2000 Kilometer lange Reise zu seiner vermeintlichen Traumfrau. Erst am Ziel erfährt er, dass Jéssica gar nicht existiert.
Edimar Martins aus Imperatriz im Nordosten Brasiliens ist 49 Jahre alt, Maurer und nach dem Tod seiner Mutter einsam. Im Internet stößt er auf Jéssica, eine junge blonde Frau, die auf Fotos und in Videos auf einer Farm zu sehen ist. Martins verliebt sich und beschließt schließlich, für sie seine Heimat zu verlassen. Er verkauft seinen Besitz und macht sich mit einem Koffer auf den Weg nach Belo Horizonte.
Mehr als 36 Stunden dauert die rund 2000 Kilometer lange Busfahrt. Martins glaubt, dass Jéssica im Bundesstaat Minas Gerais lebt. „Es gibt nichts Schlimmeres als Einsamkeit. Ich bin ihr gefolgt, um zu sehen, ob ich mein Glück finden kann“, sagt er nach seiner Ankunft. Seinen Angaben zufolge hatte sie ihm zuvor geschrieben: „Ich möchte, dass du herkommst und wie ein König lebst.“
In Belo Horizonte beginnt die erfolglose Suche
Eine Adresse von Jéssica besitzt Martins allerdings nicht. In Belo Horizonte zeigt er deshalb Passanten ihr Foto und hofft, dass jemand die Frau erkennt. Schließlich wendet er sich an Rádio Itatiaia, den größten Sender der Region. Dort soll ein öffentlicher Aufruf bei der Suche helfen.
KI-Figur Jéssica beim Schweinefüttern: „Ich lebe allein hier auf meiner Farm und vermisse jemanden, mit dem ich reden und mein Leben teilen kann“ soll sie dem Maurer geschrieben haben Foto: jessicafazendeira/tiktok/KI-generiert
Doch beim Radiosender erfährt Martins, dass er Jéssica nicht finden kann. Die Frau auf den Bildern ist keine reale Person, sondern eine mit Künstlicher Intelligenz erzeugte Figur. „Sie sagten: Nein, das sind Fake News. Diese Frau existiert nicht“, berichtet er später einem Fernsehsender. Für Martins bricht damit die Hoffnung auf ein gemeinsames Leben zusammen. Er fordert Konsequenzen und warnt davor, dass Menschen mit solchen Profilen getäuscht werden könnten.
Hinter Jéssica steckt ein anonymes KI-Profil
Nachdem der Fall bekannt wird, äußert sich der anonyme Betreiber hinter der virtuellen Figur. Martins habe offenbar ein Video als persönliche Einladung verstanden. Ein Gespräch zwischen ihm und Jéssica habe es jedoch nie gegeben. Das Profil sei demnach lediglich erstellt worden, um Follower zu sammeln und Produkte zu verkaufen.
Martins ist laut Rádio Itatiaia zudem nicht der erste Mann, der wegen einer virtuellen Figur nach Belo Horizonte reist. In den Monaten zuvor sollen bereits zwei weitere Männer wegen Versprechen über Liebe oder Arbeit in die Stadt gekommen sein. Die Stadtverwaltung bezahlt Martins schließlich ein Busticket für die Rückreise. Die Hoffnung auf eine Partnerin gibt er trotzdem nicht auf. Seine Erfahrung fasst er mit einer Warnung zusammen: „Es ist gut, seinen Träumen zu folgen – aber bleibt immer aufmerksam.“
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