Jedes Jahr veröffentlicht das Unicode-Konsortium ein großes Emoji-Update, um Nutzern mehr Möglichkeiten zu geben, mit Text zu kommunizieren. Manchmal überarbeitet die Organisation aber auch bereits bestehende Emojis. Das kann verschiedene Gründe haben. Manchmal werden die kleinen Bildchen für andere Zwecke verwendet als ursprünglich vorgesehen. In anderen Fällen entwerfen Unternehmen plötzlich abweichende Designs und das Konsortium muss gegensteuern, um den Unicode-Standard zu wahren.
Jennifer Daniel, Vorsitzende des Unicode-Emoji-Unterausschusses, hat in einem Post auf ihrem persönlichen Blog eine Vorschau auf das Emoji-18.0-Update veröffentlicht. Konkret handelt es sich um neun neue Motive, deren Design bereits jetzt feststeht:
Neun neue Motive aus Emoji 18.0
Monarchfalter
Netz mit Griff
Meteor
nach rechts zeigender Daumen
Smiley-Gesicht mit Rissen
nach links zeigender Daumen
Leuchtturm
Gewürzgurke
Radiergummi
Was bedeuten die neuen Emojis?
Das Smiley-Gesicht mit Rissen soll Nutzern eine neue Ausdrucksweise geben, wenn mal doch nicht „alles gut“ ist und die Fassade bröckelt. Mit dem Netz mit Griff lässt sich künftig einfacher die Aktivität beschreiben, etwas einzufangen. Bislang stand dafür lediglich ein Eimer zur Verfügung. Gänzlich neu sind außerdem der Leuchtturm und das Radiergummi.
Während es bereits nach links und nach rechts zeigende Zeigefinger gibt, haben die neuen, zur Seite gerichteten Daumen eine neue Bedeutung. Laut Daniel sind die beiden Emojis weniger dazu gedacht, die Richtung zu zeigen, sondern eher für ein etwas herablassendes „Schau Dir den/die mal an“.
Die Gewürzgurke (engl. „pickle“) hingegen gesellt sich zur geschnittenen Gurke, um vor allem im englischsprachigen Raum die Bedeutung zu schärfen. Denn dort wurde die bisherige Gurke für Dinge wie Pickle-Ball oder eine verzwickte Situation („in a pickle“) verwendet.
Nicht alle der gezeigten Emojis sind wirklich „neu“. Vielmehr räumt das Unicode-Konsortium bei den bereits bestehenden Motiven auf und schärft die Bedeutung der einzelnen Motive.
Bestes Beispiel für die Aufräumaktion ist der neue Meteor, der eine klare Linie zum bisherigen Kometen zieht. Der Komet ist seit Unicode 1.1 von 1993 dabei und gehört damit zum Emoji-Urgestein. Ursprünglich wurde das Design als funkelnd-blaue Eiskugel am Himmelszelt festgelegt. Doch 2016 tauschte Apple mit iOS 10.2 den Kometen mit einer flammenden Gesteinskugel – auch als Meteor bekannt – aus. Einige Unternehmen wie Microsoft und Samsung zogen nach, andere blieben beim bisherigen Design. So kommt es, dass der eigentliche Komet auf manchen Geräten als Meteor angezeigt wird. Emoji 18.0 löst das Problem, indem der Meteor ein eigenes Motiv unabhängig vom Kometen erhält.
Ähnlich gestaltete es sich beim Schmetterling, den einige Nutzer als blauen Morphofalter und andere als Monarchfalter sehen. Emoji 18.0 löst diese Diskrepanz, indem beide Varianten in den Standard aufgenommen werden.
Bis Emoji 18.0 tatsächlich bei Nutzern ankommt, dauert es noch eine Weile. Die Finalisierung des Updates für den Standard ist für Ende September vorgesehen. Das Unicode-Konsortium gibt damit aber lediglich den Rahmen vor, innerhalb dessen die einzelnen Unternehmen ihre eigenen Emoji-Versionen entsprechend ihrer Design-Richtlinien entwerfen.
In der Regel vergehen deshalb mehrere Monate, bis die neuen Emojis auf den einzelnen Plattformen erscheinen. Bis Anfang 2027 müssen wir uns also noch gedulden, bis wir uns an Gewürzgurke, Meteor und Co. ausprobieren können.
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