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Die Vor- und Nachteile von digitalen Kfz-Kennzeichen

In den USA schon verfügbar

Was bringen digitale Kfz-Kennzeichen? 

Ein digitales Kennzeichen an der Rückseite eines Teslas
Ein digitales Kennzeichen an der Rückseite eines TeslasFoto: Getty Images

Digitale Kennzeichen sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Im ersten US-Bundesstaat sind die elektronischen Nummernschilder jetzt frei verfügbar.

Das Unternehmen Reviver darf sein digitales Kennzeichen – „RPlate“ – nun für alle Autobesitzer im US-Bundesstaat Kalifornien zum Kauf anbieten. Was RPlate kann und ob es auch für Deutschland sinnvoll wäre, erklärt TECHBOOK.

Integriertes Display und Funkverbindung

Das digitale Kennzeichen kommt mit einem integrierten Monochrom-Display, das einen Hell- und einen Dunkel-Modus hat. Es kann die Registrierungsnummer sowie weitere Informationen somit Schwarz auf Weiß oder Weiß auf Schwarz darstellen. Das Display ermöglicht die Anzeige von individuellen Schriftzügen auf dem Kennzeichen, die in den USA als „Vanity Plates“ weit verbreitet sind. Aber auch im Falle eines Diebstahls kann das Kennzeichen die Warnung „I’m Stolen“ (dt. „Ich wurde gestohlen“) anzeigen. Sogenannte „AMBER“-Warnungen, wenn ein Kind entführt wurde, sind ebenfalls ein sinnvolles Upgrade gegenüber klassischen Kennzeichen.

Die digitalen Kennzeichen haben zudem integrierte Funktechnologien, die beim Wiederfinden eines gestohlenen Fahrzeugs helfen können. Dinge wie die Zulassungserneuerung und Individualisierung können Nutzer über die entsprechende Reviver-App für iOS und Android vornehmen.

RPlates sollen extremen Wetterbedingungen standhalten können. Sie sind für die Nutzung bei Temperaturen zwischen -40 und +85 Grad Celsius zertifiziert. Außerdem sind sie nach IP66-Standard vor Spritzwasser und Staub geschützt.

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Digitales Kennzeichen nur mit monatlichem Abo

Das Unternehmen bietet seine RPlates in zwei Versionen an. Da für die Nutzung eine Mobilfunkverbindung nötig ist, sind die Kennzeichen in Verbindung mit einem monatlichen Abo erhältlich. Für den privaten Gebraucht steht eine batteriebetriebene Version zur Verfügung, die monatlich 19,95 US-Dollar (20,41 Euro) kostet. Diese Version muss ohne GPS und zusätzliche Funktionen wie Fahrt-Tracking, Park-Service und Fahrzeug-Ortung auskommen. Stattdessen gibt es integriertes Bluetooth zur Verbindung mit dem Smartphone. Die kabelgebundene Version ist nur für die kommerzielle Nutzung vorgesehen und kommt mit integriertem GPS. Sie wird direkt an den Stromkreislauf des Fahrzeugs angeschlossen. Neben einem beleuchteten Display sind hier auch die oben genannten Funktionen freigeschaltet. Damit können Unternehmen ihre Fahrzeugflotte einfacher verwalten und nicht nur die Positionen verfolgen, sondern auch die Zulassungserneuerung automatisieren. Die kabelgebundene Version darf nur von professionellen Monteuren angebracht werden.

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In den USA immer weiter verbreitet

Die USA sind Deutschland und Europa bei der Umsetzung des digitalen Kennzeichens weit voraus. Vor zehn Jahren hatte Kalifornien digitale Kennzeichen erstmals in Erwägung gezogen. Es ist der erste US-Bundesstaat, der die neue Technologie per Gesetz nun legalisiert hat. Das Gesetz kommt in Folge eines Pilottest, an dem 175.000 Autobesitzer teilnehmen konnten.

Das digitale Kennzeichen ist außerdem in Arizona und Michigan nutzbar. Texas erlaubt es nur für die kommerzielle Nutzung. Weitere US-Bundesstaaten könnten bald folgen. Colorado, Georgia und Illinois haben ebenfalls Gesetze verabschiedet, die Details zur Umsetzung sind allerdings noch nicht mit dem Department of Motor Vehicles (DMV; entspricht der deutschen Kfz-Zulassungsstelle) abgestimmt.

Reviver ist bislang das einzige Unternehmen, das digitale Kennzeichen in den USA anbietet. Das neue Gesetz schließt allerdings mögliche Konkurrenten nicht aus. Solange die digitalen Kennzeichen den legalen Anforderungen entsprechen und von dem DMV abgesegnet sind, dürfen sie verkauft werden. Laut Reviver benutzen bereits 10.000 Autobesitzer in Kalifornien RPlate.

Digitales Kennzeichen auch in Deutschland?

Einer der größten Vorteile des digitalen Kennzeichens ist für Autobesitzer in Europa und Deutschland kaum von Bedeutung. Denn in den USA müssen Fahrer die Zulassung jährlich bei dem DMV erneuern. Dass sie für die Zulassung bezahlt haben, bestätigt ein Aufkleber auf dem Kennzeichen. RPlate macht das überflüssig, die Bestätigung erscheint nach Zahlung an das DMV automatisch auf dem Display. In Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt es diese Vorgabe nicht.

Vorteile könnte das digitale Kennzeichen jedoch auch hierzulande haben. Etwa, um anzuzeigen, dass das Fahrzeug durch die Hauptuntersuchung gekommen ist. Auch das Wechseln des Kennzeichens bei Umzug würde somit deutlich vereinfacht. Der Gang zur Zulassungsstelle könnte dadurch entfallen.

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